Passau
16.12.2020 - 21:42 Uhr

Hunderte Atteste ausgestellt - Polizei durchsucht Arztpraxis

Ermittler der Kripo durchsuchten am Mittwochvormittag eine Arztpraxis in Passau. Der dort praktizierende Arzt steht im Verdacht, unrichtige Atteste zur Befreiung von der Tragepflicht einer Mund-Nase-Maske ausgestellt zu haben.

Am Mittwochvormittag durchsuchten Beamte eine Arztpraxis im Passauer Stadtgebiet. Aus dieser Praxis sollen hunderte Atteste stammen. Bild: mp
Am Mittwochvormittag durchsuchten Beamte eine Arztpraxis im Passauer Stadtgebiet. Aus dieser Praxis sollen hunderte Atteste stammen.

Die Polizei hat eine Arztpraxis im Passauer Stadtgebiet durchsucht. Laut Meldung des Polizeipräsidiums Niederbayern, stellten die Einsatzkräfte am Mittwochvormittag Patientenunterlagen, PCs, Laptops und sonstigen Speichermedien sicher. Die Kripo wertet die Gegenstände aus. Ersten Erkenntnissen zufolge stellte der Arzt mehrere 100 Atteste für Patienten im ganzen Bundesgebiet aus. Die überwiegende Mehrheit ging jedoch an Personen aus niederbayerischen Landkreisen.

Im Oktober 2020 hatte ein Busfahrer aus dem Landkreis Freyung-Grafenau den Fall ins Rollen gebracht. Er informierte die Polizei weil eine Schülerin ein Attest vorzeigte, dessen Echtheit er bezweifelte. Die Staatsanwaltschaft Passau leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein. Mittlerweile führt die Kriminalpolizeiinspektion Passau Ermittlungen wegen zahlreichen Verdachtsfällen aus den Landkreisen Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau und Rottal-Inn.

Deutschland und die Welt14.04.2021

Für das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse sieht das Strafgesetzbuch ein Strafmaß von Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor. Wer ein solches Attest gebraucht, kann sich laut Polizei ebenfalls strafbar machen. Hierfür droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.