21.06.2019 - 13:27 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Blitz, Donner und Medaillen

Vom Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) Irchenrieth brechen 49 Sportler und 6 Betreuer nach Hamm auf. Sie gehen bei den Special-Olympics-Spielen in Westfalen auf Medaillenjagd. Die Spiele beginnen aber mit einigen Überraschungen.

Jubel und Freude bei Susi Pichl über Bronze, Heike Lobinger über Silber und Stefanie Beer über Gold im Ballweitwurf.
von Ernst FrischholzProfil

Die Special-Olympics, die parallel zum Landesturnfest laufen, begannen Mittwochabend und enden am Sonntag. Diese Spiele von 6000 Sportlern mit und ohne Behinderung sind die größte Inklusionssportveranstaltung, die es je in Deutschland gab. "Die Unterbringung und Organisation klappte bestens", berichtet Team-Leiter Thomas Fritsch am Telefon. Die HPZ-Sportler sind in einer Schule untergebracht, in dem sie vier Klassenzimmer belegen dürfen. Von der Schule werden sie bestens verpflegt. Mittwochabend gingen die Irchenriether wie alle anderen auch zum Stadtplatz in Hamm zur Eröffnungsfeier, die wie in den Jahren zuvor wieder ein Highlight der Spiele werden sollte. Ein tolles Programm wartete auf sie.

Doch das Wetter spielte nicht so richtig mit. Der Akt, das Olympische Feuer zu entzünden, scheiterte am Wind. Fußballlegende Bernhard Dietz sollte das vollziehen. Die Darbietungen auf der Bühne liefen aber dann auch ohne das Feuer an. Diese fanden jedoch ein jähes Ende als ein heftiges Gewitter über der Pauluskirche in Hamm losbrach. Die Verantwortlichen des Landesturnfestes und von Special Olympics brachen bei Blitz und Donner die Eröffnungsfeier daher um 21 Uhr ab. Dann wurde es schlagartig dunkel. Die Bühne wurde abgeriegelt, damit niemand von eventuell umherfliegenden Gegenständen verletzt werden konnte.

Die meisten der 6000 Sportler waren schon fluchtartig weg, als das Gewitter einsetzte. Sänger und Entertainer Guido Horn, der an diesem Abend dem Start des doppelten Sportevents noch mehr Glanz verleihen sollte, musste unverrichteter Dinge abziehen. Sein Auftritt soll aber nachgeholt werden, berichtet Fritsch. Das Gewitter kam laut, kräftig und kurz und war um 21.45 Uhr vorbei. Das fluchtartige Verlassen des Stadtplatzes der 6000 Sportler sei zwar ein wenig hektisch, aber geordnet abgelaufen, , schildert Fritsch. Panik habe es es nicht im Entferntesten gegeben und seines Wissens wurde auch niemand verletzt. "Wir hatten nur zehn Minuten Weg zu unserer Schule und der war schnell geschafft", stellt Fritsch fest. Die Nachtruhe habe halt früher als vorgesehen begonnen.

Donnerstagfrüh war von jeglicher Hektik nichts mehr zu spüren. Die Sportwettkämpfe begannen. Der RehaSport Irchenrieth ist mit drei Fußballteams vertreten: den Damen, Herren-Taditionell – beide wurden nach einer Sichtung für eine Gruppe eingeteilt – sowie dem Unified-Team (Spieler mit und ohne Behinderung). Auch für die anderen Sportler, die an der Leichtathletik und am Bocca-Turnier teilnehmen, verlief der Donnerstag mit der Sichtung und der Zuordnung je nach Behinderung in Leistungsklassen. Die meisten Wettkämpfe begannen am Freitag. Groß war der Jubel im Irchenriether Team aber auch schon am Donnerstag. Stefanie Beer, Heike Lobinger und Susi Pichl holten mit Gold, Silber und Bronze im Ballweitwurf (200 Gramm) die ersten drei Medaillen für das HPZ. Zudem gewann das Unified-Fußball-Team, das in einer Gruppe mit sieben Teams spielt, ihr Auftaktspiel mit 5:2 gegen Mönchengladbach.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.