13.03.2020 - 12:05 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Herausforderung Wasser

Kreisfachberater Harald Schlöger referiert beim Obst- und Gartenverein Immenreuth über den Klimawandel und seine Folgen für die Pflanzenwelt.

Harald Schlöger verdeutlicht anhand einer Grafik den Anstieg der Temperatur.
von Bernhard KreuzerProfil

Auf die geänderten klimatischen Verhältnisse müssen die Gartenfreunde Rücksicht nehmen. Bei der Auswahl von Pflanzen ist dies wichtig, um für die neuen Herausforderungen die richtige Wahl zu finden. Der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Harald Schlöger, betrachtete das Thema Klimawandel in seinem Referat "Trockenheitsverträgliche und hitzetolerante Gehölze und Stauden" in der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins näher. "Man weiß nicht, was klimatisch auf uns zukommt", hob er hervor. Er warnte vor der Leugnung des Klimawandels: Gewisse Stellen würden teuer bezahlte Studien in Auftrag geben, um den Klimawandel zu bestreiten.

Anhand von Grafiken unterlegte er die ernsthafte Entwicklung. Die Temperatur steigt, die Sonnentage werden mehr, Niederschläge im Sommer fehlen, die Böden trocknen aus, richtige Winter gibt es nicht mehr. Eine Antwort müsse in manchen Gebieten Deutschlands auf den bereits um 20 Meter gesunkenen Grundwasserspiegel gefunden werden. Alle Möglichkeiten, Regenwasser für die Bewässerung des eigenen Gartens aufzufangen, sollten genutzt werden.

Grund ist die geänderte Verteilung von Niederschlägen in einer aufgeladenen Atmosphäre. Überschwemmungen im Staubereich der Gebirge und Trockengebiete auf der anderen Seite lösen sich gegenseitig ab. "Das Wasser wird kostbar und eine Herausforderung für die Kommunen", gab er zu bedenken.

Unter der Trockenheit und Erwärmung leiden die Pflanzen: Blätter bekommen eine Braun- bis Violettverfärbung, Pflanzen werden anfällig gegen Krankheiten, Sonnenbrand bei Früchten tritt auf, Krankheiten und Schädlinge wandern ein oder werden eingeschleppt, die nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden könnten.

All dies schränke die Auswahl an Bäumen und Pflanzen ein. "Allerweltsarten" könnten nicht mehr gepflanzt werden. Pionierpflanzen wie die Birke verlieren bereits im August die Blätter. Aus diesem Grund werden Pflanzen und Bäume aus anderen klimatischen Gebieten zur Erforschung angepflanzt.

Wärmebedürftige Obstarten sind geeignet für die künftigen Anforderungen. Gewinner bei den Pflanzen sind jene mit silbrigem Blattwerk. Sie kommen aus Regionen mit geringen Niederschlägen und sind gegen UV-Strahlen geschützt. Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören Dank ihrer unterirdischen Speichermöglichkeiten ebenso dazu.

Wärmeliebende Obstgehölze sind Maulbeerbaum, Echte Mispel, Edelkastanie, die Pastorenbirne oder Novemberbirne.

Herkunftsversuch Buche Ob Obstbäume oder Bäume für den Waldbau, auf großen Versuchsflächen werden gegen Trockenheit und Wärme resistente Bäume gesucht. Eine große internationale Versuchsfläche für Buchen befindet sich bei Königskron. Buchen aus Schottland bis Griechenland von Polen bis Frankreich sind dort zu finden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.