14.11.2019 - 11:11 Uhr
HirschauOberpfalz

Festakt zum 100-jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins Hirschau

„Der 100. Geburtstag ist nicht nur für die SPD ein Feiertag, sondern für ganz Hirschau. Denn ohne Engagement in Parteien würde Demokratie nicht funktionieren.“ Das betont MdB Marianne Schieder bei der Jubelfeier des Ortsvereins Hirschau.

Bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehens ehrt die Hirschauer SPD langjährige Mitglieder (von links): Zweiter Bürgermeister Josef Birner, Georg Gebhardt, Claudia Bosser, Albert Kraus, Günther Widmann, Elisabeth Böller-Kielhorn, Ingrid Schlosser, Vorsitzender Günther Amann, Marianne Braun, Franz Schlosser, Rudi Wild und Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder.
von Autor AGProfil

Zum Festakt der örtlichen SPD konnte Vorsitzender Günther Amann zahlreiche Gäste im Schloßtreff begrüßen.

Bereits am Nachmittag hatte eine Delegation des Ortsvereins mit Vorsitzendem Günther Amann, Zweitem Bürgermeister Josef Birner und Landtagsabgeordnetem a. D. Reinhold Strobl Blumen auf den Gräbern verdienter Parteimitglieder niedergelegt. „In dankbarer Erinnerung“, stand auf den Schmuckbändern zu lesen.

Kreisvorsitzender Uwe Bergmann gratulierte der Hirschauer SPD bei der 100-Jahr-Feier zu ihrem Jubiläum. Im Laufe ihrer Geschichte sei die Partei stets ein Garant für soziale Gerechtigkeit gewesen und könne auch in der aktuellen großen Koalition beachtliche Erfolge aufweisen.

„Die Hirschauer SPD ist stolz auf ihre Gründerväter“, betonte Vorsitzender Günther Amann in seinem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte des Ortsvereins. Demnach haben Mathias Amann, Hans Bauer, Johann Brunner, Heinrich Fink, Michael Fleischmann, Leonhard und Xaver Groth, Andreas Harvolk, Andreas Kummer, Josef Luber, Josef Rösch. Vincenz Schreiner, Josef Schwinger und Georg Wild den Ortsverein im Juni 1919 in der Gaststätte Noglschmied aus der Taufe gehoben. Unterstützt durch zahlreiche Arbeitervereine, wie dem Arbeiter-, Turn- und Sportverein und dem Radfahrverein Solidarität, erzielte die SPD bei den Wahlen früh beachtliche Erfolge.

Entschlossen kämpfte die Hirschauer SPD mit Versammlungen und Kundgebungen gegen den Aufstieg des Nationalsozialismus. Rund 40 Sozialdemokraten und Gewerkschaftler wurden dafür im KZ Dachau in „Schutzhaft“ genommen. Selbst nach dem Verbot der SPD am 22. Juni 1933 regte sich in Hirschau noch Widerstand. Nach schrecklichen Greueltaten und Kriegsverbrechen liquidierten die Alliierten im Frühjahr 1945 den Nationalsozialismus. Die SPD-Bürgermeister Mathias Amann und Georg Lederer stellten danach unter schwierigen Bedingungen die Weichen für ein modernes Hirschau. Als Überraschungsgast ergänzte Sonja Höcherl aus Amberg Amanns Ausführungen mit der Lebensgeschichte ihres Großvaters Franz Birner, der für die SPD von 1948 bis 1956 das Amt des Zweiten Bürgermeisters in Hirschau innehatte.

Die jüngere Geschichte präsentierten Vorsitzender Günther Amann und Zweiter Bürgermeister Josef Birner mit Text und Bilddokumenten in Form einer Talkrunde. Zu den besonderen Schmankerln gehörten dabei das Manuskript der Rede des SPD-Bürgermeisterkandidaten Luitpold Meier aus dem Jahr 1978 sowie Einladungen, Protokolle und Presseberichte aus den 70er-Jahren bis zur Jahrtausendwende.

In ihrer Festrede erinnerte Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder daran, dass der Freistaat Bayern von einem Sozialdemokraten ausgerufen worden sei. Am 8. November 1918 habe Kurt Eisner das Ende der Monarchie verkündet. Im März 1933 habe die SPD als einzige Partei gegen die Ermächtigung Adolf Hitlers gestimmt. „Auch heute ist es wieder an uns dafür zu kämpfen, dass Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben“, betonte Schieder. „Ein Patriot liebt die Seinen, ein Nationalist hasst die anderen“, zitierte die Abgeordnete den verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau.

Im anschließenden Festakt ehrte die Hirschauer SPD langjährige, verdiente Mitglieder mit Urkunden, Ehrennadeln und Präsenten. Zehn Jahre gehören Christian Birner, Elisabeth Böller-Kielhorn, Claudia Bosser und Wilfried Lassmann zu den Sozialdemokraten, 20 Jahre Georg Gebhardt und Günter Widmann. Die Ehrennadel für 25 Jahre erhielten Zweiter Bürgermeister Josef Birner, Andrea Hausmann, Markus Meißner, Albert Kraus und Franz Schlosser. Für 30 Jahre wurden Wolfgang Bosser, Maria Rösch und Ingrid Schlosser ausgezeichnet, für 40 Jahre Brigitte Stein. 45 Jahre halten Vorsitzender Günther Amann, Karl-Heinz Gebhardt, Alfred Hausmann und Rudolf Wild der SPD die Treue. Als herausragend bezeichnete Marianne Schieder die 50-jährige Mitgliedschaft von Hans Lingl. Mit einem Blumenstrauß und der Ehrennadel der Bundes-SPD bedankte sich Günther Amann für 60 Jahre Parteizugehörigkeit bei der „großen Dame der Hirschauer Sozialdemokratie“, Marianne Braun.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.