Immenreuth
05.11.2018 - 14:13 Uhr

Steinäcker II: Start im Frühjahr

Amtierender Bürgermeister Josef Hecht ist optimistisch. Im Frühjahr 2019 könnte es im Baugebiet Steinäcker II losgehen. Doch eine Hürde ist noch zu überwinden.

Bereits zum zweiten Mal muss zweiter Bürgermeister Josef Hecht (rechts) für das seit 14 Monaten erkrankte Gemeindeoberhaupt den Bürgern Rede und Antwort stehen. Bild: bkr
Bereits zum zweiten Mal muss zweiter Bürgermeister Josef Hecht (rechts) für das seit 14 Monaten erkrankte Gemeindeoberhaupt den Bürgern Rede und Antwort stehen.

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht muss schon zum zweiten Mal die drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde leiten. Grund ist, dass Rathauschef Heinz Lorenz seit 14 Monaten krank gemeldet ist. Hechts Ziel ist, die Kommune wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Die erste Bürgerversammlung im Sportheim leitete er mit einem statistischen Überblick ein. Demnach zählt die Kommune zurzeit 1882 Einwohner (2017: 1888). Das Standesamt meldet 8 Geburten (23), 14 Todesfälle (17) und 11 Eheschließungen (8). Laut Hecht wird im Dezember der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan fassen. 2019 erfolge die Beteiligung der Bürger.

Im kommenden Frühjahr erwartet Hecht, dass die Bagger im Baugebiet Steinäcker II brummen. Bis dahin soll die letzte Hürde überwunden sein. "Die Grundstücksverhandlungen von Kämmerer Thomas Kaufmann laufen hervorragend", lobte er. Ebenfalls auf gutem Weg sah der Redner das Gewerbegebiet Ost/Zweifelau. Es soll ebenfalls im Dezember Thema im Gemeinderat sein.

Die Kritik an den Sanierungsarbeiten im Friedhof habe nach den erfolgten Verbesserungen in Anerkennung umgeschlagen. "Wir sind noch lange nicht fertig", ließ Hecht wissen. Die maroden Fenster des Friedhofgebäudes seien zu ersetzen, eine neue WC-Anlage sei zu errichten und ein Urnenbereich anzulegen. Eine Urnenwand werde es nicht geben, kündigte das amtierende Gemeindeoberhaupt an. Der zweite Bauabschnitt werde 2019 in die Wege geleitet.

Ein Zeitfenster von fünf Jahren sah Hecht für den dringend erforderlichen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Immenreuth. Das Gebäude weist seit Jahren erhebliche Mängel auf. Der Gemeinderat kam bei einer Besichtigung zur Ansicht, dass weder ein Anbau noch eine Aufstockung das Problem lösen können. "Wir stehen in der Pflicht, so kann es nicht weitergehen", fasste Hecht zusammen und informierte über Grundstücksverhandlungen für einen neuen Standort. Ein weiteres Problemfeld ist die Kanalisation. Aus diesem Grund ist ein Kanalkataster in Planung. Es soll 2019 fertiggestellt sein. Abgeschlossen ist die Prüfung der drei Brücken über die Anlagen der Deutschen Bahn. Auf den Bericht wird gewartet, teilte Hecht mit.

Erworben hat die Gemeinde das sogenannte Buchbinder-Haus, ehemaliges Veigl-Wirtshaus, gegenüber dem Kindergarten. Haus und Scheune sollen abgetragen werden. Angedacht sind dort eine Parkfläche sowie ein Mehrzweckgebäude, in das auch Vereine einziehen können.

Einem Ende der Wasserrohrbrüche in der Hoflohe soll der Einbau eines Druckminderers in den Übergabeschacht von der Stadt Kemnath an Immenreuth bei Oberbruck bereiten. Immer wenn Wasser mit hohem Druck nach Immenreuth gepumpt wurde, barsten in der Hoflohe Leitungen.

