02.11.2018 - 10:36 Uhr
HirschauOberpfalz

Vater-Tochter-Tag der Pfadfinder: Heute darf Papa mitspielen

An Nachwuchs mangelt es nicht: Rund 90 Kinder und Jugendliche betreut die Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG). Heute sind aber auch ein paar ältere Semester da - zum Vater-Tochter-Tag. Eine Premiere.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

(anv) Die Amberger Zeitung mischt auch mit. Für ihre Serie Rent-a-Redakteur hilft Volontärin Anne Sophie Vogl in Hirschau auf der Sportanlage mit. Die Pfadfinderinnen St. Georg Amberg haben Unterstützung angefordert.

Die Organisatoren haben Glück. Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite. Eine Gruppe ist gerade auf Postenlauf, die anderen üben Bogenschießen. Am Vormittag gab es schon ein gemeinsames Essen, Chilli con Carne oder Kartoffelsuppe. Insgesamt sind heute 16 Mädchen da - und dazu auch 16 Väter, Onkel oder Opas. "Es ist total interessant, mal die Papas zu den Mädchen zu sehen. Meistens holen sie nämlich die Mamas von der Gruppenstunde ab", erzählt eine Gruppenleiterin. Manche Ähnlichkeit zwischen Vater und Tochter ließ sich heute schon feststellen. Der Vater-Tochter-Tag im Schützenheim Diana in Hirschau ist nur eine von vielen Besonderheiten, die sich die PSG einfallen lässt. Er kommt bei Männern und Mädchen gleichermaßen gut an. "Es ist eine tolle Idee. Das Schießen macht Spaß", sagt Matthias. Seine Tochter Lina ist seit sechs Jahren bei den Pfadfindern - seit der ersten Klasse.

Meist ab der ersten Klasse

Das ist typisch: "Die meisten kommen in der ersten Klasse zu uns. Oft dauert es nicht lang und sie bringen weitere Freundinnen mit", berichtet eine Gruppenleiterin. Über Nachwuchs macht sich der PSG-Stamm keine Sorgen: "Wir sind fast am Explodieren." Im Moment sind hier etwa 90 Kinder und Jugendliche sowie 17 Leiter vereint. Die Mitglieder sind auf kleine Gruppen in ihren Altersklassen aufgeteilt: die Wölflinge, die Jungpfadfinder, die Pfadfinder und die Rover. Die Leiterinnen sind alle schon viele Jahre dabei. 15 oder 18 sind es bei den meisten. Kerstin und Eva sind beide 25 Jahre alt und damit die "Omas" der Gruppe. Zusammen mit Gabi, There, Noemi, Kathi und Christina haben sie den Vater-Tochter-Tag geplant.

Die Mitgliedschaft hat alle nachhaltig geprägt. Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse war eine Reise nach Marokko. Dort haben die Teilnehmer drei Nächte in der Wüste übernachtet - wie es sich für Pfadfinder gehört, in Zelten. So viel haben sie gemeinsam erlebt, sie wissen gar nicht wo sie anfangen sollen, zu erzählen. Die Begeisterung der Mädchen ist zu spüren - und auch der Zusammenhalt.

Harald Thieme, zweiter Schützenmeister der SG Diana, gibt den Töchtern und Vätern Anweisungen zum Bogenschießen. Schnell merken sie: Das ist ziemlich anstrengend. "Bogenschießen ist ja schließlich ein Sport", sagt Thieme mit einem Augenzwinkern. Selbst das richtige Pfeil-aus-der-Scheibe-Ziehen will gelernt sein. Nach ein paar Mal üben trifft der erste ins "Gold". Auf diese Bezeichnung des gelbfarbenen Mittelkreises legt Thieme besonderen Wert. Auch die Pfadfinderinnen versuchen sich mit Pfeil und Bogen.

Bonbon-Raub

Zunächst sah es für die Helfer nach einem arbeitsintensiven Tag aus. Doch jetzt läuft mit den Mädchen und den Papas alles ganz entspannt. Als die Gruppe vom Postenlauf zurückkommt, ist es Zeit für ein letztes Spiel. Das Feld wird dazu gedanklich in zwei Bereiche geteilt, die vorhandenen Markierungen auf dem Schießplatz helfen dabei. In beiden Feldern verstreuen die Gruppenführerinnen und ihre Gast-Helferin Bonbons. Nun sollen die jungen Pfadfinderinnen und ihre Begleiter möglichst viele Süßigkeiten aus dem gegnerischen Feld sammeln. Wenn sie dabei erwischt und angetippt werden, müssen sie ihre Beute fallen lassen und in ihren Bereich zurückgehen. Zaungäste am Spielfeldrand schauen dem Treiben amüsiert zu. Manches Mädchen kreischt, wenn es beinahe erwischt wird. Doch die Papas, Opas und Onkel sind gnädig - und alle plötzlich ganz langsam und reaktionslahm.

Am Ende hat eine Mannschaft mehr Bonbons als die andere und gewinnt. Der Preis ist klar, sie dürfen ihre Beute aufessen. Nach dem Spiel suchen die Helfer die Wiese nach übriggebliebenen Süßkram ab: Die Leute vom Schützenverein sollen ja keinen zugemüllten Platz vorfinden. Im kurzgemähten Gras findet auch Volontärin Anne tatsächlich noch etwas - und freut sich.

Serie Rent-a-Redakteur:

Vereine stellen sich ehrenamtlich auch in den Dienst der Allgemeinheit, oft mit unzähligen unbezahlten Arbeitsstunden. Oftmals ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Zeit, dies zu ändern: Die Redaktion möchte mit der Serie Rent-a-Redakteur zeigen, was Vereine noch„nebenbei“ für andere leisten – für Mitbürger, ihre Gemeinde, Kinder, Senioren, Tiere, die Natur... Die Redaktion besucht Vereine, um dort mit anzupacken. Wer eine helfende Hand brauchen kann, meldet sich einfach per Mail (redaz[at]oberpfalzmedien[dot]de; bitteTelefonnummer angeben).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.