Immenreuth
19.06.2026 - 16:10 Uhr

Bayern führt Wassercent ein: Gemeinderat Immenreuth kritisiert neue Abgabe

In Bayern wird der Wassercent von zehn Cent pro Kubikmeter eingeführt, was zu einem Anstieg des Wasserpreises führt. Die Gemeinde Immenreuth ringt mit der Umsetzung und sucht transparente Lösungen.

In Bayern muss künftig der sogenannte Wassercent bezahlt werden. Dieser beträgt zehn Cent pro Kubikmeter. Nach der Vorgabe der Bayerischen Staatsregierung muss dieser bereits ab 1. Juli dieses Jahres von den Gemeinden abgeführt werden. Mit einigen Regelungen der Vorgabe konnte sich der Gemeinderat Immenreuth in seiner Sitzung am Donnerstag nicht anfreunden.

Die Verbrauchsgebühr für den Wasserbezug wurde im Januar 2025 für den Kalkulationszeitraum bis einschließlich 2028 von 1,50 auf 2,80 Euro angehoben. Nach den Worten von Bürgermeister Thomas Kaufmann wird nun gefordert, den Wassercent über den Wasserpreis zu erheben, de facto den Wasserpreis auf 2,90 Euro zu erhöhen.

Nicht verschleiern

Mit rund 12.000 Euro werden damit die Gemeinde und ihre Bürger jährlich mehr belastet. Den Wassercent möchte Kaufmann entgegen den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums im Sinne der Haushaltsführung separat ausweisen und nicht verschleiert im Abgabepreis verstecken. Als Grund nannte er, dass der Wassercent als durchlaufender Posten nicht bei der Gemeinde verbleibt, sondern direkt an die Staatsregierung für Maßnahmen zum Trinkwasser-, Gewässer- und Hochwasserschutz weitergeleitet wird. Den Wassercent müsse grundsätzlich jeder bezahlen, der Grund- oder Oberflächenwasser entnimmt.

Auf Nachfrage teilte Bürgermeister Kaufmann mit, dass der Wassercent zunächst als Vorleistung von der Gemeinde getragen werde. Eine Entscheidung, wie er auf die Verbraucher umgelegt werde, sei derzeit noch offen und in der Klärung, vor allem auch deshalb, weil der Wassercent keine Verbrauchsgebühr sei.

Eine andere Baustelle in der Gemeinde sind die Schlaglöcher in Straßen. So verwies Dritter Bürgermeister Bernhard Söllner (CSU) auf den Zustand der Straße von Döberein nach Alm-Hofstetten hin. „Die großen Löcher sind eine Gefahr für die Radfahrer“, betonte er. Das Gleiche gilt nach seinen Worten für die Straße von der Tiefenlohe zum Naturerlebnisbad. „Wir versuchen, sie zu flicken“, versicherte Bürgermeister Thomas Kaufmann. In Erwägung zog er auch eine Oberflächenverstärkung dort, wo es erforderlich wird.

Drohnenüberflugverbot

Immer wieder stellte Gemeinderätin Sandra Lautner (FW) Drohnenflüge über ihrem privaten Grundstück fest. Sie bat deshalb, im Mitteilungsblatt der Gemeinde auf das geltende Überflugverbot hinzuweisen. Sie machte zudem auf schlecht verfugte Bordsteine beim Busbahnhof aufmerksam. Für Radfahrer können sie zu einer Falle werden, führte sie aus. Weiter regte Sandra Lautner an, für den Defi einen ganztägig zugänglichen Platz zu finden. Zurzeit ist er im Rathaus untergebracht und nur während der Öffnungszeiten greifbar.

Das gemeindliche Einvernehmen erteilte der Gemeinderat dem Bauantrag für die Erweiterung eines Balkons am bestehenden Wohnhaus auf der Flurnummer 412 in der Gemarkung Punreuth.

Bürgermeister Kaufmann informierte in der Sitzung weiter über den im Februar vergebenen Auftrag zur Sanierung der Schachtabdeckungen an die Firma ABS Meiler aus Wernberg-Köblitz zum Angebotspreis von 658 Euro pro Schachtabdeckung. An die gleiche Firma ging der Auftrag für die Oberflächensanierung der Gemeindeverbindungsstraße von Plößberg nach Döberein. Der damalige Angebotspreis von 22.077,50 Euro wurde nach der nun vorgelegten Abrechnung mit 22.729,60 Euro leicht überschritten.

Im April erhielt die Firma Ludwig-Feuerschutz aus Bindlach den Auftrag, Schutzanzüge des Modells Novotex-NTI-Multiflex zum Kaufpreis von 23.207,52 Euro zu liefern. Die drei Wehren der Gemeinde tragen nun einheitliche Anzüge. Daraus ergibt sich laut Kaufmann der Vorteil, Schutzanzüge nach Bedarf zwischen den Wehren auszutauschen. Hingewiesen wurde außerdem auf die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Gehwege und Straßen.

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