Die erste Hürde für den Vollausbau der Gemeindeverbindungsstraße auf den Poppenberg ist laut Hecht genommen. Die Stabilisierungshilfe von 1,2 Millionen Euro stellt eine mögliche finanzielle Grundlage das. Gespräche bei der Regierung lassen auf eine nachhaltige Förderung hoffen. Bis August 2019 sind die Unterlagen für die Erneuerung der Straße einzureichen.

Hecht informierte noch über den geschaffenen behindertengerechten Zugang zum Gleis 2 bei der Bahnhaltestelle, der installierten E-Zapfsäule beim Busbahnhof, den abgeschlossenen Breitbandausbau und den vorgesehenen Anschluss der Schule an das Glasfasernetz. Auch sicherte er zu, seine im März eingeführten Sprechstunden, 37 hat er zwischenzeitlich gehalten, weiter anzubieten.

Jeder Bauhofmitarbeiter habe sein eigenes Auto, komme früh zur Arbeit und fahre mittags und abends wieder heim. Bei einem Besucher stellte sich deshalb die Frage, ob diese Fahrten als geldwerter Vorteil versteuert werden. Die Feuerwehr dagegen dankte den Bauhofmitarbeitern dafür, dass sie zu jeder Tageszeit zur Stelle sind, wenn sie benötigt werden, um zum Beispiel Ölspuren auszuschildern.

Im alten Veigl-Wirtshaus war zuletzt das Blumengeschäft Buchbinder untergebracht. Die Gemeinde plant nun, das letzte typische Bauernhaus im Alten Dorf abzureißen. Bild: bkr
Im alten Veigl-Wirtshaus war zuletzt das Blumengeschäft Buchbinder untergebracht. Die Gemeinde plant nun, das letzte typische Bauernhaus im Alten Dorf abzureißen.
Aus der Versammlung:

Ein Punkt in der Bürgerversammlung war ein bis jetzt nicht beantworteter Antrag zur Ferienbetreuung von Kindern aus dem Vorjahr. Der Verfasser fordert, den Vereinen das Geld für die ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung zu stellen und nicht kommerziellen Unternehmen. 65 Euro pro Kind leiste die Gemeinde für eine Woche „Bespassung“ in den Schulferien. 10 Euro erhielten dagegen die Vereine für ihre ganzjährige Jugendarbeit. 4500 stünden 600 Euro gegenüber, hieß es.

Den Antrag hatte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung behandelt. Im Falle einer Zustimmung habe das Gremium einen Haushaltsbedarf von 15 000 Euro errechnet, erklärte amtierender Bürgermeister Josef Hecht. Versammlungsteilnehmer wünschten die Veröffentlichung der Beschlüsse des Gemeinderats sowie der Ergebnisse der Trinkwasserproben im Gemeinderundbrief. (bkr)

Aus der Versammlung:

Ins Kreuzfeuer geriet das Baugebiet Steinäcker. Erst drei Häuser wurden im Abschnitt I gebaut, drei Grundstücke sind noch zu verkaufen und sieben bis acht Parzellen sind erschlossen, die Kosten dafür jedoch noch nicht umgelegt. Auch Grenzsteine seien noch nicht gesetzt worden. Die Wortmeldung empfahl, sich von dem beauftragten Planungsbüro zu verabschieden, weil Gleiches bei Abschnitt II zu erwarten sei. „Die Grenzsteine werden noch gesetzt, weil die Aufteilung noch nicht abgeschlossen ist“, informierte Kämmerer Thomas Kaufmann. „Die noch nicht umgelegten Grundstück bleiben in der landwirtschaftlichen Stundung.“ Zu dem ganzen Dilemma im Abschnitt II haben laut zweitem Bürgermeister Josef Hecht unrichtige Aussagen von Rathauschef Heinz Lorenz beigetragen. Bestreben der Gemeinde sei, wieder Harmonie mit den Betroffenen herzustellen. (bkr)

 
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