21.11.2019 - 11:12 Uhr
HirschbachOberpfalz

Aus neun Bauplätzen in Riglashof wird jetzt nichts

Die Novembersitzung des Gemeinderats Hirschbach brachte überraschende Ergebnisse und teilweise kostenträchtige Folgen für die Zukunft. Wie gut diese Entscheidungen sind muss sich noch zeigen, aber dass sie teuer werden, dürfte klar sein.

Diese Ortsansicht wird sich vorerst nicht verändern, die Bauplätze die im Vordergrund geplant waren sind Geschichte.
von Pauline ReglerProfil
In diesem Bereich wurde die Straße verbreitert, die entfernten Büsche auf der linken Böschung führten zu der Anzeige.
Der neue Platz der Bushaltestelle hat auch eine Solarleuchte, die auch in der dunklen Jahreszeit für Licht sorgt.
Hinter dem "Drescherstodl" wird das Salzsilo aufgestellt.

Krankheitsbedingt gab es einige Lücken in den Reihen der Räte Aber Bürgermeister Hans Durst hatte ein beschlussfähiges Gremium zur Verfügung und das - wie sich zeigen sollte - wich in einigen Punkten von den Beschlussvorschlägen ab.

Eine überraschende Wende gab es etwa zum Baugebiet Ortsabrundung Riglashof. Die beabsichtigte Schaffung von neun Bauplätzen ist geplatzt. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange nahmen den Räten den Mut für diesen Bebauungsplan noch länger einzutreten - auch wenn in diese Maßnahme schon ein beachtlicher Betrag investiert wurde und die Erschließung mit einer Straße teilweise schon erfolgt ist.

Die Unterstützung des Vorhabens ist vor allem aus der Bürgerschaft in Riglashof minimal, um nicht zu sagen total entgegengesetzt. Darunter sind auch Verkäufer von Grundstücken, die das Vorhaben von Anfang an unmöglich hätten machen können. Erstaunlicherweise schlägt etwa die Regierung vor, lieber in Hirschbach oder Eschenfelden Bauland auszuweisen, weil da die Infrastruktur leistungsfähiger sei. Diese Entscheidungsträger haben scheinbar versäumt einen Blick ins Archiv zu werfen, denn dort wären Schriftstücke zu finden die genau das Gegenteil enthalten. Weil die Gemeinde im Landschaftsschutzgebiet liegt, werden sehr enge Grenzen um den Ortsbereich gezogen. So bestehen da nur sehr begrenzt Möglichkeiten in Lücken zu bauen, laut früheren Bescheiden der gleichen Behörde.

Widerstand der Bewohner

Nachdem nur der Bürgermeister und zwei Räte der Fortsetzung der Planung zustimmten, wird das Verfahren eingestellt. Da der Widerstand der Dorfbewohner, die per Rechtsanwalt gegen die Pläne vorgehen, massiv ist, dürfte das die richtige Wahl gewesen sein.

Warum das Vorhaben überhaupt auf den Weg gebracht wurde, blieb unbeantwortet. Beobacheter vermuten, dass es nur darum gegangen sein könnte, die Erschließung dieses Bereiches für größere Fahrzeuge voranzubringen. Dies sei nun verwirklicht. Immissions- und Emissionsgutachten hätte man sich in diesem Fall aber sparen können. Das gelte auch für den Grunderwerb durch die Gemeinde. Zudem gab es mit der Straßenverbreiterung an der Einfahrt von der Kreisstraße her eine bemerkenswerte Entbuschungsaktion, die der Gemeinde eine anonyme Anzeige bescherte.

Auch die Sanierung des Kindergartens brachte reichlich Gesprächsstoff. Wichtigste Frage war zunächst, welche von drei Varianten zu wählen sei. Zunächst soll ermittelt werden, was finanzierbar ist. Neben einer Generalsanierung wäre ein Neubau denkbar, aber auch ein Anbau an das bestehende Gebäude, um eine Kinderkrippe einrichten zu können. Dies ist fast unausweichlich, weil die Zuschüsse nur unter dieser Voraussetzung fließen.

