Jahrzehntelang gab es eine angesehene und florierende Arztpraxis in Irchenrieth, doch Ende 2021 schloss Dr. Markus Hummel aus Altersgründen. Ab da war kein Arzt mehr vor Ort. Das war auch Bürgermeister Josef Hammer ein Dorn im Auge. Man wolle nicht nur Bauplätze verkaufen, sondern auch Infrastruktur zur Entwicklung der Gemeinde herstellen, sagte der Bürgermeister im Vorfeld der Gemeinderatssitzung gegenüber Oberpfalz-Medien: "Da gehört ein Arzt dazu."
Dass das Vorhaben, einen neuen Arzt an Land zu ziehen nicht einfach ist, stellte auch Hammer fest. Doch in der Sitzung am Dienstag konnte er Fakten vorlegen und Vollzug melden – nicht nur als Ankündigung, sondern mit einem Mietvertrag für eine Arztpraxis im Dachsweg. 138 Quadratmeter im Erdgeschoss eines derzeit entstehenden Hauses mit drei Stellplätzen, vermied der Bürgermeister aus Datenschutzgründen weitere Details. Er zeigte aber den Verlauf seiner Verhandlungen auf.
Als erstes galt es demnach, einen Arzt zu finden, der bereit ist, nach Irchenrieth zu gehen. Hammer fand Dr. Josef Valenta, Facharzt für innere Medizin, der sich das vorstellen konnte. Dann brauchte es die Räumlichkeiten, wobei Hammer nach eigener Aussage drei Objekte in petto hatte. Letztlich fiel die Wahl auf ein Gebäude, das derzeit im Dachsweg entsteht. Mit dem Bauherrn wurde Einigkeit erzielt und die Räume im Erdgeschoss auch in Absprache mit dem Arzt konzipiert. Die künftige Praxis umfasst 138 Quadratmeter sowie Stellplätze.
Innerhalb von nicht einmal einem Jahr sei die Vorbereitung durchgezogen worden, erläuterte der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung. Nach der Einigung mit dem Bauherrn und dem Arzt im Juni 2025 folgten der entsprechende Bauantrag und der Mietvertrag für die Räume im Erdgeschoss. Eine große Hürde sei die Genehmigung einer Hausarztpraxis durch die Kassenärztlich Vereinigung in Bayern (KVB) für einen Arztsitz in Irchenrieth gewesen, erläuterte Josef Hammer. Die schriftliche Zusage hierfür sei im Januar dieses Jahres eingetroffen, setzte aber Arzt wie Gemeinde unter Druck, so der Bürgermeister. Denn nach den Vorgaben müsse ab der Genehmigung innerhalb von vier Monaten der erste Patient in der Praxis behandelt werden, sonst sei alles Makulatur.
"Deadline" sei also der 1. April. "Da musst du gewaltig Gas geben", sagte Hammer scherzhaft zu Gemeinderat Roland Pflaum, der als Architekt der Planer für das Objekt ist. "Sonst müssen wir daneben ein Notfallzelt errichten." In der Sitzung ging es schließlich um den Mietvertrag mit Dr. Josef Valenta. Die Gemeinde gibt die angemieteten Räume in dem Anwesen im Dachsweg "eins zu eins" an den Arzt weiter, der darin seine Praxis eröffnet, Mietbeginn 1. April. Bürgermeister Hammer stellte beim einstimmigen Votum für den Mietvertrag heraus, dass die Geschlossenheit im Gemeinderat eine Voraussetzung für diesen Weg war.













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