Hirschau
16.07.2018 - 11:13 Uhr

Bei Mittsommerserenade bunten Melodienstrauß gebunden

Sie bietet eine breite Palette an Musikrichtungen, hat ansprechendes Niveau und begeistert das Publikum - die Hirschauer Mittsommerserenade. Der Gemischte Chor des Gesangverein 1860 hat dazu in den Schlosshof eingeladen.

Der gastgebende Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 überzeugt bei der Mittsommerserenade im Schlosshof insbesondere bei seinen deutschsprachigen Liedbeiträgen. Am Piano werden die Sänger wie auch Sopran-Solistin Jana Müller (vor der Bühne stehend) von Iryna Herrmann (sitzend) begleitet. fdl
Der gastgebende Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 überzeugt bei der Mittsommerserenade im Schlosshof insbesondere bei seinen deutschsprachigen Liedbeiträgen. Am Piano werden die Sänger wie auch Sopran-Solistin Jana Müller (vor der Bühne stehend) von Iryna Herrmann (sitzend) begleitet.

(u) Gut 200 Besucher hatten sich auf den Festspieltribünen eingefunden, um das abendliche Ständchen unter freiem Himmel zu genießen. Dass es zu einem echten Genuss wurde, war das Verdienst aller Akteure. Sowohl der von Saskia Krügelstein dirigierte Ehenfelder Männerchor als auch die Hirschauer Wirtshausmusikanten Uwe Herrmann (Gitarre und Diatonische), Franz Dolles (Steirische), Alexander Götz (Baritonhorn) und Hans Drexler (Gesang) sowie natürlich der Gemischte Chor unter Leitung von Jana Müller boten ein gleichermaßen unterhaltsames wie anspruchsvolles Programm. Jana Müller bereicherte die Veranstaltung als Sopran-Solistin mit ihren einfühlsamen Interpretationen der Gershwin-Kompositionen „Embraceable you“ und „Somebody Loves Me“. Musikalisch zwar stets im Hintergrund leistete Pianistin Iryna Hermann einen wertvollen Beitrag zum Gelingen.

Iryna Hermanns Part hatte Jana Müller und ihrem Gesangsensemble vorab einigen Kummer bereitet. Beim Einsingen hatte man lange Zeit keinen Strom, musste also auf die Piano-Begleitung verzichten. Den Sängern war dieses Malheur nicht anzumerken, als sie mit dem Kanon „Lasst uns beginnen“ die Serenade eröffneten. Nach der Begrüßung durch Vorsitzende Renée Ehringer-Hoffmann machte der Chor schwungvoll Appetit auf das, was die Besucher in den folgenden gut 90 Minuten erwarten sollte: ein bunter Strauß von Melodien. Als eloquenter Moderator erklärte Peter Butschek locker und humorvoll, welche musikalischen Blumen und Blüten jeweils dem Melodienstrauß hinzugefügt wurden.

Die Instrumentalstücke, die die Hirschauer Wirthausmusikanten beisteuerten, reichten vom ruhigen, melodiösen „Grashäuferl Boarischen“ über den zünftigen Baorischen „Da Hupfate“ bis hin zu Uwe Herrmanns bayrisch-meditativer Eigenkomposition „Staad Landlerisch“. Von diesem Stück war das Publikum besonders angetan, wie der donnernde Beifall belegte. Bei „Wisst’s, wo mei Hoamat is“ brachte das Quartett den nachdenklichen, melancholischen Charakter sehr gut zum Ausdruck.

Ausdrucksstärke und Sicherheit bei Einsätzen wie im Tempo waren die Markenzeichen der Darbietungen des Ehenfelder Männerchors. Dirigentin Saskia Krügelstein hatte typische Männergesangslieder ausgewählt, die beim Publikum sehr gut ankamen. Etwa „Freude am Leben“ oder „Ein Bier, das macht den Durst“.

Der Gemischte Chor holte mit den munteren Ohrwürmern „Zwei kleine Italiener“ und „Marina“ Urlaubsstimmung in den Schlosshof. Im Repertoire durften englischsprachige Beiträge nicht fehlen: „The lion sleeps tonight“ und die Abba-Hits „I have a dream“ und „Waterloo“. Mit Stücken wie „Der Schlüssel zum Glück“ und „Wir danken sehr“ bewies der Chor, dass bei ihm der klassische Chorgesang nicht zu kurz kommt. Die Besucher stimmten in die Kanons „Froh zu sein, bedarf es wenig“ und „Abendstille überall“ kräftig mit ein und belohnten die Darbietungen mit viel Applaus.

Renée Ehringer-Hoffmann wies darauf hin, dass der Gemischte Chor am Samstag, 13. Oktober, im Josefshaus sein 20-Jähriges feiert. Der Chor würde sich über neue aktive Mitglieder freuen. Interessierte sollten einfach unverbindlich bei einer Probe donnerstags um 20 Uhr im Fernsehraum der Grund- und Mittelschule vorbeischauen.




Mit Liedern wie „Aus der Traube in die Tonne“ oder „Man ist nie zu alt, um jung zu sein“ trifft der von Saskia Krügelstein (vorne rechts) dirigierte Ehenfelder Männerchor den Geschmack des Publikums. fdl
Mit Liedern wie „Aus der Traube in die Tonne“ oder „Man ist nie zu alt, um jung zu sein“ trifft der von Saskia Krügelstein (vorne rechts) dirigierte Ehenfelder Männerchor den Geschmack des Publikums.
Ob schwungvoll oder melancholisch, ob instrumental oder mit Gesang – die Beiträge der Hirschauer Wirtshausmusikanten (von links) Hans Drexler, Uwe Herrmann, Franz Dolles und Alexander Götz kommen beim Publikum bestens an. fdl
Ob schwungvoll oder melancholisch, ob instrumental oder mit Gesang – die Beiträge der Hirschauer Wirtshausmusikanten (von links) Hans Drexler, Uwe Herrmann, Franz Dolles und Alexander Götz kommen beim Publikum bestens an.
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