05.12.2019 - 15:12 Uhr
HirschbachOberpfalz

Klimawandel: Beim Wald langfristig denken

Die Hahnbacher Schreinerei Siegler und die Waldbesitzervereinigung (WBV) Sulzbach-Rosenberg hatten zu einer Exkursion Auf der Zandt (Gemeinde Hirschbach) eingeladen. Anlass war der bayernweite Tag des Schreiners.

Mit Interesse verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen der Wald- und Holzexperten.
von Josef IbererProfil

Fazit der Tour: Intakte Wälder sind nicht nur als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch als Rohstofflager, Kohlenstoff-/(CO2)-Speicher und als Erholungsgebiet für die Bevölkerung enorm wichtig. Laut Exkursionsleiter und WBV-Geschäftsführer Jörg Berendes bestehen 60 Prozent von Bayerns Wäldern aus Kiefern und Fichten. Sie seien im Klimawandel am anfälligsten.

Pilze und Schädlinge

Sturmschäden und andauernde Trockenheit seien gerade bei diesen Arten der Grund für Befall mit Pilzen und Schadinsekten. Mit den damit einhergehenden, teilweise großflächigen Rodungen fehle schützender Altbestand. Da solche Gebiete ohne Unterbau noch schneller austrocknen, ergäben sich ohne rechtzeitige Vorsorge Probleme bei der Neuanpflanzung. Eine wichtige Rolle im naturnahen Waldbau spielt laut Berendes die Humuswirtschaft. Tothölzer, Baumwipfel und Äste sollten bei der Holzernte als Humusquelle bewusst im Wald bleiben.

Nicht sich selbst überlassen

Man dürfe auch den Wald in manchen Situationen nicht sich selbst überlassen, betonte Berendes. Wenn die Natur nicht von sich aus die Schädlinge bekämpfe oder resistent dagegen werde, sei das Waldsterben nur schwer in den Griff zu bekommen. Der Gesetzgeber schreibe Schädlingsbekämpfung und auch die Wiederaufforstung vor. Die Waldbewirtschaftung basiere auf Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit und Ökologie.

Fehler merkt man erst spät

Hier muss nach Berendes' Worten in einem langen Zeitraum gedacht werden: Ein Waldzyklus dauere rund 100 Jahre. Fehlanpflanzungen würden sich erst in 20 bis 30 Jahren bemerkbar machen. Bei heimischen Baumarten könne ein Gelingen nur bis zu einer Erwärmung bis zwei Grad abgeschätzt werden.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.