Irchenrieth
19.09.2019 - 11:24 Uhr

10 Jahre nach dem Bayern-3-Dorffest: Gegner sind längst Freunde

Es war 2009: Irchenrieth verliert das Finale im „Bayern 3 Dorffest“ gegen Knetzgau und damit den größten Auftritt, den Irchenrieth deshalb je auf die Beine stellte. Am Samstag trifft man sich wieder zum "Spiel ohne Grenzen".

Der Irchenriether Auftritt: Bernhard Kick sitzt auf dem Dieselross, mit dem der Bauer Fritz nach Knetzau gefahren ist. Bürgermeister Josef Hammer und Gabi Müller (stehend, von links) beim Einzug auf das Festgelände. Bild: fz
Der Irchenriether Auftritt: Bernhard Kick sitzt auf dem Dieselross, mit dem der Bauer Fritz nach Knetzau gefahren ist. Bürgermeister Josef Hammer und Gabi Müller (stehend, von links) beim Einzug auf das Festgelände.

Zehn Jahre ist das nun her, und das wollen die Gemeinden Irchenrieth und Knetzgau am Samstag groß feiern. Gabi Müller hatte sich 2009 heimlich mit Irchenrieth für das Dorffest beworben. Ihre Hoffnung erfüllte sich.

Irchenrieth kam in den Kreis der Bewerber. Schon bei der Vorauswahl übertrafen sich die Irchenriether geradezu bei der Präsentation, Bayern-3-Reporter Martin Breitkopf betonte deshalb im Radio, dass dies noch nicht das Dorffest sei. Danach musste Irchenrieth in mehreren Fernduellen gegen weitere Kandidaten antreten. Beim Finale, das gegen Knetzgau über das Radio ausgetragen wurde, fieberten tausend Fans aus der Umgebung in Irchenrieth mit.

Die Frage, die letztlich über den Sieg entschied, lautete: Wie viele Alben hat der Star des Dorffestes, Sänger Sascha, bisher produziert? Die Irchenriether sagten 17, die Knetzgauer sieben und hatten damit gewonnen. Doch die Irchenriether erwiesen sich als gute Verlierer. Bürgermeister Josef Hammer organisierte mit seinen Bürgern einen Auftritt beim Dorffest in Knetzgau, über den man heute noch spricht. Bauer Fritz war mit seinem alten Dieselross plus Hänger nach Knetzgau gefahren. Die Irchenriether reisten in mehreren Bussen an. Am Ortseingang erfolgte der Zusammenschluss.

Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus stieg zu Bürgermeister Hammer, Gabi Müller und Günther Wolfrum auf den Wagen, Fritz Kick fuhr den Bulldog und Bruder Bernhard saß als Fahnenträger vorne drauf. Von der Polizei eskortiert führte der Zug zum Festplatz, auf den man unter tosendem Applaus durch das Spalier von mehreren tausend Besuchern einzog. Bürgermeister Hammer erklärte auf der Bühne, dass er und seine Bürger die eigentlichen Sieger seien: Denn Irchenrieth könne feiern, während die Knetzgauer arbeiten müssten.

Es war ein „Hammer-Auftritt“ und zugleich der Beginn einer echten Freundschaft beider Orte, die über eine normale Partnerschaft hinausgeht. Ein Jahr später waren die Irchenriether erstmals mit einem Bus beim Bürgerfest in Knetzgau, bei dem Claudia Korrek auftrat. Es folgte Gegenbesuch auf Gegenbesuch zu offiziellen Anlässen. Vereine trafen sich bei ihren Veranstaltungen, und es entwickelten sich sogar Freundschaften zwischen Familien, die heute noch bestehen.

Zum Zehnjährigen reisen die Knetzgauer nun mit 80 Leuten und 20 Musikern der Blaskapelle Knetzgau zur Riesengaudi an, dem „Spiel ohne Grenzen“. Um 15 Uhr werden die Gäste am neuen Feuerwehrhaus empfangen. Anschließend treten die Teams aus Irchenrieth und Knetzgau auf dem Sportplatz zum „Spiel ohne Grenzen“ an. Organisator Günther Wolfrum hat die Disziplinen ausgewählt. Dazu zählen Skilauf, Bierkastenlauf, das Jonglieren mit Wasserbechern im Staffellauf sowie der Büchsenwurf mit Rauschbrille als Handicap. Von 18 bis 21 Uhr spielt dann die Blaskapelle aus Knetzgau auf. Rita’s Brotzeitstube bietet nachmittags und abends Kaffee, Kuchen und Brotzeiten an.

Einige tausend Besucher bilden das Spalier, durch das die Irchenriether unter Applaus einfahren. Bild: fz
Einige tausend Besucher bilden das Spalier, durch das die Irchenriether unter Applaus einfahren.
Gabi Müller, Günther Wolfrum und Bürgermeister Josef Hammer probieren schon mal den Skilauf. Sie sind sich sicher, dass Irchenrieth die Revanche gewinnt. Bild: fz
Gabi Müller, Günther Wolfrum und Bürgermeister Josef Hammer probieren schon mal den Skilauf. Sie sind sich sicher, dass Irchenrieth die Revanche gewinnt.
 
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