09.12.2019 - 11:52 Uhr
HirschauOberpfalz

Stadtrat streicht Lüftung für Schulbau

Mit dem Gedenken an den verstorbenen Ex-Stadtrat Klaus Schwinger begann eine über dreistündige Ratssitzung. Diese war intensiv, weil Hauptthema die Finanzierung der Schulsanierung war. Die Bürger müssen von 2020 bis 2023 weniger bezahlen.

von Gerhard FleischmannProfil

Der Förderbescheid der Regierung der Oberpfalz für die Schulsanierung fiel nach Ansicht insbesondere der SPD-Räte enttäuschend niedrig aus. Auch Nachverhandlungen brachten nicht den großen Wurf: Die zuweisungsfähigen Kosten erhöhten sich um 225 000 Euro, der Fördersatz für die Schule stieg von 46 auf 47,5, für die offene Ganztagsschule von 61 auf 62,5 Prozent. Nach der derzeitigen Kostenberechnung von rund zwölf Millionen Euro kommen 6,9 Millionen auf die Stadt zu, da von den zehn Millionen Euro Kosten für die Schule 2,2 Millionen und bei der offenen Ganztagsschule 275 000 Euro nicht förderfähig sind.

Alle Fraktionen waren einig, dass einzusparen sei um die Schulden der Stadt nicht zu sehr zu erhöhen. Günther Schuster von den Freien Wählern schlug vor, nun doch auf die zentrale Lüftungsanlage zu verzichten. Fensterlüftung würde reichen, und nicht geringe Wartungskosten würden zudem eingespart.

Auch Hans-Jürgen Schönberger (CSU) stimmte zu. Eine Verpflichtung zum Einbau gebe es nicht. Das sah auch Zweiter Bürgermeister Josef Birner (SPD) so. Er meinte, es gebe auch noch andere Projekte wie Wasser- und Abwasserleitungen, Straßensanierungen oder das Josefshaus, die anzupacken seien. Der Haushaltsabgleich würde schwieriger in den nächsten Jahren.

Nicht nur die Lüftung, sondern alle Kosten, besonders die nicht förderfähigen müssten nochmal auf den Prüfstand. Konkret angesprochen wurde von Günther Schuster noch die Beibehaltung der vorhandenen Satteldächer, oder auch der Verzicht auf Holz-Alu-Fenster, zugunsten der günstigeren Kunststoffvariante zu prüfen.

Die Planer hatten Bedenken ohne Lüftung zu bauen, sei doch die vorgesehene Bauhülle sehr dicht. Der bei Altbauten vorhandene natürliche Luftaustausch entfalle. Mit einer Gegenstimme wurde der Verzicht auf die Lüftung, der 500 000 Euro einspart, beschlossen. In der Bauphase sollen alle Posten erneut auf Sparmöglichkeiten abgeklopft werden. Komplett umzuplanen hin zu einem wohl günstigeren Neubau, fand keine Befürworter, da zum einen enorm Zeit verginge bis zur Baureife, in der die Preise weiter steigen würden. Zudem wäre die Planung dann doppelt zu bezahlen.

Weitere Themen im Stadtrat:

Nachhaltigkeit gefragt

Architektin Martina Dietrich stellte den Planentwurf für das neue Baugebiet „Schulstraße“ oberhalb des Schulareals detailliert vor. Wegen des Gefälles sei die Planung der Abwasserentsorgung nicht so einfach gewesen, aber gut gelöst worden. Es seien sechs verschiedene Haustypen möglich, im Außenbereich sollten Schotterflächen möglichst vermeiden werden. Zudem sollten möglichst wenig Freiflächen versiegelt werden.

Da ringsum Abwassermischsystem verlegt ist, gehe auch in dem kleinen Baugebiet kein Trennsystem, so die Architektin. Zweiter Bürgermeister Josef Birner schlug vor, den Anschluss an die Fernwärme, der sehr nahe vorbei führe, nochmal zu bedenken. Nachhaltigkeit sei gefragt, nicht immer in erster Linie Wirtschaftlichkeit, merkte Stefan Bauer an. Letztlich wurde das Projekt im vereinfachten Verfahren einstimmig auf den Weg gebracht.

Das Büro Schneider und Zajontz hatte wegen der Kosten der vergangenen vier Jahre die Wasser- und Abwassergebühren für 2020 bis 2023 kalkuliert. Die Gebühren sollen gemäß staatlichen Vorgaben kostendeckend sein. Die erfreuliche Nachricht für die Bürger dabei, es wird etwas günstiger. Einstimmig beschlossen wurde zwar die Wassergebühren von 1,51 Euro je Kubikmeter auf 1,56 Euro zu erhöhen. Die Niederschlagswassergebühr je Quadratmeter versiegelte Fläche sinkt um einen auf 23 Cent, die Kanalgebühren von 3auf 2,69 Euro, so dass der Bürger insgesamt um 26 Cent entlastet wird, außer beim Gartenwasser mit extra Zähler.

Tobias Meindl regte an zu prüfen, ob am Marktplatz eine Webcam angebracht werden kann. Zum einen wäre sie in Richtung des neuen Brunnens tourismusfördernd wirksam, zum anderen würde sie eventuellen Vandalismus am Brunnen dokumentieren. Für den Lacher sorgte Bürgermeister Hermann Falk mit der Bemerkung, man könnte ein Gerücht streuen, dass in den Augen der Hirschen Kameras seien, die den Vorbeilaufenden folgten.

Dritter Bürgermeister Peter Leitsoni mahnte den teils schlechten Zustand des Pflasters im Friedhof bei der Leichenhalle an, auch der Gehsteig bei der ehemaligen Post und Gehwege in Siedlungsgebieten seien recht schadhaft.

Die erst vor ein paar Jahren erneuerte Tartanbahn am Schulsportplatz vermoose schon. Man müsse wohl die Büsche in der Nähe zurückschneiden, bat Leitsoni. Zweiter Bürgermeister Birner regte an, bei Wasserrohrbrüchen künftig nicht aufzuschottern wie derzeit in der Nürnberger Straße, sondern provisorisch zu pflastern und später, wenn sich die Stelle gesetzt habe drüber zu teeren.

Rudolf Wild erfuhr auf Nachfrage, dass es Interessenten für das Gewerbegebiet am Bachranken gebe, für das derzeit Klärungsgespäche bei der Regierung der Oberpfalz liefen. Die Moosweiherstraße erhalte heuer noch die Tragteerschicht, die oberste Feinschicht folge im Frühjahr, die Witterung lasse das nicht mehr zu, so Bürgermeister Hermann Falk.

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