16.05.2019 - 16:10 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburg will Sitz der Naturparkverwaltung

Ein Marktladen mit flexiblen Öffnungszeiten und die Sanierung der Friedhofsmauer sind Punkte der Marktratssitzung in Hohenburg. Zu Beginn aber vertreten zwei Räte ihre Meinung über eine spezielle Angelegenheit vehement.

Der Markt Hohenburg ist mit seinen vielen Umweltprojekten - wie dem Fledermaushaus - geradezu prädestiniert, den Sitz der Verwaltung des Naturparks Hirschwald zu übernehmen, das wurde in der Marktratssitzung deutlich.
von Paul BöhmProfil
Wohl ein kostenträchtiges Unterfangen ist die Sanierung der historischen Friedhofsmauer in Hohenburg, hieß es im Marktrat. Rechts im Bild die Salvatorkirche.

Deutliche und mahnende Worte zugleich wurden bei der Sitzung des Marktgemeinderates in Hohenburg sowohl von Sebastian Schärl als auch von Josef Gmach gesprochen. Der Markt Hohenburg hat mit seinem Engagement für Artenschutz bereits jetzt hohe Qualitätsstandards erreicht. Um diese weiterhin zu optimieren, erwarten beide auch, dass die Gemeinde beim Sitz der Naturparkverwaltung im Naturpark Hirschwald nicht übergangen wird. Die beiden Markträte sehen die Gemeinde als "Lehrmeister in Sachen Biodiversität" nicht nur für die Region, sondern für ganz Deutschland. Zumindest im Hinblick auf den Schutz der Großen Hufeisennase falle Hohenburg und dem Naturpark Hirschwald eine herausragende, nationale Rolle zu, betonten die Lokalpolitiker.

Als Alleinstellungsmerkmale nannten beide die Auszeichnungen 2017 und 2018 für Hohenburg als erste Natura-2000-Gemeinde in Deutschland und die Verleihung „Große Hufeisennase und Fledermaushaus“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Für die Marktgemeinde seien diese Auszeichnungen wichtige Sympathieträger, legte Bürgermeister Florian Junkes nach. In einem Schreiben an Umweltminister Thorsten Glauber stellte Markt- und Kreisrat Schärl mit Blick auf den Sitz der Naturparkverwaltung fest, dass die Fledermausart Große Hufeisennase nicht durch Gesetze überleben konnte, sondern nur durch die Besonderheiten des Hohenburger Naturerbes und der Bewahrung und Vernetzung ihrer Lebensräume.

In der Sitzung empfahl Schärl als Strategie für die Gemeindeentwicklung die Vernetzung von Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. Die Vermittlung von Wissen zur Biologischen Vielfalt wirke hier sehr gut als innovativer Imageträger, hieß es. Für Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Schulprojekte, Förderung des ökologischen Bewusstseins in der Öffentlichkeit könne die Gemeinde mit ihren Leerständen an Immobilien Unterkunft für ein Biodiversitätszentrum als Umweltbildungsstätte in der Region bieten und zugleich den Ortskern beleben. Auf eine Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplanes Oberpfalz Nord wird von Seiten des Marktgemeinderates verzichtet, so die Beschlussfassung dazu.

Die Sanierung der Friedhofsmauer in Hohenburg, ein kostenträchtiges unterfangen, soll noch heuer angegangen werden. In Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro und dem Landesamt für Denkmalpflege geht es jetzt darum, in den nächsten Monaten ein schlüssiges Konzept zu erstellen.

Zum Thema Marktladen informierte Bürgermeister Florian Junkes über das Befragungsergebnis zur Nahversorgung in Hohenburg. Als eine nahezu hundertprozentige Zustimmung könne den zurückgegebenen Fragebogen die unbedingte Verbesserung der Hohenburger Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs entnommen werden. Wie Bürgermeister Florian Junkes informierte, ist die Ladenöffnung für Freitag, 5. Juli, vorgesehen.

Aus einer Bürgerbefragung in den vergangenen Wochen sind etwa ein Drittel der Fragebögen zurückgesandt worden. Die Bürger hatten die Möglichkeit sowohl zur Erreichbarkeit des Marktladens als auch zu der Versorgungssituation in Hohenburg Anregungen zu geben. Mehr als 90 Prozent der Befragten sprachen sich mit einem klaren „Ja“ dafür aus, den Marktladen zu nutzen. Die Haupteinkaufszeiten sollen über den ganzen Tag verteilt sein. Aus dem Befragungsergebnis kann entnommen werden, dass die Hohenburger derzeit zum Einkaufen nach Schmidmühlen, Ursensollen und Amberg fahren. Weniger genannt wurden hingegen die Einkaufsmöglichkeiten in Kastl, Rieden und Kümmersbruck.

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