30.06.2019 - 14:04 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburg füllt seinen Marktplatz mit Heimat

Was ist "Heimat"? Darauf mag jeder seine ganz eigene Antwort haben. Was sie darunter verstehen, zeigen viele kleine Kunstwerke auf dem Marktplatz Hohenburg.

Die Kinder haben den geometrischen Mittelpunkt genau mit einem Fadenkreuz gefunden - da ist unsere Heimat
von Paul BöhmProfil

Heimat ist ein besonderes Gut, das heute vielen Menschen fehlt: So sehen es Klaudia Nießl und Petra Grieb-Lange, die heuer die Ausstellung organisiert haben. Heimat sei die Identifikation mit dem Elternhaus, dem Ort und der Gegend, wo man aufgewachsen, wo man zur Schule gegangen und, soweit es der Beruf möglich macht, auch wohnen kann. Heimat sind nach den Worten der Organisatorinnen aber auch die Menschen, in deren Umfeld wir uns wohl fühlen.

Zum Thema Heimat haben sich Menschen aus allen Altersschichten in Hohenburg Gedanken gemacht. Ihr Gedanken kann man jetzt am Marktplatz bildhaft bestaunen.

Jung und Alt beteiligt

Ein vielseitiges Thema also. Man sollte sich in den nächsten Wochen ein wenig Zeit nehmen, um sich die vielen kleinen Kunstwerke anzusehen - sie auch einmal zu hinterfragen und auf sich wirken zu lassen. Es sind Arbeiten von jungen und älteren Künstlern, angefangen von den Kindergartenkindern von St. Jakob, aus der Mittagsbetreuung der Grundschule, von ganzen Familien bis hin zu Menschen, die sich Hohenburg bewusst als ihren Lebensmittelpunkt ausgesucht haben. Aus dem benachbarten Velburg hatte Wolfgang Preibisch die Idee vor einigen Jahren mit nach Hohenburg gebracht. Die Hohenburger fanden sie so schön, dass sie die Velburger fragten, ob sie es erlauben, diese Idee auch auf der anderen Seite des Truppenübungsplatzes aufzugreifen.

Heuer haben sich Klaudia Nießl und Petra Grieb-Lange zusammen mit Michaela Schaller und den Kindern der Mittagsbetreuung die Heimat als Thema ausgesucht. Die verschiedenen Gedanken dazu haben Formen angenommen. Die Verantwortlichen sehen die Ausstellung als eine Bereicherung für Hohenburg an. Sie freuen sich darüber, dass wieder so viele kreative Menschen zusammen gefunden haben, die das Thema aufgegriffen haben.

Heimat ist für diese drei Mädchen da, wo ihr Herz schlägt - natürlich in Hohenburg.

"Wou's Herz schlägt"

"Hoamat is dou, wou's Herz schlägt, ob gebürtig oda zuagroast": So hat die Familie Kiebel ihre Heimatgedanken betitelt. "Mein Heimatort" nannten Corina und Daniela Troidl zusammen mit Marion Irlbacher ihr Hohenburger Heimatbild. "Doa bin i dahom", war die Leitidee für die Kindergartenkinder von St. Jakobus mit ihrer Leiterin Brigitte Semmler samt Team. An die verlorene Heimat erinnert eine Interpretation bei der Gedenktafel an die Gebietsverluste für den Truppenübungsplatz Hohenfels. Bildhafte Gedanken um den Erhalt der Heimat machte sind Bianca Spies. Und Anne, Anton, Luisa und Ludwig Weiß haben ihre Lebensfäden in Hohenburg kreuzen lassen. "Wir sind die Heimat", formuliert es Stilla Gradl mit ihrem kleinen Kunstwerk. Und Klaudia Nießl sagt: "Daheim bin ich, fest verankert."

Für diese beiden Jungs ist die Heimat der Schlossberg mit der einstmals mächtigen Hohenburg.
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