2019 war ein gutes Jahr für den Natur- und Artenschutz. So bewertet es der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) in einer Pressemitteilung. Der Grund: Das "Volksbegehren Artenvielfalt - Rettet die Bienen", für das sich fast 1,8 Millionen Menschen ausgesprochen hatten. 2019 könnte "langfristig als Jahr der Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt in Bayern eingehen", sagt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer. Entscheidend sei aber eine "ausreichende Finanzierung und konsequente Umsetzung" des vom Landtag im Juli 2019 verabschiedete Paket aus Volksbegehrensgesetz, Begleitgesetz und Maßnahmenkatalog. Bezogen auf einzelne Arten und Lebensräume zeichnet der LBV für das Jahr 2019 ein gemischtes Bild aus Gewinnern und Verlierern.
Die Gewinner
Zu den größten Gewinnern gehört eine extrem seltene Fledermausart, die in der Oberpfalz beheimatet ist: die Große Hufeisennase. Sie reproduziert in ganz Deutschland nur in einem einzigen Gebäude in Hohenburg (Kreis Amberg-Sulzbach). Wie der LBV mitteilt, ist der Bestand im Fledermaushaus im Sommer 2019 mit 205 erwachsenen Tieren auf einen neuen Rekordwert angestiegen.
Seit längerem gut läuft es für den Weißstorch, dessen Brutbestand in Bayern mit fast 100 Neuansiedlungen im zurückliegenden Jahr auf über 630 Storchenpaare angestiegen ist. Das sind zehn Mal so viele wie vor 30 Jahren.
Auch den Luchs zählt der LBV zu den Gewinnern des Jahres. Der öffentliche Druck und die erstmalige Verurteilung eines Luchsmörders hätten dazu geführt, dass die illegale Verfolgung dieser Tierart deutlich zurückgegangen sei und sich der Bestand langsam ausdehne.
Zudem sind 2019 auch die bayerischen Bestände der im Freistaat sehr seltenen Vogelarten See- und Fischadler, Kranich und Wiedehopf weiter angewachsen.
Die Verlierer
Die Liste der Verlierer führen laut LBV die Brutvogelarten feuchter Wiesen und Weiden an. Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel und Uferschnepfe haben aufgrund von Lebensraumverlust, Störung und Prädation in Bayern in den allermeisten Brutgebieten schon seit vielen Jahren nicht mehr ausreichend Bruterfolg, um ihren Bestand zu halten.
Große Sorge macht sich der LBV auch um die Zukunft der Wälder. Rekordhitze und -dürre und die hierdurch hervorgerufenen Massenvermehrungen beispielsweise des Borkenkäfers haben im vergangenen Jahr zum Absterben von Fichten, aber auch Kiefern und Buchen geführt. "Es sieht danach aus, dass der Klimawandel unsere Wälder schon jetzt mit voller Wucht trifft", sagt Schäffer.
Der Naturschutzbund appelliert beim Bemühen um mehr Artenschutz auch an die Bauern in Bayern. "Wir wollen mit den Landwirten zusammenarbeiten. Aber nur mit Traktoren um den Block zu fahren, wie es jetzt die Bewegung 'Land schafft Verbindung' tut, ist zu wenig", sagte LBV-Landeschef Norbert Schäffer dem "Münchner Merkur". Landwirte müssten sich auf Veränderungen einlassen, denn weder mit der Nitratbelastung noch mit dem Verlust an biologischer Vielfalt könne es so weitergehen.
Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern wirft der Staatsregierung derweil Mutlosigkeit und Zaghaftigkeit beim Klimaschutz vor. "Wir stellen eine Symbolpolitik fest, aber wenn es konkret wird, dann wird die sogenannte Verbotskeule ausgepackt", sagte BN-Landeschef Richard Mergner am Montag in München. (jut/dpa)













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