12.11.2019 - 17:08 Uhr
Ilsenbach bei PüchersreuthOberpfalz

Jäger nehmen sich in die Verantwortung

Mit einer beeindruckenden Hubertusfeier schließt der Jagdschutz- und Jägerverband Weiden-Neustadt/WN das Jahr ab. Nach einem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche St. Quirin feiert der Verband im Gasthaus Miedl weiter.

Die Kreisgruppe des BJV mit Vorsitzendem Hans Dittrich (von links) ehrt Wolfgang Meierhöfer (für 25 Jahre), Lorenz Enslein (für 40 Jahre), Eva Greim (für 25 Jahre) und Jürgen Weigle (für 40 Jahre).
von Hans MeißnerProfil

Zu einem Jagdverband gehört auch eine Jagdhornbläsergruppe. Die Kreisgruppe Weiden-Neustadt/WN des Landesjagdverbandes (BJV) hat gleich zwei davon, und beide mischten bei der Hubertusfeier mit. Das Jagdhornbläsercorps Windischeschenbach war für das Anblasen vor dem Gottesdienst verantwortlich. Die musikalische Gestaltung übernahm dann die Bläsergruppe Weiden/Neustadt. In seiner Predigt in der Hubertusmesse ging Ruhestandspfarrer Franz Winklmann auf die Naturnähe der Jäger ein, die ein Geschenk sei. Der heilige Hubertus, der Schutzpatron der Waidleute, habe durch seine Begegnung mit einem Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz zwischen den Geweihstangen trug, die Überzeugung gewonnen, dass er in seinem Leben etwas grundlegend ändern müsse. Auch er selbst, so erzählte Winklmann, habe kürzlich ein prägendes Erlebnis in der Natur gehabt: Auf einem Spaziergang sei er in ein Waldstück gekommen, in dem der Borkenkäfer gewütet hatte. Das habe seine Gedanken zum Klimawandel geführt und zu der Überzeugung: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Menschen müssen nach den Worten des Predigers ihre Haltung zur Umwelt ändern und sich dabei gegenseitig unterstützen. „Wir brauchen eine Umkehr!“ Der heilige Hubertus möge dabei als Ansporn dienen.

Zur eigentlichen Hubertusfeier war der Saal im Gasthaus Miedl gefüllt. Vorsitzender Hans Dittrich freute sich über den überaus guten Besuch. Der Landesjagdverband Bayern sei die letzten Monaten ins Gerede gekommen, berichtete Dittrich. Mittlerweile lasse der Präsident seine Ämter ruhen. Eine außerordentliche Delegiertenversammlung habe einen Befriedungsvorschlag des BJV-Präsidiums angenommen, demzufolge alle Fragen aufgeklärt werden und das gesamte Präsidium neu gewählt wird. "Die Querelen sind beseitigt und im März wird es auf Landesebene Neuwahlen geben. Damit müsste wieder Ruhe im Jagdverband einkehren", so der Vorsitzende.

In aller Munde ist derzeit der Klimawandel und in diesem Zusammenhang auch der Umbau des Waldes. Oftmals wird laut Dittrich auch eine intensivere Bejagung gefordert. "Wir stehen grundsätzlich dazu, aber nur, wenn nachgewiesen ist, dass ein überdurchschnittlicher Verbiss stattgefunden hat." Ein stabiler Mischwald sei auch ein Wunsch der Jäger. "Bei der Diskussion und bei Entscheidungen wollen wir aber dabei sein, wir wollen beteiligt werden, damit wir weiterhin eine waidgerechte Jagd gewährleisten können", meinte Dittrich.

Der Vorsitzende stellte die Frage in den Raum, ob Veränderungen technischer Art wie die Nachtzieloptik in die Jagd sinnvoll integriert werden kann, oder dabei die Ethik bei der Jagd auf der Strecke bleibt. Auf der Schwarzwildjagd könne sie manch schlechten Schuss vermeiden, aber mittlerweile gebe es schon Forderungen, diese Technik auch für die Jagd auf Reh- und Rotwild zu genehmigen. "Nicht alles, was möglicherweise irgendwann erlaubt sein wird, müssen wir als verantwortungsbewusste Jäger auch einsetzen", meinte Dittrich jedoch. "Zeigen wir den Menschen draußen, dass wir gerne auf die Jagd gehen, der Natur verbunden sind und nicht die sind, die Tiere nur aus Lust und Habgier töten, sondern vielmehr die, die die Bestände regulieren, um die Artenvielfalt zu bewahren."

Ehrungen:

Die Kreisgruppe Weiden-Neustadt/WN des Landesjagdverbandes (BJV) ehrte bei der Hubertusfeier langjährige Mitglieder. 40 Jahre sind Lorenz Enslein und Jürgen Weigle nun schon Mitglied der BJV-Kreisgruppe . Seit 25 Jahren sind Eva Greim und Wolfgang Meierhöfer dabei. Für die Geehrten gab es Urkunden und Ehrennadeln.

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