11.03.2019 - 17:38 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

CSU feiert und mahnt

Der CSU-Ortsverband feierte 70. Geburtstag. Der Festakt war eine Rückschau auf sieben erfolgreiche Jahrzehnte, aber auch ein Aufruf an alle politischen Parteien, zum Wohle der Region zusammenzuarbeiten.

von Bernhard KreuzerProfil

In den Vordergrund rückte am Sonntag beim Jubiläum der Immenreuther CSU im Pfarrheim die Europawahl im Mai. Neben mehreren Festrednern hieß Ortsvorsitzender Lothar Porst unter anderem Abordnungen der Ortsverbände aus Kemnath, Kastl, Kulmain, Brand und Mehlmeisel sowie Vertreter von 13 Vereinen willkommen.

Der "Archivar" des Ortsverbandes, Hermann Melzner, hatte die von Porst vorgetragene Chronik verfasst. Über die 70-jährige Geschichte der Immenreuther CSU (wir berichteten) hinaus beleuchtete Melzner eingehend die Lebensbedingungen der Nachkriegsjahre. Zwei Autos gab es im Ort, keine befestigten Straßen, zur Schule ging man zu Fuß, ins Krankenhaus fuhr man im Winter mit dem Pferdeschlitten, und die Landwirte versorgten die Bevölkerung mit dem Nötigsten. Der Kampf ums Überleben stand im Vordergrund. Heute gibt es alles in Hülle und Fülle, so das Resümee am Schluss.

Der Rückblick war gleichzeitig die Erfolgsgeschichte einer Partei, deren Mitglieder als Gemeinderäte, Bürgermeister oder Kreisräte die Kommune geprägt haben, betonte Lothar Porst. Dies auch dank einer guten Zusammenarbeit im Ortsverband und der Bevölkerung.

Diese Zusammenarbeit auf der Ortsebene über Parteigrenzen hinaus beschwor Festredner Andreas Meier. "Auf lokaler Ebene sollten wir uns nicht von dem Auf und Ab der Koalition in Berlin anstecken lassen", beschwor der stellvertretende Bezirksvorsitzende. In schweren und anspruchsvollen Zeiten gelte es zusammenzuhalten und keine Parteifloskeln zu verteilen. Die Nordoberpfalz bezeichnete Meier als eine Schicksalsgemeinschaft, als einen Raum der lange belächelt worden und das Armenhaus Bayerns gewesen sei.

Statt Arbeitslosigkeit herrsche jetzt Vollbeschäftigung. Der Neustädter Landrat führte dies nicht alleine auf Förderprogramme zurück, sondern auf die Gemeinsamkeit. An diese Solidarität appellierte er auch nach der Kommunalwahl 2020. "Wichtig für die Region ist es, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen", betonte er, aber auch: "Ich bin nicht froh, dass die SPD in Bayern bei sechs Prozent liegt." Die Schwäche der großen Volkspartei sei die Stärke der extremen Ränder.

Die Demokratie könne auch in Gefahr geraten und müsse verteidigt werden, ergänzte Tobias Reiß, parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag. Die Feststellung galt insbesondere dem Aufstieg der AfD. Einen besonderen Wert sah er in der geleisteten Arbeit der CSU vor Ort und wandte sich damit an die Jubilare. Er rief dazu auf, Europa "gegen die Dumpfbacken von links und rechts" zu verteidigen.

Den Kontinent stabil zu halten, galt der Aufruf von Christian Doleschal, CSU-Kandidat für die Europawahl. Europa müsse ein starker Kontinent bleiben, auch wenn er von innen angegriffen werde. Doleschal beschwor die Einheit der Europäischen Union. Als Beispiel dienten die seit Jahren guten Verbindungen zu Tschechien. "Deutschland ist im Herz Europas angekommen", sagte er und sprach seinen Wunsch aus, die Region in der Zukunft kräftig mitgestalten zu können.

Die 70-jährige Geschichte des CSU-Ortsverbandes haben viele Jubilare geprägt. Mit Urkunden und einem Präsent wurden sie geehrt. Für 55 Jahre Treue nahm sie Hermann Melzner entgegen. 45 Jahre gehört Martin Bauer der CSU an. Die Urkunde für 40 Jahre erhielten Hermine Heinl, der erkrankte Josef Deyerling und postum Hans Unterburger. Josef Hecht, Alois Schönfelder und Heinrich Thurn sind vor 35 Jahren beigetreten, Anton Dötterl vor 20 Jahren.

Den offiziellen Teil der Geburtstagsfeier eröffneten die Mehlmeisler Dorfmusikanten mit einem schmissigen Marsch und schlossen ihn mit der Bayern- und Deutschlandhymne.

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