03.09.2020 - 15:18 Uhr
Höflas bei KirchenthumbachOberpfalz

Auf Spaziergang mit einem Alpaka

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Sie heißen "Apollo", "Teddy", "Merlin" und sind vor allem eins: flauschig und süß. 24 Alpakas und 2 Lamas gehören zum Hof von Familie Montag aus Höflas. Besucher dürfen die Tiere nicht nur knuddeln, sondern mit ihnen auch spazieren gehen.

Ein Bussi auf die flauschige Backe: Die Alpakas von Familie Montag sind zum Knutschen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Genüsslich kauen die Alpakas und Lamas von Familie Montag jedes Grasbüschel, das sie bei ihrem Spaziergang an der Leine erwischen. Hier und da rupfen sie im Vorbeigehen Blätter von Büschen, oder knabbern herumliegende Äpfel an. Die Unterkiefer kreisen, die hervorstehenden Zähne mahlen das stibitzte Futter klein. Immer wieder machen die Alpakas und Lamas plötzlich einen Abstecher auf die Wiesen, um frischen Löwenzahn zu ergattern. Gar nicht so einfach, die Tiere wieder zurück auf den Feldweg zu bugsieren. Der ein oder andere Teilnehmer an der Alpaka-Wanderung, die die Montags aus Höflas anbieten, hat da anfangs so seine Schwierigkeiten, denn die Tiere stemmen sich auch mal kräftig dagegen. Doch es dauert nicht lange, da haben sich Alpakas und Menschen aneinander gewöhnt, und alle marschieren den Feldweg entlang – der Sonne entgegen.

Ein Video zur Alpaka-Wanderung nahe Kirchenthumbach

 

Circa vier Kilometer weit führen die Gäste von Stefanie Voit-Montag (41) und ihrem Mann Jürgen Montag (47) die Alpakas und Lamas an diesem sommerlichen Mittwochabend. Der Weg führt entlang von Feldern durch ein kleines Waldstück und wieder zurück zur Alpaka-Ranch, die recht versteckt in Höflas bei Kirchenthumbach liegt. Während die Lamas elegant den steinigen Weg entlang schreiten, ist es bei den Alpakas eher ein Hoppeln. Die flauschigen Tiere mit der lustigen Frisur, den schwarzen großen Kulleraugen und dem Überbiss machen dabei immer wieder summende Geräusche. "Mh, mh, mh", ertönt es von hinten, "mh, mh, mh", antwortet ein Alpaka weiter vorne in der Gruppe. "Sie unterhalten sich", erklärt Besitzerin Stefanie Voit-Montag. Sie und ihr Mann haben sich in die Alpakas, zu denen auch zwei Fohlen - 7 und 8 Wochen alt - gehören, verliebt. "Sie sind einfach nett", betont die 41-Jährige. Seit dreieinhalb Jahren züchtet die Familie die Tiere nun schon auf ihrem Hof. Auf den Geschmack gekommen ist sie im Urlaub. Heuer sind sogar zwei junge Alpakas dabei, die Voit-Montag mit der Flasche groß gezogen hat: Apollo und Buddy. "Die Alpaka-Mamas sind gestorben", bedauert die Züchterin. Aber wie ist das eigentlich, wenn die Tiere spucken? "Alpakas spucken schneller als Lamas. Lamas warnen vor, holen Spucke hoch und schlucken sie wieder runter. Alpakas feuern sofort. Es ist aber eher ein Niesen", sagt Voit-Montag. "Wir sind nicht empfindlich", scherzt ein Teilnehmer der Wanderung. Eins schon mal vorweg: Bei diesem Spaziergang bekommt zum Glück nur Alpaka "Teddy" die Spucke eines anderen ab.

Auch im Landkreis Cham gibt es einen Alpakahof

Die Gruppe macht bei ihrer Tour auch mehrmals Pause, um die Tiere grasen zu lassen, oder um mit ihnen zu kuscheln. "Nicht küssen", sagt die 43-jährige Ulli lachend zu ihrem Alpaka, während sie Wange an Wange für ein Foto posiert. Ihre achtjährige Tochter Luisa ist auch dabei und führt ein eigenes Tier an der Leine. Die Familie kommt aus Fölschnitz im Landkreis Kulmbach und macht zusammen mit Freunden bei der Alpaka-Wanderung mit. Alle sind begeistert von den flauschigen Begleitern. "Ach Gott, sind die süß", ist an diesem Abend öfter zu hören.

Kurz vor einer Straße bremst Voit-Montag die Gruppe dann her. "Es fahren hier zwar nicht viele Autos, aber wenn, dann rasen sie", sagt sie und schaut lieber einmal mehr nach links und rechts, ob sich ein Auto nähert. Von dort ist es dann nicht mehr weit zum Hof der Familie. Ein kleines schwarzes Alpaka macht auf den letzten Metern noch ein paar Bocksprünge, bevor alle wieder zurück in das weitläufige Gatter dürfen. Dort ruhen sich die Tiere erstmal in ihrer Hütte aus und trinken ein paar Schlucke Wasser. "Schön war's", sagt Ulli, und auch die anderen Teilnehmer sehen glücklich aus. Ein Abschiedslied summt Alpaka "Fitzi" noch. Er liegt auf dem Holzbalken zum Eingang der Hütte, summt und macht knatternde Geräusche. "Der Fitzi singt", schmunzelt Voit-Montag. "Alpakas singen, wenn sie decken."

Hintergrund:

Das Alpaka

  • Zucht: Familie Montag züchtet zwei Alpaka-Typen: Huacaya und Suri. Das Fell der Suri-Alpakas besteht aus herabhängenden Strähnen, die wie Dreadlocks aussehen. Huacaya-Alpakas dagegen haben Kräuselungen im Fell und sind kuscheliger. Einmal im Jahr - meist im April - schert die Familie die Tiere. Geschlachtet werden dürfen sie in Deutschland nicht.
  • Wolle: Pro Alpaka kommen 4 bis 6 Kilogramm Wolle zusammen. Daraus fertigt Stefanie Voit-Montag unter anderem Mützen, Handschuhe und Bettdecken-Füllungen.
  • Auslauf: Alpakas benötigen viel Auslauf. "Ein Pärchen braucht 1200 Quadratmeter Platz", sagt Stefanie Voit-Montag. Da Alpakas gerne laufen, würden sie auch bis zu 60 Kilometer spazieren gehen. Die Tiere haben die Montags beim Veterinäramt anmelden müssen und sind gechipt.
  • Kosten: Bis zu 8000 Euro kostet eine Zuchtstute, ein Zuchthengst liegt sogar im fünfstelligen Bereich.
  • Kontakt zum Alpaka-Hof: Eine Tour mit den Tieren von Familie Montag kann wieder ab 2. September unter Telefon 09647/929442 oder 0171/7261988 gebucht werden. Weitere Infos: www.alpakas-thumbachquelle.de.
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