10.02.2020 - 11:01 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Gemeinde Immenreuth steht gut da

Für die Immenreuther CSU ist der Kommunalwahlkampf eine sachliche Auseinandersetzung mit den Themen. Dieser Grundsatz prägte die erste Wahlversammlung am Samstag im voll besetzten Ahornberger Feuerwehrgerätehaus.

Für die Immenreuther CSU ist der Kommunalwahlkampf eine sachliche Auseinandersetzung mit den Themen. Dieser Grundsatz prägte die erste Wahlversammlung am Samstag im voll besetzten Ahornberger Feuerwehrgerätehaus.
von Bernhard KreuzerProfil

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht vermied in seinem Bericht, auf die Programme und besonders auf die Beiträge in den sozialen Medien der anderen Parteien einzugehen. Vielmehr hob er die Leistungen der Gemeinde und die anstehenden Aufgaben heraus. "Vieles wurde auf den Weg gebracht", sagte er zu laufenden Maßnahmen wie Sanierung des Mühlwegs, bei dem spätestens im April die Arbeiten weitergehen. Das Buchbinder-Areal werde in dieser Woche vermessen. Eine Schotterschicht werde auf den Parkplatz aufgebracht, im hinteren Bereich entstehe ein Funktionsgebäude.

Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses werde in drei bis fünf Jahren realisiert, versicherte Hecht. In Einklang gebracht werden müssten noch die Meinungen zur Schlauchtrocknung. Trockenanlage, Schlauchturm oder Kooperation mit einer dritten Wehr wären Alternativen. Mit der Feuerwehr in Kemnath stehe die Gemeinde im Gespräch. Da dort ein neues Gerätehaus gebaut werden solle, wäre eine gemeinsame Anlage denkbar. Ein derartiger Zusammenschluss würde die Baukosten und den Grundstücksbedarf verringern. "Ein Riesenproblem für die Telekom ist der Telefonanschluss für das Gerätehaus in Plößberg. Nur ein paar Handgriffe wären erforderlich", meinte der amtierende Rathauschef.

Breiten Raum schenkte Hecht der Diskussion um das Rathaus. Eine ganze Lawine habe eine Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt im Frühjahr ausgelöst und die Gemeinde zum schnellen Handeln gezwungen. Empfohlen wurde laut Hecht die Containerlösung. Weniger damit zu tun hatte der Kauf zweier Baugrundstücke auf der gegenüberliegenden Seite. Deren Bebauung habe das Landratsamt in der Vergangenheit abgelehnt. Um kein unbebaubares Grundstück in der Ortsmitte zu kaufen, sei in der Bauvoranfrage "Rathausneubau" als Baugrund angegeben worden.

Sanierung: 2 Millionen Euro

Zu den nun vier möglichen Varianten führte Hecht aus, dass die Sanierung des bestehenden Rathauses der Gemeinde rund 2 Millionen kosten würde. Ebenso ein Umbau zum "Haus des Gastes", der aber mit 90 Prozent bezuschusst werde. Vereinszimmer könnten eingerichtet und das Gebäude als Jugendheim oder Sitzungssaal genutzt werden. Wie beim Buchbinder-Anwesen habe Kämmerer Thomas Kaufmann Fördermaßnahmen ausgelotet. Aus dem Programm "Innen statt Außen" würden hier die Mittel fließen. Ein großes Fragezeichen setzte Hecht hinter einem Beitritt zur Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kemnath. Die ersten Gespräche dazu habe es gegeben. Die Unterlagen für die Möglichkeiten Neubau oder Sanierung altes Rathaus, Beitritt zur VG Kemnath oder Erwerb des Sparkassengebäudes werden zur Entscheidung für den neuen Gemeinderat erstellt. Ein Erwerb des Sparkassengebäudes würde die langfristige zahnärztliche Versorgung vor Ort sichern.

Steinäcker: Bald bauen möglich

An der positiven Entwicklung der Gemeinde will Thomas Kaufmann als Bürgermeister weiter arbeiten. Der Kandidat von CSU und Freien Wählern wehrte sich gegen die ständig negativen Darstellungen der Kommune. Diese stehe gut da, betonte er mit Verweis auf zahlreiche Freizeiteinrichtungen, laufende und geplante Maßnahmen, Verkehrsanbindungen und schulische Einrichtungen. Der eingereichte Flächennutzungsplan habe bereits mit dem Erhalt des Dorfladens ein positives Ergebnis gebracht.

Wenn alles nach Plan laufe, könne heuer noch mit dem Bauen im Baugebiet Steinäcker begonnen werden. Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Zweifelau/Ost liege beim Landratsamt zur Genehmigung. Die Sanierungen der Trinkwasserquellen stehen an.

Seine Ziele hat Kaufmann in sechs Punkten niedergeschrieben. Zu den Gemeindefinanzen führte er zudem aus, dass "eklatante Mängel" aus früheren Jahren aufgearbeitet werden und ein Kredit aufgenommen werden mussten. Der Schuldenabbau konnte nur durch 2 Millionen Euro Stabilisierungshilfen und Nutzung aller Förderungen geschafft werden. Diesen Weg der Weiterentwicklung will Kaufmann als Bürgermeister weitergehen. Dabei setzt er auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller Kräfte.

Die Notwendigkeit, einen Immenreuther Vertreter in den neuen um 10 auf 50 Räte verkleinerten Kreistag zu entsenden, hob Kreisrat Bernhard Söllner hervor. Er legte eine positive Bilanz des Landkreises vor. Ein Garant für diese Weiterentwicklung sei Roland Grillmeier als neuer Landrat.

Bürgermeisterkandidat Thomas Kaufmann (rechts) und Zweiter Bürgermeister Josef Hecht (Zweiter von links) beleuchteten die Situation in der Gemeinde Immenreuth. Mit im Bild Ortsvorsitzender Lothar Porst (links) und Kreisrat Bernhard Söllner (Zweiter von rechts).
Hintergrund:

Keine Rückkehr für Heinz Lorenz

Nicht ins Rathaus wird der suspendierte Bürgermeister Heinz Lorenz zurückkehren, auch nicht am 1. Mai als Kämmerer. Zu den kursierenden Gerüchten gab Zweiter Bürgermeister Josef Hecht auf Nachfrage nur insoweit Auskunft, dass Lorenz weiter gekürzte Dienstbezüge von der Gemeinde erhält. Bis 30. April als Bürgermeister und ab 1. Mai als Kämmerer. Wie lange er Bezüge aus der Gemeindekasse bekommt, ist von der Dauer des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht abhängig.

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