03.02.2020 - 16:11 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Gemeinde Immenreuth mit noch viel Potenzial

"Die letzte Wahlperiode war wohl eine der schwierigsten überhaupt." Dennoch konnte Vorsitzender Eberhard Besold in der Auftaktveranstaltung der Wahlwerbetermine der Immenreuther Freien Wähler dieser Zeit etwas Positives abgewinnen.

FW-Vorsitzender Eberhard Besold (links) sprach die zurückliegenden Probleme, aber auch die aktuelle Aufwärtsentwicklung der Gemeinde an.
von Arnold KochProfil

Eberhard Besold erinnerte im Feuerwehrgerätehaus an die Ereignisse um den Bürgermeister. "Zunächst schien alles bestens, bis sich dann Ende 2017 die Ereignisse überschlugen. Wir alle wurden betrogen und belogen." Doch die Fraktionen im Gemeinderat seien dadurch enger zusammengerückten. Mit den Freien Wählern (FE) habe die Kommune mit notwendigen Kompromissen die existenzielle Krise bewältigt.

Jahrelanger Stillstand

Die FW-Fraktion habe die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes, aus dem Bebauungspläne entwickelt werden können, mit auf den Weg gebracht. Es seien erfolgreich Grundstücksverhandlungen speziell für das Baugebiet "Steinäcker" geführt worden, die wie der Breitbandausbau nahezu vollständig abgeschlossen wurden. "Auch künftig wollen wir über Parteigrenzen hinweg die Zukunftsaufgaben meistern, bürgernahe, vorausschauende und sachorientierte Politik betreiben", versicherte der Redner. Nach jahrelangem Stillstand seien die Planungen für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Plößberg-Günzlas (2020), Ahornberg-Poppenberg (2021) und Lenauer Straße (2022) fertig und Zuschussanträge gestellt. Zudem liefen Planungen zur Aufnahme in ein Sonderförderungsprogramm zur wegemäßigen Erschließung von Weilern. Die Dorferneuerung Mühlweg habe begonnen, die Baumaßnahme beim Anwesen Buchbinder müsse forciert werden. Vorrang habe auch die Sanierung der Ahornberger und Punreuther Quellen.

Zum Rathaus führte Besold aus, dass dessen Sanierung ohne Zuschuss erfolgen müsste. 2013 sei dafür eine Million Euro im Raum gestanden, die sich heute auf ein Vielfaches summieren würden. Dazu liege ohne Ratsbeschluss ein Ingenieurvertrag aus 2013 vor. Das Angebot der Sparkasse als neue Variante werde der künftige Gemeinderat prüfen. Sofern das alte Rathaus als solches nicht mehr genutzt werde, könnte es über das Programm "Innen statt Außen - Leerstand im Ortskern" mit bis zu 90 Prozent gefördert werden.

VG-Beitritt kostenmäßig prüfen

Der von der SPD ins Gespräch gebrachte Beitritt zur VG Kemnath müsse - wie die Mitgliedschaft im kommunalen Prüfungsverband - kostenmäßig untersucht werden. Nach Besolds Recherchen würde ein Beitritt 39,70 Euro/Einwohner, also rund 72 000 Euro, und einen Jahresbeitrag von rund 1 800 Euro kosten. Für alle sonstigen Leistungen gelte ein Stundenhonorar von 146 Euro. Erklärtes FW-Ziel sei, mit einer guten Mischung aus zwölf jungen und erfahrenen Kandidaten die beiden Ratssitze auszubauen oder zumindest zu halten.

Der FW-Vorsitzende verurteilte den Twitter-Tweed des SPD-Bürgermeisterkandidaten über den FW-/CSU-Bewerber Thomas Kaufmann, dem unverantwortlich kriminelle Machenschaften unterstellt werden. Kaufmann stelle vielmehr als Verwaltungsfachmann und erfahrener Kämmerer die Idealbesetzung für das Amt des Rathauschefs dar.

"Die Gemeinde hat noch viel unentdecktes Potenzial. Wir stehen bei weitem nicht so schlecht da, wie manche es darstellen", erklärte Kaufmann mit Verweis auf Kindergarten, Schule, Einstieg in den Straßenbau, große Arbeitgeber, neue Bauplätze und gute Infrastruktur. Die Gemeinde habe über 2 Millionen Euro an Stabilisierungshilfe erhalten und genieße damit auch zukünftig höhere Zuschusssätze. Kaufmann wünschte sich einen handlungsfähigen und kompromissbereiten Gemeinderat.

Landratskandidat Ely Eibisch bestätigte der Kommune gute Lebensverhältnisse sowie gute Chancen für eine erfolgreiche Zukunft. Er wolle auf runde Tische setzen, um unterschiedliche Meinungen zu diskutieren, sowie Jugend und Senioren gleichermaßen einbinden. Zum Abschluss stellte Besold die FW-Kandidaten vor. In der Diskussion beantwortete Eibisch Fragen zur Krankenhausfinanzierung und Erstversorgung.

FW-Vorsitzender Eberhard Besold.
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