10.05.2019 - 14:48 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Steinäcker: Einer blockt

Das gehöre niemanden etwas an. So in etwa lautete die Antwort eines ehemaligen Immenreuther Gemeinderats auf die Anfrage von Oberpfalz-Medien bezüglich des Baugebiets Steinäcker.

Die weitere Erschließung des Baugebiets Steinäcker wird blockiert. Grund soll die von der Unteren Immissionsschutzbehörde geforderte Auflage sein, eine Pferdekoppel mit einer drei Meter breiten Hecke einzugrünen.
von Bernhard KreuzerProfil

Dazu hatte zweiter Bürgermeister Josef Hecht am Donnerstag im Gemeinderat einen Sachstandsbericht gegeben. In der Gemeinderatssitzung im Februar hatte er noch gesagt: "Ich bin guter Dinge, dass wir im zweiten Halbjahr mit der Erschließung beginnen können." Diese Hoffnung liegt nun auf Eis. In seinem Sachstandsbericht zum Bebauungsgebiet, in dem Hecht weder Ross noch Reiter nannte, führte er aus: "Tatsache ist, dass momentan eine Bebaubarkeit der ausgewiesenen Bauparzellen nicht möglich ist." Er schilderte die Bemühungen der Gemeinde. Eine Reihe von Notarverträgen seien in den vergangenen Jahren zum Tausch, Kauf und Verkauf von Grundstücken geschlossen worden, um endlich mit der Bebaubarkeit beginnen zu können. Nie sei vonseiten des Verpächters einer hierzu benötigten Fläche für die Straße erkennbar gewesen, dass dies ein Hindernis sein könnte. Um 450 Quadratmeter handelt es sich, für die der Pächter die Zustimmung verweigert.

Laut der weiteren Ausführung in der Gemeinderatssitzung waren alle Einigungsversuche fehlgeschlagen. "Es wurden schriftliche Angebote unterbreitet, es wurden persönliche Gespräche geführt, es wurde die Erstattung von Ernteausfällen signalisiert. Alles vergeblich", berichtete Hecht.

Die Verweigerungshaltung führt sogar so weit, dass auch der Verpächter der Restfläche an der Bebaubarkeit seiner Fläche behindert wird. Kurios sei die Tatsache, dass die Gemeinde ursächlich nichts damit zu tun habe, bedauerte Hecht. Einzig und allein eine seit Jahren bestehende Auflage einer Fachbehörde zum Bebauungsplan Steinäcker sei ausschlaggebend. Von der Kommune werde gefordert, dafür einzutreten, diese Auflage nicht vollziehen zu müssen. Sichtlich angespannt und mit Bedauern betonte Hecht: "Ich sichere auf alle Fälle zu, alles zu unternehmen, den Bauwilligen zu ihrem Baurecht zu verhelfen, da viele seit 2014 auf die Bebaubarkeit der reservierten Parzellen warten."

In der Kommune ist es kein Geheimnis mehr, dass der ehemalige Gemeinderat zurzeit die Erschließung des Baugebiets Steinäcker blockiert. Wie aus dem Bericht zur Gremiumssitzung vom Februar zu erkennen ist, dürfte es um die von der Unteren Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes geforderte Eingrünung der Pferdekoppel gehen. Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen soll die Koppel mit einer drei Meter breiten dichten Hecke aus heimischen Gehölzen abgeschirmt werden. Der frühere Gemeinderat sollte zu der Sachlage befragt werden. Das Gespräch dauerte nur wenige Sekunden und endete mit dem eingangs erwähnten Satz.

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