23.04.2019 - 10:09 Uhr
HirschauOberpfalz

Festmahl für die Ohren: Konzert an der-Orgel

Stehende Ovationen, bei denen es das Publikum nicht in den Kirchenbänken hielt, gab es für Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke und Verena Schmid am Ostersonntag.

Gerd Hennecke und Verena Schmid gestalten ein viel beklatschtes Osterkonzert in der evangelischen Kirche in Hirschau,.
von Heidi KurzProfil

Schmid stammt aus Altdorf und studierte an der Hochschule für Musik in Nürnberg (Hauptfach Blockflöte). Hennecke ist Kirchenmusikdirektor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Dekanatskantor in Sulzbach-Rosenberg.

Das Dekanatskantorat Sulzbach-Rosenberg und die Kirchengemeinde Hirschau hatten zu dem feierlichen Osterkonzert in die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche eingeladen. Die Veranstaltung zogBesucher nicht nur aus Hirschau, sondern aus der ganze Region in die evangelische Pfarrkirche, die Pfarrer Stefan Fischer willkommen hieß.

Gerd Hennecke entlockte der Hey-Orgel Klänge, die selbst den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern neu waren. Er bot durch fliegende Registerwechsel von Piano bis zum Orgeltutti ein Feuerwerk an Klängen. Im Zusammenspiel und Wettstreit zwischen weichen und doch raumfüllenden Blockflötenfarben und gewaltigen bis zarten Orgelklängen, bei denen abwechselnd je ein Instrument die Oberhand behielt, ergab sich ein großartiges Klangerlebnis, das die Zeit wie im Flug vergehen ließen. "Wahrhaft virtuos", stieß eine begeisterte Hörerin während zweier Stücke laut aus.

Bei dem Konzert erklangen Werke quer durch die Jahrhunderte. Von Johann Sebastian Bachs Präludium in D-Dur, Händels Orgelkonzert in g-moll bis hin zu Komponisten wie dem 1958 geborenen Hans-André Stamm, um nur einige zu nennen. Von letzterem bot sich dem Publikum ein bunter Strauß an Variationen über das Osterlied "Korn das in die Erde". Im Choral lautet der Text bei tiefer werdenden Tönen "das in den Tod versinkt". Dann kommt die Melodie dann zum Ruhen, wie ein Leichnam in der Grabestiefe. Die Variationen mieden dieses Absinken der Töne konsequent und zeichneten das Bild des aufkeimenden und nach oben strebenden Lebens eines sprossenden Keims in wahrer Ostermanier.

Vermutlich meinte Fischer dieses Werden, als er bei der Begrüßung sagte, er lasse nun der ausgewählten Musik den Raum, denn diese könne mehr über Ostern verkünden als tausend Worte. Das Finale bildete die Variation der legendär Heinrich VIII. zugeschriebenen Melodie "Greensleeves" - in einer beschwingten Leichtigkeit, bei der den Zuhörern Freud' und Entzücken, wie es in der zugehörigen Volksweise heißt, in den Gesichtern geschrieben standen.

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