13.03.2020 - 11:26 Uhr
HirschauOberpfalz

Schlossgeist sucht das Hirschauer Bockbierfest heim

Die Hirschauer Prominenz bekommt gehörig ihr Fett ab beim Bockbierfest im gut gefüllten Schloss-Keller. Denn ihnen liest der Schlossgeist vom Pflegeschloss die Leviten.

Mit Martin Winkler kommentiert ein Ehenfelder als Schlossgeist vom Pflegeschloss beim Hirschauer Bockbierfest die Ereignisse des vergangenen Jahres.
von Autor VTProfil
Bürgermeister Hermann Falk (links) durfte das erste Fass anzapfen mit Sebastian Dorfner.

Braumeister Franz Dorfner begrüßte die Freunde des Bockbiers zum Derblecken durch den Schlossgeist, der zur Gesellschaft von seinem trockenen Schlossgebälk herabstieg. Dazu spielten die Gschamigen – Heinz Dirnhofer aus Kienlohe mit der Steirischen und Martin Seidl aus Amberg mit der Gitarre – zünftig auf. Bürgermeister Hermann Falk hatte die Ehre, das erste Fass anzuzapfen. Dann erhob er den Bockbierkrug zum Volk und rief: „Salve, pater patriae! Bibas, princeps optime!“

Für das Krügestemmen wurden Teilnehmer gesucht und gefunden. Auf die jeweils drei besten Männer und Frauen warteten Gutscheine. Bei dem Wettbewerb musste ein gefüllter Maßkrug am ausgestreckten Arm und mit geradem Kreuz gehalten werden. Zuerst zeigte die Damenwelt, was sie drauf hat. Als letzter war der Maßkrug von Gisela Luber ober, die das Gefäß 3,53 Minuten lang gehalten hatte. Sie siegte vor Birgit Schertl und Viola Buder. Bei den Herrn gewann Reinhard Meier mit der Zeit von 6,02 Minuten gefolgt von Christoph Mader und Stefan Schertl.

Zu späterer Stunde wurde es im Schlosser-Keller auf einmal dunkel und Rauch zog auf: Der Schlossgeist erschien den Besuchern und hielt seine Fastenpredigt. Von Berufung sei er Geist und wohnhaft im Keller vom Schlosserer, verkündete er. Zu weiteren Risiken und Nebenwirkungen müsse man das Flaschenetikett vom Bock lesen. Die politische Prominenz sei stark vertreten, bemerkte er, um zu fragen: "Sind denn schon wieder Wahlen?"

Der Bürgermeister Hermann Falk von den Schwarzen habe die letzten sechs Jahre ohne Wampe überstanden, stellte der Schlossgeist fest. Die Dorfnere von den Freien Wählern bezeichnete er als eine Hex' ohne Besen. Die Roten dagegen hätten mit den Wahlkampf schon abschlossen. Denn als sie das Bild vom Josef Birner gesehen hätten, hätten sie es geschwind ausgetauscht. Die Grünen bestehen laut dem Schlossgeist zu 50 Prozent aus der Familie Feja. Die Freien Wähler hätten grüne Ideen, verteilten sie doch jetzt Sonnenblumenkerne.

Der Schlossgeist hatte vernommen, dass die SPD, wenn sie gewählt werde, das Josefshaus wieder herrichten wolle. Aber anstelle der Idee mit einem neuen Café sollten sie sich was Besseres einfallen lassen, um nicht den Etablierten das Geschäft wegzunehmen. Ein Lob galt der harmonischen Zusammenarbeit von Erstem und Zweitem Bürgermeister: "Der Josef Birner begrüßt jetzt jeden Morgen durch sein Wahlplakat gegenüber vom Haus des Hermann Falk diesen beim Weg zur Arbeit."

Dann wurden auch die Schwarzen gerupft. Bei den Wahlversprechen der CSU habe sich nicht viel geändert, sie hätten nur ein Upgrade auf Facebook bekommen, sagte der Fastenprediger. Die Ankündigung von der 299er-Anbindung Krickelsdorfs habe es auch vor sechs Jahren schon gegeben. "Jedoch sind’s jetzt auf der Überholspur in Social Media bei Instagram mit dem Slogan ,Für Dich für Hirschau'.“.

Dagegen seien die Grünen noch im Winterschlaf und kämen nicht über den Ziegelhüttenweg hinaus. Zwischen seine Spitzen streute der Geist immer wieder einen Trinkspruch ein, etwa: "Wer je den Durst mit Bier gelöscht, wird wieder danach streben. Ein guter Trunk ist niemals schlecht, drum woll’n wir noch einen heben."

Ein Thema war natürlich der Brunnen am Marktplatz, der bis zum Sommer fertig werden soll. Dazu der Schlossgeist: "An Weihnachten hätte der obere Hirsch einen Stern zwischen das Geweih bekommen sollen. Der hat aber nicht gepasst, dann ist der Stern halt zwischen den Beinen platziert worden und hat das Gemächt angestrahlt." Aus verlässlicher Quelle wusste der Prediger auch, dass die zwei Hirschen in der Silvesternacht bestiegen worden sind.

Der Bauhof hat nach Angaben des Schlossgeites aussortiert und sein Wognradl los werden wollen. Das stehe jetzt in der unteren Stadt vor der Zahnarztpraxis. In den alten Eisen-Schertl-Laden solle eine Spielhalle einziehen, damit wolle die Stadt wahrscheinlich ihre Schulden verringert. Angesichts des Leerstands am Bachranken könnte man doch die Sonnwendweiher vom Monte Kaolino dorthin verlegen. Der Braumeister könne dann ganz einfach sein Bier mit dem Stapler hinfahren. Der Geist lobte noch die zwei Bier-Bronzemedaillen für Franz Dorfner. Jedoch war ihm ein Rätsel, warum der gute Bock kein Gold bekommen hat. Zum Abschluss erhob er seinen Krug, sagte Prosit und verwand wieder so schnell, wie er erschienen ist. Lang anhaltender Beifall begleitete seinen Abgang.

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