Godelmann setzt bei seinem Fuhrpark auf Gas

Die "Stein-Erfinder", wie sich das Unternehmen Godelmann und seine Mitarbeiter nennen, haben einen weiteren Schritt in die Zukunft getan. An der Werkszufahrt in Högling ist eine Gastankstelle für Schwerlastfahrzeuge eröffnet worden.

Ein Lastwagen der Firma Godelmann fährt auf das Firmengelände.
von Autor HOUProfil

Es war ein langer Weg bis zu der durch den bayerischen Finanzminister Albert Füracker (CSU) vorgenommenen Eröffnung. Die erste "Liquefied Natural Gas"(LNG)-Zapfanlage in der Oberpfalz hätte zunächst an einem ganz anderen Standort östlich der bei Högling (Gemeinde Fensterbach) stehenden Produktionsanlagen entstehen sollen. Doch dann regte sich Widerstand aus der Bevölkerung.

Noch bevor der Fensterbacher Gemeinderat über ein Bürgerbegehren befinden sollte, zog Firmenchef Bernd Godelmann im Vorjahr seinen Bauantrag zurück, ließ die Pläne ändern und errichtete die Tankstelle auf einem bis dahin als Großparkplatz dienenden Bereich vor seiner Werkszufahrt. Als sie jetzt für den Betrieb freigegeben wurde, sagte der Unternehmer: "Wir setzen auf Nachhaltigkeit und nutzen alle sich dazu bietenden Möglichkeiten."

An Europas Spitze vorstoßen

"Die Umstellung unseres Lkw-Fuhrparks auf Gas als Antriebsmittel ist eingebettet in die Klimastrategie unseres Hauses", unterstrich Godelmann. Dabei bezeichnete er es als Kernziel des Unternehmens, "Europas grünster Betonsteinhersteller zu werden". Transport und Logistik seien dabei wichtige Bereiche, um Energieverbrauch und Treibhausgasemmissionen zu reduzieren.

Vor die Zufahrt war ein rotes Band gespannt. Doch bevor er es durchschnitt, setzte Bayerns Finanzminister Albert Füracker zu lobenden Worten an. "Sie sind Pioniere", schrieb er den Unternehmerfamilien Godelmann ins Stammbuch bezeichnete die LND-Tankstelle als erste ihrer Art in der Oberpfalz und wertete sie "als Meilenstein in der nun bald 75 Jahre währenden Firmengeschichte." Insgesamt, so Füracker, gebe es bisher erst elf solcher Anlagen im Freistaat.

Tankstelle für andere offen

"Wir müssen uns Gedanken machen um die fossilen Brennstoffe", sagte der Finanzminister im weiteren Verlauf seiner Rede. Godelmann setze dabei Zeichen. "Für Sie", rückte Albert Füracker die Planungen des Firmenchefs in den Mittelpunkt, "ist Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit." Mit seinem Glückwunsch ("Es ist toll, eine solche Firma hier zu haben") verband der Minister die Hoffnung, "dass auch Lkw, die nicht zum Godelmann-Fuhrpark gehören, zum Betanken an diese Anlage kommen." Diese Möglichkeit besteht.

Der Feierlichkeit vor den Werkstoren wohnten drei Generationen der Inhaberfamilien bei. Allen voran Bernhard Godelmann sen., sein Sohn Bernd Godelmann jun. mit Ehefrau Silvia und beider Sohn Max.

Unternehmen in Prag übernommen

Erst vor wenigen Tagen hatte die Unternehmensgruppe Godelmann ein weiteres Zeichen für ihren Expansionskurs gesetzt. Sie übernahm die in Prag ansässige Firma Gravelli und damit eine Beton-Manufaktur, die sich auf Möbel, Waschbecken und Wohn-Accessoires spezialisiert hat. "Gravelli passt zu unserer Strategie", ließ Bernd Godelmann in einem Gespräch anklingen und fügte hinzu, dass man sich nun auch "dem Innenausbau intensiver zuwenden", wolle. Die Produktion von Gravelli in Prag wird aufrecht erhalten. Dort sind momentan 13 Mitarbeiter tätig.

Auf internationalem Pflaster

Fensterbach
Drei Generationen der Unternehmerfamilien durchschnitten zur Eröffnung einer Gastankstelle das rote Band: (von links) Bernhard Godelmann sen., Bernd Godelmann jun. und dessen Sohn Max. Rechts daneben Bayerns Finanzminister Albert Füracker und der Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler.
Hintergrund:

Die Gastankstelle

  • Die Godelmann-Gastankstelle kommt ohne festes Betriebspersonal aus. Lkw-Fahrer müssen selbst zum Zapfhahn greifen. Bezahlt wird an einem Automaten.
  • Das Gas ist auf eine Temperatur von Minus 160 Grad herabgekühlt.
  • Der Preis für den Betriebsstoff wird nach Kilogramm berechnet. Ein Kilo Gas kostete am Eröffnungstag 1,58 Euro. "Hier hat es in jüngster Vergangenheit enorme Kostensteigerungen gegeben", informierte Firmenchef Bernd Godelmann. (hou)
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