Das hätten sich die Jungs von "Rundumadum" wohl nicht erträumen lassen, als sie die Band vor fast zehn Jahren gründeten: Drei Tage hintereinander ein Aufritt in Sri Lanka vor 2000 bis 3000 Zuschauern. Deshalb hört sich das Resümee von Gitarrist Stefan "Beff" Breitschaft auch wie das eines Fußballers nach dem Gewinn des WM-Pokals an: "Wir können noch keine definitive Antwort geben, wie es war. Wir müssen erst noch mal richtig darüber schlafen. Das klingt zwar etwas klischeehaft, aber ist wirklich so."
Aber wie ist es zu dem Engagement im knapp 21 Millionen Einwohner zählenden Inselstaat überhaupt gekommen? Andreas "Rais" Bauriedl klärt auf: Im Freizeitressort Waters Edge in Colombo gab es im vergangenem Jahr erstmals das "Oktoberfest @ The Arcade" - eine asiatische Form der Wiesn quasi. 2017 spielte eine neuformierte Gruppe mit Regensburger Musikern, die auch heuer wieder hätte auftreten sollen. Zeitlich klappte es aber nicht und so empfohlen die Regensburger den Verantwortlichen die Truppe "Rundumadum".
Fast wäre das musikalische Abenteuer aber gescheitert, denn das Fest war ursprünglich auf Anfang Oktober terminiert. Als alles schon fix vereinbart war - Flüge, Visa und Unterkunft, die es für die Band neben einem Obolus gab, waren schon gebucht -, sagten die Verantwortlichen sechs Tage vorher ab. "Ein sehr wohlhabender Nachbar (des Ressorts; Anm. d. Red.) hat Anzeige erstattet", erklärt der 25-jährige Bauriedl. Es folgte ein richterlicher Beschluss, der die Pläne für das asiatische Oktoberfest wegen Ruhestörung zu nichte machte. Zumindest für eine kurze Zeit. Denn die Verantwortlichen planten um, verlegten die Location und schoben die Veranstaltung auf Ende Oktober. Für den Techniker der Musikgruppe und drei der vier Bandmitglieder kein Problem. Allerdings musste der Schlagzeuger aus zeitlichen Gründen absagen. Ein Ersatzdrummer aus Beilngries war aber schnell gefunden.
Und so spielte "Rundumadum" all das, was sie normal auf Kirwan, Bockbierfesten und Faschingszügen in der Region zum Besten geben: Schlager, Rock, Ballermann-Hits und natürlich bayerische Lieder. Die Jungs aus der Oberpfalz brachten die Menschen aus Sri Lanka nicht nur zum Schunkeln, sondern lernten ihnen auch den Holleriddndoddndaddn-Tanz.
Jeden Abend wechselten sich "Rundumadum" mit lokalen Bands ab. Drei Stunden standen die Oberpfälzer jeden der vier "Oktoberfest"-Abende auf der Bühne. Sie sollen für den bayerischen Flair sorgen. In den Musikpausen gab es aber auch einen Hotdog-Wettessen. Nicht ganz so bayerisch. Dafür hat Live-Musik in Sri Lanka laut Bauriedl einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland. Davon ließen sich auch die Oberpfälzer anstecken. Der 26-Jährige Breitschaft sagt: "Ganz unanstrengend war es nicht. Wenn die einheimische Band angefangen hat zu spielen, sind wir permanent zu fünft auf der Tanzfläche rumgehüpft." Das Fest in Sri Lanka sei schwierig damit zu vergleichen, "was bei uns daheim abgeht, die Musik reißt die Leute gefühlt viel mehr mit". Klar, dass sich die Jungs eine Wiederholung vorstellen können. Schließlich werben die Oberpfälzer schon seit längerem auf ihrer Homepage mit dem Satz: "In Bayern daheim, in der Welt zu Hause."



















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