19.03.2019 - 16:05 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Gewinne angemessen besteuern

Sowohl bei den Mitglieder- als auch bei den Beratungszahlen legt der VdK zu. Das berichtete Kreisvorsitzender Georg Brand in Immenreuth. Aber auch die Anzahl der Jubilaren, die dort Siegfried Kotlar ehrte, konnte sich sehen lassen.

Dritter Bürgermeister Eberhard Besold (links), Kreisvorsitzender Georg Brand und Ortsvorsitzender Siegfried Kotlar (hinten von rechts) ehren Christa Frauenholz, Gerlinde Kreuzer, Rainhard Hautmann, Christof Pürner, Max-Josef Philipp und Willibald Haberkorn (von links) für ihre Treu zum VdK.
von Jürgen RauchProfil

Siegfried Kotlar legte in der Jahreshauptversammlung nach dem Totengedenken und dem Protokoll von Schriftführer Johann Kreuzereinen einen ausführlichen Jahresbericht vor. Aktuell seien im VdK-Ortsverband 237 Personen registriert, berichtete der Vorsitzende. Er zählte jeweils fünf Vorstandssitzungen und Besuche von Veranstaltungen des Kreisverbands. Elf Mitgliedern sei zu runden Geburtstagen gratuliert worden. Auch viele Kranken- oder Altenheimbesuche standen auf den Programm. Bei der Sammlung "Helft Wunden heilen" seien 1146 Euro gesammelt worden. Bei den Heldengedenktagen in Immenreuth und Ahornberg habe der Ortsverband Kränze niedergelegt.

Ziel des VdK sei es, Armut und Ausgrenzung wirksam zu bekämpfen und gute Lebensverhältnisse zu schaffen. Kotlar glaubt, dass die Politik hier noch sehr weit von einer zufriedenstellenden Lösung entfernt sei, da jede Partei ihr eigenes Süppchen koche.

Kreisvorsitzender Georg Brand sprach von einer stark ansteigenden Mitgliederzahl. Zur Zeit seien in Bayern über 690 000 Personen Mitglied. In der Oberpfalz seien es 64 000, davon engagierten sich 16 000 im Ehrenamt. Kernthemen werden auch in diesem Jahr Rente, Gesundheit, Behinderung und Altersarmut sein. Es werde versucht, weiterhin Druck auf die Politik auszuüben, um Missstände zu bereinigen. Vor allem in der stationären Pflege gebe es großen Handlungsbedarf.

Brand prangerte ebenfalls an, dass die Krankenkassen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 21 Milliarden Euro horteten. Viele sinnvoller sei es, dieses Geld zum Wohle der Versicherten auszugeben. Der VdK begrüße Pläne, aus Steuermitteln eine Grundrente zu finanzieren. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben, und trotzdem ein niedrige Rente erhalten, zu unterstützen. Um die Finanzierung dieser und anderer Sozialleistungen auf eine breite Basis zu stellen, brauche es eine Reform der aktuellen Steuerpolitik. Unternehmensgewinne müssten angemessen besteuert werden. Auch multinationale Konzerne, die in Deutschland ihr Geld verdienen, müssten endlich Abgaben zahlen.

Brand sprach sich auch auf eine Erhöhung des Mindestlohns auf über 12 Euro aus, damit Altersarmut überhaupt nicht entstehe. Auch eine Erweiterung der gesetzlichen Rente zu einer Erwerbstätigenversicherung, in der auch Selbstständige, Politiker und Beamte einzahlen, würde für sozialen Ausgleich sorgen.

Der Kreisvorsitzende berichtete von einem Anstieg der Beratungen in der Kreisgeschäftsstelle um 1339 auf nun 5775. Auch die Zahl der Widersprüche habe um etwa zehn Prozent zugenommen. 2018 seien für Mitglieder Nachzahlungen, Beihilfen und Zuschüsse in Höhe von 644 816,60 Euro erwirkt worden, ein Anstieg um über 200 000 Euro. In Bayern seien gar 48 Millionen Euro erstritten worden. Den Mitgliedern riet Brand, sich bei Fragen oder Problemen einen Beratungstermin in Wiesau geben zu lassen.

Dritter Bürgermeister Eberhard Besold dankte dem VdK für die erbrachte Arbeit. Dieser sei der größte und wichtigste Sozialverband und Anlaufstelle für Fragen zu Rente sowie Pflege.

Hintergrund:

10, 20 und 25 Jahre

Mit drittem Bürgermeister Eberhard Besold und Kreisvorsitzendem Georg Brand zeichnete Ortschef Siegfried Kotlar folgende Jubilare aus: 10 Jahre Mitglied sind Helmut Besold, Herbert Etterer, Willibald Haberkorn, Gerlinde Kreuzer, Hans Stahl, Klaus und Veronika Michalske, Max-Josef Philipp, Christof Pürner und Albert Reger. Doppelt so lange sind Christa Frauenholz, Rainhard Hautmann, Werner Melzner und Otto Veigl dabei. Auf 25 Jahre blicken Klaus Kohlschmidt sowie Josef und Ursula Pilvousek zurück. Im Schlusswort dankte Kotlar Brand und der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit.

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