18.04.2019 - 15:39 Uhr
HirschbachOberpfalz

Gemeinde Hirschbach eigentlich fast schuldenfrei

"Wir stehen viel besser da als noch vor ein paar Jahren": Zu diesem Fazit liefert Bürgermeister Hans Durst auf einer Runde durch Achtel, Hirschbach und Pruppach die Details.

von Pauline ReglerProfil

Vor jeweils gut 20 Zuhörern referierte Bürgermeister Hans Durst in den drei Bürgerversammlungen dieses Jahres insgesamt sechs Stunden lang zur Lage der Gemeinde. Dabei blieben stets nur wenige Fragen offen.

Anstehende Investitionen

Zu den Finanzen berichtete er, dass die Gemeinde Hirschbach eigentlich fast schuldenfrei dastehe, wenn man Verbindlichkeiten und Rücklagen miteinander vergleiche. Aber natürlich müssten auch die Investitionen beachtet werden, die heuer zur Zahlung anstehen. Einige Straßenbaumaßnahmen sind vergeben und werden zur Zeit erledigt. Für das Freibad ist ein Kassenautomat bestellt, und eine Photovoltaikanlage soll auch installiert werden.

Nicht aus den Augen lassen wollte Durst das neue Feuerwehrauto für Hirschbach, das angeschafft werden müsse, weil das alte bereits 36 Jahre auf dem Buckel hat. Der nötige Platz für das neue Fahrzeug werde heuer im Feuerwehrhaus geschaffen.

Im Untergrund fallen auch regelmäßig Kosten an, die kaum kalkuliert werden können. Wasserrohrbrüche und Wasserverluste schlagen zu Buche, und auch die beiden Kläranlagen sorgen regelmäßig für erhebliche Ausgaben. Zur Zeit steht die Schlammräumung auf dem Programm, was für die Eschenfeldener Anlage eine Ausgabe von 200 000 Euro mit sich bringt.

Photovoltaik storniert

Für die Stromgewinnung in Hirschbach wäre die Photovoltaikanlage im Freibad hilfreich gewesen, aber die geplante Maßnahme sei wegen der Freiflächensystematik nicht durchführbar, weil es keinen entsprechenden Flächennutzungsplan gibt. Die bestellte Anlage sei schon storniert worden, und jetzt werde nach einer anderen Lösung gesucht.

Schwebendes Verfahren

Die Glas- und Dosencontainer am östlichen Ortseingang von Hirschbach sorgen regelmäßig für Ärger, weil uneinsichtige Zeitgenossen ihren Müll neben die Behälter stellen und so für unschöne Ansichten sorgen. Änderungen werde es vorerst nicht geben, aber der Bürgermeister war geneigt, von einem schwebenden Verfahren zu sprechen: "Vielleicht sollte doch ein anderer Standort dafür gefunden werden."

In Achtel wurde über das Prozedere bei Feuerstellen gesprochen, die bei Bedarf an die Integrierte Leitstelle gemeldet werden sollen, damit keine Feuerwehr versehentlich alarmiert wird. Die Praxis zeige, dass das trotzdem nicht funktioniert. Wer sichergehen will, dass er nicht für entsprechende Kosten aufkommen muss, sollte die Gemeinde oder die Polizei verständigen. Die ILS will sich auf derartige Meldungen nicht verlassen, weil es ja neben dem entsprechenden Flurstück auch noch andere Brände geben könnte.

Der geplante Radweg durch die Gemeinde sorgt schon länger für Gesprächsstoff. Die Hirschbacher hätten lieber eine kurze Verbindung durch das Dorf von West nach Ost. Der Verlauf ist noch in der Planung, er soll jedoch weitgehend auf bestehenden Feldwegen realisiert werden, wobei natürlich auch die Grundbesitzer an der Strecke einen ausgebauten Weg vorfinden würden. Im Ortsbereich von Hirschbach gibt es aus Platzgründen schon kaum Möglichkeiten. "Außer, man installiert den Weg über dem Bachbett", wie ein Bürger spaßeshalber vorschlug. Auf dem vorgelegten Plan sahen die Anwesenden zumindest keinen klar erkenntlichen Streckenverlauf. Daran soll noch gearbeitet werden.

Kein Sparen um jeden Preis

Haushaltstechnisch soll vor allem die Konsolidierung im Blickfeld bleiben. "Sparen um jeden Preis aber sicherlich nicht", versprach der Bürgermeister. Das Nahwärmeprojekt in Eschenfelden habe sich als gute Entscheidung erwiesen. Für den Sommer würde sich Hans Durst mehr Wärmeabnahme wünschen, aber das Freibad liege halt ein paar Kilometer zu weit entfernt. Andere Abnehmer in Eschenfelden seien momentan leider nicht verfügbar.

Bis zu 92 Leerstände

Gedanklich hat der Bürgermeister die aktuellen und drohenden Leerstände in der Gemeinde ermittelt und es dabei auf 92 Anwesen gebracht. Mit diesem Problem stehe die Gemeinde Hirschbach aber nicht alleine da.

Ein Alleinstellungsmerkmal besitze sie dagegen in der nach wie vor vielfältigen Natur und den Klettermöglichkeiten. Vor allem die Klettersteige bescherten ihr eine hohe Attraktivität für Wanderer und Erholungssuchende. Summa summarum steht die Gemeinde viel besser da als noch vor Jahren. Trotzdem müsse auf solide Haushaltsführung geachtet werden. Einige größere Maßnahmen sind ja schon angefangen oder vorbereitet, und weitere werden unabwendbar auf die Gemeinde zukommen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.