08.05.2020 - 13:29 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

"Großer Umbruch"

In der konstituierenden Sitzung des neuen Immenreuther Gemeinderats steht die Vereidigung des neuen Bürgermeisters und der neuen Räte an. Es gibt auch eine Neuerung.

von Bernhard KreuzerProfil

Die Amtskette des Bürgermeisters trägt nun der bisherige Geschäftsleiter und Kämmerer der Gemeinde Thomas Kaufmann. Er setzte sich bei der Stichwahl am 29. März mit 639 zu 522 Stimmen gegen Adrian Scheitler von der IWG durch. Josef Hecht, der als Zweiter Bürgermeister fast drei Jahre als amtierender Rathauschef die Geschicke der Gemeinde leitete, überreichte Kaufmann in der ersten Sitzung des neu gewählten Gemeinderates am Donnerstag die Amtsinsignie. Josef Hecht trug die von Gabriele Sieber gestiftete Kette aus verständlichen Gründen nicht, wie er bei der Übergabe betonte. Als Grund ließ er erkennen, dass ihm dies als stellvertretendes Gemeindeoberhaupt nicht zugestanden sei.

Die letzte Amtshandlung von Hecht war es, Kaufmann als Ersten Bürgermeister zu vereidigen, allerdings ohne den üblichen Handschlag - Corona verhinderte dies. Dieser und auch der Handschlag für die neuen vereidigten Gemeinderäte werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Treue dem Grundgesetz und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung der Amtspflichten schworen im Anschluss sechs neue Gemeinderäte. Der neu gewählte Erste Bürgermeister Thomas Kaufmann nahm ihnen den Diensteid ab.

Vereidigt wurden Lothar Porst und Reinhard Etterer (beide CSU), Gerhard Tretter und der ehemalige Bürgermeister Peter Merkl (beide SPD) sowie Markus Schmid (Freie Wähler) und Adrian Scheitler (Immenreuther Wählergemeinschaft – IWG).

„Wir haben einen großen Umbruch“, betonte Kaufmann. Den neuen Gemeinderäten sprach er seinen Dank aus, für das Gemeinwohl einzutreten, und freute sich auf die künftige Zusammenarbeit. Kaufmann nutzte aber auch die Gelegenheit, Hecht Dank für seinen Einsatz in den zurückliegenden Monaten zu sagen. Es war nach seinen Worten eine Zeit, in der es viel aufzuarbeiten und zu kämpfen gab. Ein Umstand, der auch die kommenden Jahre noch prägen werde. In dieser schwierigen Zeit habe er sich als Geschäftsleiter auf den Zweiten und Dritten Bürgermeister, Josef Hecht und Eberhard Besold, verlassen können. „Ihr habt mir unheimlich unter die Arme gegriffen und geholfen, die Gemeinde wieder voranzubringen.“ Als Dankeschön hatte er für jeden einen Geschenkkorb mit in die Mehrzweckhalle mitgebracht.

Bernhard Söllner, neuer Fraktionssprecher der CSU, gratulierte als erster dem neu gewählten Gemeindeoberhaupt. „Du übernimmst in einer nicht einfachen Zeit das Ruder unserer Kommune, wofür dich sicherlich nicht jeder beneidet“, hob Söller hervor. Außerdem betonte er, dass in den vergangenen sechs Jahren ein sehr kollegiales und faires Miteinander gepflegt worden sei. Eine besondere Anerkennung sprach er der scheidenden Fraktionskollegin Maria Frauenholz aus und sagte: „Besonders schade fand ich in diesem Zusammenhang, dass zukünftig keine Frau mehr unserem Gremium angehören wird.“

Weiter wird Hecht als Zweiter Bürgermeister in der Verantwortung stehen. Er wurde in geheimer Wahl mit acht Stimmen in seinem bisherigen Amt bestätigt. Sein Gegenkandidat war Adrian Scheitler von der IWG. Sie begründete den Anspruch mit seinem guten Abschneiden bei der Stichwahl und seiner Qualifikation im Bauwesen, was gerade bei den anstehenden Projekten von Nutzen sei. Fünf Gemeinderäte stimmten für Scheitler. Dies entspricht den zwei Sitzen der SPD und der drei der IWG im Gemeinderat.

Das neue Gremium lehnte einen Antrag, auf einen Dritten Bürgermeister zu verzichten, ab. Im November 2017 hatte der Gemeinderat aufgrund der längeren Erkrankung und dem später suspendierten Bürgermeister Heinz Lorenz die Gemeindeordnung geändert. Die personellen Probleme wurden damals durch diesen Schritt abgemildert. Als erfahrenem Kommunalbeamten wurde Gemeinderat Eberhard Besold dieses Amt übertragen. Diese Verantwortung erhielt er erneut am Donnerstag mit acht Stimmen. Ins Rennen geschickt wurde wiederum Adrian Scheitler. Auch hier votierten fünf Gemeinderäte für ihn.

Der Entscheidung zur Wahl eines Dritten Bürgermeisters lag die Tatsache zugrunde, dass Bürgermeister Thomas Kaufmann mit der Hälfte seiner Tätigkeit Verwaltungsaufgaben wahrnehmen muss, damit die noch anstehenden Problemfelder aufgearbeitet werden und die begonnen Projekte reibungslos fortgesetzt werden können. Der Anteil für Verwaltungsarbeiten lag in der Vergangenheit bei 20 Prozent. Seinen beiden wiedergewählten Stellvertretern komme deshalb eine besondere Bedeutung bei der Übernahme administrativer Angelegenheit zu.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.