25.10.2018 - 16:16 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Nachmittag voller Segen

Die Immenreuther Radsportgruppe übergibt an die Assisi Sisters eine Spende.

von Bernhard KreuzerProfil

Immenreuth.(bkr) Die Spendenaktion der 15-köpfigen Radsportgruppe des Sportvereins "Biken für Kerala" ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Immer noch gehen Spenden ein. Aus der ersten Zwischenbilanz konnte ein Scheck mit 10 700 Euro an "Werke Assisi Sisters" übergeben werden. Jeder Euro kommt den Opfern der gewaltigen Hochwasserflut im südindischen Bundesstaat Kerala zugute. Verheerende Wassermassen stürzten im Sommer ganze Dörfer in Armut und Elend.

Nach Eggolsheim, wo elf Schwestern des katholischen indischen Frauenordens seit 29 Jahren ein Seniorenheim betreuen, fuhren sieben Mitglieder der Radsportgruppe. Die Schwestern empfingen die Immenreuther herzlich und luden sie nach einem Begrüßungslied zu einem indischen Abendessen ein.

"Die Armen haben alles verloren. Jetzt sind wir reich", sagte Schwester Jaya, Provinzoberin aus Kerala, die zurzeit ihre Ordensschwestern in Deutschland bereist. Essen und Möbel kaufen, Häuser wieder aufbauen oder renovieren, sind Schwerpunkte für die Verwendung der Spendensumme. Sie wird Dörfer in den Bezirken Karnataka und Kerala erreichen, die bislang keine Hilfe erfahren haben. Dort wo Menschen zwölf Stunden für einen Euro am Tag arbeiten und von der Hand in den Mund leben. "Es ist ein Nachmittag voller Segen", betonten die Schwestern.

Monika Kainz, die Initiatorin der Gruppe, verriet es, wie die Radsportgruppe Immenreuth ausgerechnet zu den Assisi Schwestern kam: Eine Studienreise mit ihrem Gatten Gerhard nach Indien führte sie auch nach Kerala. Bei der Reise lernte sie eine Schwester des Ordens aus Eggolsheim kennen. Freundschaft verbindet sie seitdem, sehr großen Eindruck hinterließ die ungewohnte Gastfreundschaft der armen Leute.

Sie gab bei einer der regelmäßigen Radtouren den Anstoß für die Spendenaktion. 1500 Euro waren das Ziel nach den ersten Spendenzusagen. Den Betrag wollte die Gruppe selbst erradeln. Beate Kleinhempl aus Kemnath unterstützte mit viel Elan die Spendenaktion. Aus dem kleinen Vorhaben entwuchs plötzlich eine Veranstaltung, bei der 353 kleine und große Radler ihre Solidarität bewiesen. Die Unterstützung von allen Seiten bezeichnete Monika Kainz als überwältigend.

Über eintausend Euro sind jetzt noch in der Spendenkasse. Diese und die bis zum Ende der nächsten Woche noch eingehenden Gelder, wird Pfarrvikar Dr. Joseph Meenpuzhackal in Kemnath erhalten. Er gab am 30. September mit Dr. Justin Kamwanya Kishimbe den Radlern seinen Segen und unterstützt den Wiederaufbau im gleichen Katastrophengebiet wie die Assisi Sisters. Er wird im Januar bei seinem Flug nach Indien die Spenden mitnehmen.

Alle zwei Jahre dürfen die Schwestern aus Eggolsheim sechs Wochen Urlaub in Indien machen. Von ihrem Heimaturlaub in der Provinz Kerala wird eine Schwester der Radlergruppe Bilder mitbringen und zeigen, dass die Spendengelder ankamen. In Erinnerung wird dann wieder das von Schwester Jaya bei der Begrüßung zitierte Bibelwort "Was ihr dem Ärmsten angetan habt, das habt ihr mir angetan" kommen.

Mit nach Immenreuth nahmen die Radsportler eine Urkunde. Sr. Jaya und Sr. Juliet danken darin für die große Spende und die damit verbundene Mühe und Arbeit. Vielen Menschen kann in großer Not geholfen werden, damit sie ihren normalen Lebensstandard wieder erreichen können. Sie versichern gleichzeitig, das Geld werde ohne Verluste ganz für die Menschen verwendet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.