09.01.2019 - 12:12 Uhr
HirschbachOberpfalz

Altbürgermeister Georg Taubmann verstorben

Im elterlichen Anwesen in Achtel, wo er vor fast 84 Jahren das Licht der Welt erblickte, hat er am Dienstag die Augen für immer geschlossen: Dazwischen lag ein bewegtes Leben mit Höhen und Tiefen.

Georg Taubmann an seinem 80. Geburtstag am 11. Januar 2015.
von Pauline ReglerProfil

Georg Taubmann war einer der letzten Zeitzeugen, der miterlebte, wie Achtel 1945 kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche sank. Vielleicht hat er sich deshalb der Dokumentation dieser Ereignisse und des Stadion-Modellbaus in Oberklausen verschrieben. Zahlreiche Gruppen hat er zu den Resten des Nazi-Prestigeprojekts geführt.

Schon vor der Gebietsreform 1972 zog Georg Taubmann mit 27 Jahren in den Gemeinderat ein. Von 1990 bis 2002 stand er als Bürgermeister der Gemeinde Hirschbach vor. Bei der Partnerschaft mit Hirschbach in Thüringen und den Hirschbach-Treffen war er eine treibende Kraft. Er baute Freundschaften unter den Bürgermeistern auf; vor allem mit dem vor Jahren verstorbenen Willi Büttner.

Es ist leichter aufzuzählen, bei welchen Vereinen Georg Taubmann nicht war. Fast 40 Jahre lieh er seine Stimme dem Liederkranz Hirschbach. Mann der ersten Stunde war er im Motorsportclub Hirschbach und dort lange als Vorsitzender oder Schriftführer aktiv. Das war sein Metier: Mehr als 50 Jahren schrieb er für die Zeitungen in der Region.

In all den Jahren sammelte er ein fundiertes Wissen über die Geschichte seiner Heimat, auf das viele gerne zurückgriffen. Aus seiner Feder stammten die Texte für die ersten Prospekte, die der Verkehrsverein Hirschbach herausbrachte. Auch den Vorsitz führte er dort bis ins Jahr 2010. Schriftführer im Gartenbauverein, bei den Jagdgenossen oder Beisitzer im Förderverein Hirschbach machen die Liste noch lange nicht vollständig.

Beruflich betätigte er sich erst im Schreinerhandwerk, das er im väterlichen Betrieb erlernte. Seine Erfüllung fand er dann bei der Post; zuerst in der Zustellung und nach geschafftem Aufstieg als Schalterbeamter.

Trotz aller Verpflichtungen stand aber die Familie immer im Vordergrund. Das große Hochwasser 1971 war für Georg Taubmann ein einschneidendes Ereignis, denn dabei ertrank die 17-jährige Tochter Lydia. Seine Frau Gertrud ist bereits schon vor Jahren verstorben. Tochter Silke und Sohn Bernd mit ihren Ehepartnern waren ihm Stützen. Seinen sieben Enkelkindern widmete er gerne Zeit. Erst vor kurzem wurde er noch Urgroßvater.

Privat zog es Georg Taubmann gerne mal hoch hinaus, etwa auf den Watzmann. Das Berchtesgadener Land war sein bevorzugtes Urlaubsziel. Aber auch die heimischen Klettersteige hat er bestiegen. Wenn es dann hinterher eine deftige Brotzeit, ein Gläschen Wein und eine gute Zigarre gab, dann war die Welt für Georg Taubmann in Ordnung.

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