Von den förderfähigen Kosten werden maximal 50 Prozent bezuschusst. Denkbare Lösungen wären, das bestehende Gebäude zu belassen und den Mehrzweckraum aufzugeben um dort die Krippe unterzubringen. Wenn man den Mehrzweckraum erhalten möchte, müsste es einen Anbau geben, der aber fast undenkbar ist, weil zu teuer. Dritte Alternative wäre noch ein Neubau direkt daneben, den man fertigstellen könnte, während der Kindergarten noch in Betrieb ist. Die beiden ersten Lösungen erfordern eine Übergangslösung, die auch mit Kosten verbunden ist, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Planungsbüro soll schätzen

Um die Entscheidung zu erleichtern, soll nun das Planungsbüro hauptsächlich die Versionen Sanierung mit Krippe ohne Mehrzweckraum sowie Neubau und eventuelle Ausweichmodelle schätzen. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat jedoch noch nicht. Wie schnell mit einer Lösung zu rechnen ist, lässt sich daher noch nicht sagen. Mit Kosten jenseits einer Million ist zu rechnen.

Aus dem Naturparkprogramm will die Gemeinde 2020 keine Leistungen in Anspruch nehmen. Bis Dienstag, 26. November,. müssen Sportler der Gemeinde zur Sportlerehrung im Frühjahr 2020 von ihren Vereinen oder Verbänden bei der Gemeinde gemeldet werden. Für die Jugendarbeit wird ein Fond von 1500 Euro eingerichtet. Daraus können Vereine jeweils bis zu 300 Euro bekommen, wenn sie am Jahresende Nachweise vorlegen können.

Die Bushaltestelle in Oberklausen hat mittlerweile den Standort gewechselt, das Bushäuschen ist an das westliche Ende des Parkplatzes gezogen, wo der Bus gefahrloser Passagiere aufnehmen kann. Auch der Platz für das bestellte Salzsilo ist vorbereitet: Es wird in Eschenfelden neben der Straße nach Ratzenhof aufgestellt.

Beschluss pro Bürgerbus:

Vorläufig halbes Jahr auf Probe

Die Vorstellung des Bürgerbusses war ein wesentlicher Punkt in der Sitzung des Gemeinderats von Hirschbach. Über den Sachstand informierte Bürgermeister Hans Durst ausführlich. Da in der VG seit einiger Zeit ein Gemeindebus rollt, entstanden Überlegungen, einen Bürgerbus einzurichten der Menschen im Gemeindebereich von A nach B bringen kann. Zunächst ist an eine Versuchsphase von einem halben Jahr gedacht. Über die große Bereitschaft, sich als Fahrer zur Verfügung zu stellen, freute sich Durst. Dieser Part wäre einigermaßen gesichert. Es müsse nur noch über Details gesprochen werden, weil die jeweiligen Fahrer auch einen Personenbeförderungsschein benötigen. Über einen Fragebogen wird das Interesse am Bus in der Bürgerschaft erfragt. Die Kosten wollen sich die Gemeinden Hirschbach und Königstein zur Hälfte teilen.Der Betrieb des Busses soll aus mehrerlei Gründen kostenlos erfolgen. Für den Anfang ist an einen Einsatz am Montag und Dienstag gedacht und er soll einmal aus der Kürmreuther Richtung nach Königstein fahren und das andere Mal von Hirschbach nach Königstein. Am Wochenanfang sind auch die Banken geöffnet und für verschiedene Besorgungen kann der Bus behilflich sein. Unbürokratisch soll er als Rufbus geordert werden können und auch gehbehinderten Bürgern eine Hilfe sein. Diese Einrichtung befürworteten die Räte. So kann im Frühjahr der Bus seinen Dienst aufnehmen. Nach einem halben Jahr wird dann Bilanz gezogen und darüber befunden, ob er beibehalten wird und ob er noch anders eingesetzt werden könnte. (rrd)

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