16.09.2021 - 09:51 Uhr
Höflas bei KemnathOberpfalz

Segen für neuen Glockenturm in Höflas

Lange hat es gedauert, bis die Bewohner von Höflas ihren neuen Glockenturm einweihen konnten. Seit fast zwei Jahren bildet er bereits die neue anschauliche Mitte des Dorfes. Jetzt erhielt er den Segen von Stadtpfarrer Thomas Kraus.

„Die Glocke soll festlich läuten bei frohen Anlässen, aber auch tröstlich, wenn uns ein lieber Mitmensch durch den Tod vorausgeht“, sagte Stadtpfarrer Thomas Kraus (stehend) bei der Segnung des Glockenstuhls in Höflas.
von Josef ZaglmannProfil

"Der Segen soll zunächst einmal denen gelten, die sich durch Wort und Tat dafür eingesetzt haben, dass in unserer Zeit so ein Gemeinschaftsprojekt zustande kommen konnte" sagte Pfarrer Thomas Kraus bei der Einweihung des neuen Glockenturms. Der Glockenstuhl sei kein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Er sei ein wichtiger Ort im Dorf mitten in dieser bewegten Welt. "Glocken werden heute manchmal von einigen wenigen als Ruhestörung empfunden. Aber die große Mehrheit unserer Bevölkerung spürt, dass sie zu unseren Traditionen und unserer christlichen Kultur gehören."

Vielleicht habe die Corona-Pandemie, die die Einweihung bisher verhindert hat, auch gezeigt, dass die Glocke mitten im Dorf stets neu daran erinnere, dass Gott die Wege des Lebens in Freude und Leid mit uns gehe, erklärte der Seelsorger. Die Gemeinschaft mit ihm stifte auch Gemeinschaft untereinander. "Mit dem heutigen Segen für euren Glockenstuhl sagen wir Gott Dank für das gelungene Werk und dafür, dass bei der Herstellung und bei der Aufstellung alles unfallfrei vonstatten ging", sagte Kraus.

1991 errichtet

Erstellt wurde der erste Glockenturm in Höflas 1991, am Ende der Flurbereinigung Höflas, die von 1986 bis 1991 dauerte. Ein großer Stein neben dem Glockenturm erinnert heute noch daran.

Im Laufe der Jahre wurde das Holz morsch. Der Holzwurm setzte immer mehr sein Zerstörungswerk fort. Michael Hautmann erkannte die Gefahr. Der alte Glockenturm wurde mit einem Autokran abgebaut. Dann setzte er sich zusammen mit seinem Sohn Peter vehement für einen Neubau ein

Zimmerermeister Gerald Kaschewski von der Ziegler-Group führte den Bau des neuen Glockenstuhls fachmännisch aus. Für größere Stabilität und längere Haltbarkeit verwendete er für die langen Pfosten Leimbinder aus Lärchenholz.

Gelöbnis des Urgroßvaters

Die obere Dachkonstruktion mit dem großen Kreuz aus Edelstahl konnte erhalten und wiederverwendet werden. Josef Ott lagerte die Glocke in seinem Haus ein. Sein Urgroßvater Anton Ott (1866 bis 1928) hatte sie gestiftet. Er hatte sieben Kinder. Sechs sind bereits im Kindesalter gestorben. Nur sein Sohn Johann überlebte. Als dieser in den Krieg ziehen musste, gelobte sein Vater: "Wenn er aus dem Ersten Weltkrieg wieder heimkommt, baue ich eine Kapelle." Als ihm dies nicht genehmigt wurde, errichtete er 1919 auf seinem Haus einen Turm mit einer Glocke. Eine Gravur in dieser Glocke erinnert heute noch daran: "Gestiftet von Anton und Margarete Ott, Höflas 1919. Heiliger Antonius bitte für uns." Als 1991 der Glockenturm in der Dorfmitte errichtet wurde, stiftete dafür sein Urenkel Josef Ott diese Glocke. Sie wird automatisch gesteuert und läutet dreimal am Tag: um 6 Uhr, um 12 Uhr und am Abend (im Winter um 18 Uhr, im Sommer um 19 Uhr.

"Die Kosten in Höhe von 18.000 Euro hat die Stadt Kemnath gern übernommen", betonte Bürgermeister Roman Schäffler. An Jürgen Braunreuther übergab er eine Spende. Nach der Segnung lud die Dorfgemeinschaft Höflas zu einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen ein.

Auch die Guttenthauer freuen sich über einen neuen Glockenturm

Speichersdorf
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