Pflanzenbauberater Johannes Schrems vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Tirschenreuth bestätigte gegenüber Oberpfalz-Medien, dass es sich hier um die Krankheit Maisbeulenbrand handelt. "Maisbeulenbrand tritt weltweit in allen warmen und mäßig trockenen Maisanbaugebieten auf." Dazu komme es vor allem dann, wenn die Pflanze Stresssituationen wie Verletzungen, Trockenheit, Wasser- oder Nährstoffmangel durchlebe. Neben Insektenbefall (Fritfliege, Maiszünsler) wirkten Hagelschlag, Windschliff und andere mechanische Verletzungen infektionsfördernd. Indirekt auch Spätsaaten, die einen erhöhten Fritfliegenbefall zur Folge haben könnten, erklärte Schrems.
Folgen für die Landwirtschaft ergeben sich durch energieärmere Silagen, weil die meiste Energie aus den Körnern im Kolben stammt. Fütterungs- und Verdauungsversuche zeigten keine Hinweise auf Toxizität oder auf eine Beeinflussung der Tiergesundheit, teilte er auf Anfrage mit. In den Versuchen habe sich aber ein deutlicher Rückgang im Energiegehalt der Silagen ergeben. "Ein Bullenmastversuch zeigte, dass Silagen mit einem Beulenbrandbefall von 10 bis 15 Prozent keine Probleme bei der Verfütterung bereiteten." Für den Landwirt entstehe also in erster Linie nur Schaden dadurch, dass seine Silage weniger Energie enthalte. Ebenso sei der Mais im Silostock nicht so gut lagerfähig.
Allerdings besitzt der Maisbeulenbrand kulinarische Vorzüge. In Mexiko zum Beispiel ist er ein Nahrungsmittel gilt als eine Delikatesse. Die durch einen Pilz hervorgerufene Infektion des Maises wird daher sogar als Nutzen angesehen und dessen Ausbreitung gefördert. In der gehobenen Gastronomie einiger Länder Europas und in den USA wird er als exotische Zubereitung und als "mexikanischer Trüffel" angeboten. Die infizierten Kolben müssen aber geerntet werden, bevor der Pilz vollständig ausgereift ist, ist im Internet zu lesen. Dort finden sich auch viele Rezepte für seine Zubereitung.














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