12.07.2018 - 10:25 Uhr
HirschauOberpfalz

Mensch, is heit a schöner Tag

Wenn der Donikkl „So a schöner Tag“ singt, bleibt niemand ruhig sitzen. Als die St.-Wolfgang-Familie im Josefshaus den 65. Geburtstag des Kindergartens feiert, ist das nicht anders. Klein und groß sind aus dem Häuschen.

Als Donikkl, Erich, der Koch, und Mimi Starkstrom das Kommando auf der Bühne übernehmen, gibt es im Saal kein Halten mehr. Die Kinder lassen sich ebenso wie die Mamis und Papis von den Gute-Laune-Songs mitreißen.

(u) Im Bürgersaal gab es keinen freien Platz, als Einrichtungsleiterin Uta-Maria Kriegler die Partygäste begrüßte: aktuelle und künftige Krippen- und Kindergartenkinder sowie Erstklässler mit ihren Eltern – dazu die Ehrengäste wie die Bürgermeister oder Stadtrat Rudi Wild, erster Lok-Führer des Hirschauer Bockls, über Jahrzehnte das Lieblingsspielzeug der St.-Wolfgang-Kinder.

Auch Claudia Heckmann war mit ihrer Tochter Esther gekommen, der Urenkelin von Wolfgang Droßbach, dem Stifter des Kindergartens. Der habe, so Kriegler, vor 65 Jahren die Wichtigkeit der vorschulischen Einrichtung erkannt. 1953 als sehr fortschrittliche Einrichtung anerkannt, sei man 2018 baulich nicht mehr der „modernste Märchenkindergarten“, doch seien die Angebote den Anforderungen der heutigen Gesellschaft sehr gut angepasst. Neben der pädagogischen Bildungsarbeit habe die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern einen hohen Stellenwert. Gegenseitige Wertschätzung, hohe fachliche Qualität und viel Herz von Team und Eltern sorgten für die besondere St.-Wolfgang-Atmosphäre. Sie komme auch beim Fest zum Ausdruck. Ohne Unterstützung des Elternbeirats mit seiner Vorsitzenden Eva Ries und anderer aktiver Eltern wäre es in der Form nicht möglich. Dank sagte Kriegler Geschäfts- und Privatleuten, die das Donikkl-Mitmach-Konzert mit Spenden unterstützt haben. Stichpunktartig erinnerte sie an wichtige Stationen der Kindergarten-Geschichte, etwa die 1975 erfolgte bauliche Erweiterung und Aufstockung auf vier Gruppen oder die Bildung der ersten Krippengruppe 2007. 2018 fühlten sich 65 Krippen- und Kindergartenkinder mit ihren Familien in der Einrichtung sehr gut betreut.

Dies unterstrich Bürgermeister Hermann Falk, der das gute Betriebsklima hervorhob. "Der Kindergarten ist vom ersten Tag an ein Segen für die Kinder und die Stadt", hob er hervor. Dank galt Wolfgang Droßbach, der den Bau finanziert hat, und den Armen Schulschwestern, die den Kindergarten 54 Jahre lang geleitet und geprägt haben. Kindergärten seien eine wichtige Station beim Heranwachsen und eine gute Ergänzung zum Elternhaus, aber kein Ersatz dafür. In einer Zeit, in der oft beide Elternteile ins Arbeitsleben eingespannt seien, erachtete Falk eine intensive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern für wichtig. Im Kindergarten eroberten die Kleinen neue Lebensbereiche, begegneten neuen Menschen und gewönnen mehr Selbständigkeit. Der Kindergarten erweitere den Horizont der Kinder. St. Wolfgang vermittle beides und genieße über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf.

Falk wies darauf hin, dass das neue Kindergartenjahr personelle Veränderungen bringt. Mit Dankesworten und Präsenten verabschiedete er Erzieherin Laura Rustler, Kinderpflegerin Katrin Lück, Praktikantin Lisa Petermann und Reinigungskraft Monika Auer. Das Geburtstagsgeschenk der Stadt hatte der Bürgermeister nicht mitgebracht – die lang ersehnte neue Haustür.

Für eine stimmungsvolle Party sorgten dann zunächst die SitaWokis, die singenden und tanzenden Wolfgangskinder selber. Nach einem kräftigen „Hey, hello“ griff das Vorschulteam der Sonnengruppe zu seinen Boomwhackers und begleitete rhythmisch den gemeinsamen Song „Ja, wir Wolfgangskinder“. Die Krippenkinder wurden bei ihrem Lied „Ein großer, runder, gelber Luftballon“ von den Großen unterstützt. Die Maikäfergruppe untermalte das Stück „Bum, bum, rufen die Trommeln“ mit diesen sowie Glöckchen und Rasseln. Zum Abschluss ihrer mit stürmischem Beifall bedachten SitaWoKi-Show schmetterten alle lautstark „Weil wie heut Geburtstag ham“.

Als dann Donikkl, Erich, der Koch, und Mimi Starkstrom das Kommando auf der Bühne übernahmen, gab es im Saal kein Halten mehr. Einzigartig, wie der Musiker mit seinem Publikum umzugehen wusste und Klein und Groß dazu brachte, sich zu Beginn des Fliegerliedes auf den Boden zu legen, mit ihm hochzuspringen und alle seine Gesten und Bewegungen mitzumachen. Immer wieder holte Donikkl Kinder, Mamis und Papis auf die Bühne. Sie alle ließen sich von den Gute-Laune-Songs 90 Minuten lang mitreißen, vom „Kleinen Haifisch“ und „Piraten“ genauso wie beim „Cowboy“, beim „Aram Sam“ oder bei der „Hitmaschine“.

Während der Pause rüsteten sich die kleinen und großen Donikkl-Fans mit Fanartikeln aus und stärkten sich mit den Wurstsemmeln, Muffins und Getränken, die der Elternbeirat anbot. Nach Konzertschluss hatten die Autogramme der drei Unterhaltungskünstler, mit denen man sich fotografieren lassen konnte, Hochkonjunktur. Ganz im Sinne des Fliegerlied-Textes waren sich am Ende die Partygäste einig: „Mensch, war des heit a schöner Tag!“

Der Kindergarten St. Wolfgang feierte im ausverkauften Josefshaus seinen 65. Geburtstag. Den Auftakt des Showprogramms bestritten die „SitaWokis“, die singenden, tanzenden Wolfgangskinder selber zusammen mit ihren Erzieherinnen. Vorne rechts sitzend (mit Gitarre): Einrichtungsleiterin Uta-Maria Kriegler.

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