11.02.2020 - 10:44 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Immenreuth mit Herz zum Blühen bringen

Die Gemeinde soll nach der Kommunalwahl aufblühen. Symbolisch dazu verteilte die neugegründete Immenreuther Wählergemeinschaft (IWG) 900 Tütchen mit Blumensamen. Eine große Resonanz erfuhr ihre Auftaktveranstaltung im Sportheim.

Adrian Scheitler (vorne, Dritter von links) möchte ein Bürgermeister zum Anfassen sein. Er zieht mit einem jungen Team, das die IWG in der Auftaktveranstaltung erstmals präsentierte, in den Kommunalwahlkampf. Bei der Nominierungsversammlung war ein Großteil der Kandidaten verhindert gewesen.
von Bernhard KreuzerProfil

"Weil uns Immenreuth wichtig ist und uns die Zukunft der Kinder am Herzen liegt, sind uns der Wirtschaftsstandort und die Infrastruktur nicht egal", erklärte IWG-Vorsitzender Ludwig Melzner zu Beginn der Versammlung. Wichtige Punkte für ihn waren die Förderung der Vereine, Respekt vor dem Ehrenamt, das Einhalten von Versprechen, ein "transparenter Bürgermeister" und Gleichbehandlung aller Bürger.

"Wir werden kein Versprechen geben, das wir nicht halten können", betonte Melzner. Statt viele teure Flyer für die Papiertonne habe die IWG lieber ihr Geld nachhaltig in den Kindergarten und ein blühendes Immenreuth investiert.

In einer leidenschaftlichen Rede erläuterte Bürgermeisterkandidat Adrian Scheitler, wie er die Gemeinde Immenreuth nach vorne bringen möchte. Er wolle einmal ein Rathauschef zum Anfassen, transparent, unabhängig und ohne Geheimniskrämereien sein. Auf den Säulen Bürger, Verwaltung und Personal, Bau und Sanierung sowie Familien und Soziales wolle er sein Amt stellen.

Aktive Bürgerbeteiligung

Man müsse kein Kämmerer gewesen sein, um Bürgermeister zu werden, "das muss man mit Herzen sein", meinte Scheitler. Daher beabsichtige er, eine aktive Bürgerbeteiligung einzuführen. Das Thema Rathaus wäre ein solcher Anlass. Als Zumutung erachtete er den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Immenreuth. Dieser werde seit zwölf Jahren vor sich hergeschoben und jetzt für den Wahlkampf genutzt. Der Redner prangerte den bröckelnden Boden und die nicht gewährleisteten Unfallverhütungsvorschriften an.

In sein Blickfeld geriet ebenso die seit drei Jahren geforderte Sanierung des Punreuther Gerätehauses. Anfänglich wollte die Gemeinde dafür nur zehn Prozent Zuschuss gewähren. Nach dem Austausch vieler Argumente trage sie alle Kosten, berichtete Scheitler.

Eines seiner Anliegen ist die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen. Die Gemeinde solle nicht mehr gewerbliche Ferienprogramme fördern, sondern die finanziellen Aufwendungen der Jugendarbeit der Vereine zukommen lassen. Der Jugendbeauftragte solle mit ihnen ein Angebot ausarbeiten, damit während der gesamten Sommerferien Tage für die Kinderbetreuung sichergestellt werden. Ausflugsfahrten in den Nürnberger Zoo seien nicht ausgeschlossen.

"Wir, die IWG, haben schon einen Seniorenbeauftragten. Er hat schon viele Angebote ausgearbeitet", kündigte Scheitler an - ebenso die Festigung des Schulstandortes. Die Agenda des Kandidaten beinhaltet zudem ein Netzwerk, in dem Bürger sich gegenseitig helfen oder ihre Hilfe anbieten. Warum solle es den Zukunftsgedanken einer koordinierten Hilfe nicht geben, fragte Scheitler.

Container: Kauf billiger

Eine Gegenrechnung legte der geprüfte staatliche Bautechniker zu den angemieteten Containern für die Gemeindeverwaltung vor. Diese hätten bei gleicher Ausstattung für 100 000 Euro gekauft und nach drei Jahren wieder für 50 000 Euro verkauft werden können. Stattdessen werden für zwei Jahre 200 000 Euro ausgegeben. Unterm Strich hätte die Gemeinde 150 000 Euro sparen können. "In zwei Jahren haben wir noch kein neues Rathaus", war sich Scheitler sicher.

Insgesamt vermisste er das Gespräch mit den Bürgern. Themen wie Bebauungspläne, Gewerbegebiete und Ehrenamt, Gemeindeverwaltung, Straßenausbau und Sicherstellung der Wasserversorgung ließ er in der fast einstündigen Vorstellung seiner Ziele nicht aus. Ein Grundsatz von ihm werde sein, mit den Bürgern zu sprechen. Nur so könnten Irritationen vermieden und Vertrauen geschafft werden.

Mit einer jungen Mannschaft zieht die IWG in den Kommunalwahlkampf. Die Kandidaten präsentierten sich ebenfalls im Sportheim. Allerdings fehlten 3 der 24 wegen Krankheit. Die Bewerber vertreten alle Berufsschichten und Interessenbereiche.

Bürgermeisterkandidat Adrian Scheitler möchte seine Arbeit als Rathauschef auf mehreren Säulen gründen.
Ein volles Haus zum Wahlkampfauftakt.
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