Wohl nie zuvor hat eine Fußball-Weltmeisterschaft so zwiespältige Gefühle bei Fans ausgelöst wie der derzeit laufende Wettbewerb in Katar. Zusehen oder die Fernsehübertragungen boykottieren angesichts der fragwürdigen Vergabe der Fifa an das Emirat, der dort herrschenden Missstände und nicht zuletzt des Zeitpunkts der Austragung in der Adventszeit?
Dazu Public Viewing bei kalten Temperaturen – viele Vereine und Gaststätten im Landkreis hat das abgeschreckt. Nicht so den Bayern-Stammtisch und die Feuerwehr. Und so donnerte am Sonntagabend ein erlösender Jubelschrei beim Fußballspiel der deutschen Elf gegen Spanien beim Ausgleichstreffer zum 1:1 in der 83. Minute durch das Feuerwehrgerätehaus.
Unterrichtsraum als "Stadion"
18 Fußballfans fieberten, hofften, bangten und stemmten sich bis dorthin gegen ein vorzeitiges Aus der Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar. Der Bayernstammtisch und die Feuerwehr hatten alle Fußballbegeisterten eingeladen, die Begegnung auf der großen, 2,40 mal 1,40 Meter großen Leinwand mitzuerleben. Seit schätzungsweise zehn Jahren führt der Unterrichtsraum der Wehr Fußballfans zusammen und wird zu einem kleinen Stadion.
Die Schattenseite dieser in vielen Bereichen umstrittenen WM wurde an diesem Abend ausgeblendet. Was zählte, war der Fußball. Alfred Bäumler, Vorsitzender des Bayern-Stammtisches, sagte: „Die Weltmeisterschaft ist das Höchste für die Spieler. Warum sollen sie die Sündenträger für die Verfehlungen der Organisatoren sein?“
Bäumler lastete den Verbänden und Politikern an, acht Jahre Zeit gehabt zu haben, die Missstände auszuräumen, was nicht geschehen sei. Der Vorsitzende des Bayern-Stammtisches ist sich sicher, dass die Spiele gekauft wurden. In die Sommerzeit hätte das Turnier nach seiner Meinung gehört, damit die Ligaspiele nicht unterbrochen worden wären.
Fast alle tippen auf Sieg
In der Halbzeit waren alle aufgrund der spielerischen Leistungen und des Abseitstors in der 40. Minute noch guter Dinge. Zumindest ein Unentschieden sollte es werden, was dann auch noch eintrat. Alle 18 Fans gaben vor dem Spiel ihren Tipp ab. Nur ein Pessimist meinte, dass die Flick-Elf verlieren würde, 14 setzten auf einen Sieg und 3 sollten mit ihrem Unentschieden am Ende recht behalten. Vorsitzender Alfred Bäumler tippte auf Sieg, sein Stellvertreter Johannes Marks lag mit seinem Unentschieden richtig. Am Donnerstag, 1. Dezember, wenn um 20 Uhr die entscheidende Begegnung gegen Costa Rica angepfiffen wird, hoffen die Gastgeber auf ein voll besetztes Haus, so wie dies schon in zurückliegenden Jahren der Fall war. Alles andere als einen Sieg schlossen die Fußballfans aus.













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