28.04.2021 - 10:55 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Irchenrieth: Wegen 100 Metern im Konflikt mit Tennet

Mit dem Bau des Feuerwehrhauses hat Bürgermeister Josef Hammer den Planern von Tennet und der Bundesnetzagentur beim Verlauf der Gleichstromtrasse schon einmal einen Riegel vorgeschoben. Ist die neugeplante Trasse eine Retourkutsche?

Im Hintergrund das neue Baugebiet und davor Erweiterungsmöglichkeiten. An der Sandstraße ab der Gemeindeverbindungsstraße nach Engleshof soll die Stromtrasse verlaufen und das will Bürgermeister Josef Hammer nicht. Bitte hundert Meter nach Süden zeigt er an und es gibt kein Problem.
von Ernst FrischholzProfil

An der Irchenriether Sandstraße, ab der Gemeindeverbindungsstraße nach Engleshof, soll die neue Gleichstromtrasse nach dem Willen von Tennet und der Bundesnetzagentur verlaufen. Das will aber Bürgermeister Josef Hammer nicht. "Hundert Meter nach Süden", dann gäbe es kein Problem, sagt er in der Gemeinderatssitzung. Das formuliert das Gremium nun auch in einer Stellungnahme im Rahmen der Planfeststellung ganz deutlich. Der einstimmige Beschluss ist für Hammer ein „Ausrufezeichen“ Richtung Bundesnetzagentur. Denn die Gemeinde biete eine Alternativtrasse an, die keinen größeren Aufwand bedeutet.

Ein Blick zurück. Durch den Bau des neuen Feuerwehrhaus hatte die Gemeinde den Planern der Gleichstromtrasse schon beim Verlauf der Vorzugstrasse durch das Gleitsbachtal in die Suppe gespuckt. Die Planer mussten bei der erneuten Festlegung einer neuen Trasse ausweichen und entschieden sich für eine Strecke westlich, Richtung Kläranlage, und von dort zurück auf die ursprüngliche Trasse unterhalb der Firma Bertelshofer, Richtung Michldorf, recht nahe am neuen Siedlungsgebiet mit schmucken Häusern vorbei. Das ist laut Hammer die jetzige Vorzugstrasse von Bundesnetzagentur und Tennet. "Und hier beginnt der Konflikt", sagt Hammer.

Wenn diese Anregung nicht einfließt, müssen und werden wir uns eine Klage überlegen.

Bürgermeister Josef Hammer

Die Planfeststellung gehe auf die Weiterentwicklung der Gemeinde nicht ein. Und diese sei nur Richtung Südwesten möglich. "Eine Stromtrasse bedeutet hier Stillstand. Man nimmt uns die Planungshoheit bezüglich der Ortsentwicklung wegen 100 Metern", ärgerte sich Hammer in der Sitzung und formuliert: "Wir wollen ab der Straße von Irchenrieth zur Gleitsmühle eine Verschiebung um 100 Meter weg vom jetzigen und einem zukünftig möglichen Baugebiet." Die Trasse würde dann auf die Kreisstraße von Luhe nach Michldorf treffen und hier wieder auf den ursprünglichen Verlauf. Bezüglich der Kreisstraße gebe es von der Straßenbaubehörde und auch dem Landratsamt Neustadt/WN Einvernehmen. "Wenn diese Anregung nicht einfließt, müssen und werden wir uns eine Klage überlegen", droht Hammer und erntet dabei Kopfnicken im Gemeinderatsgremium.

Die Gemeinde wächst wie keine andere im Landkreis. Da muss auch der Versorgung mit Trinkwasser Rechnung getragen werden, heißt es in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Deshalb entsteht eine zweite Leitung vom Hochbehälter in die neuen Baugebiete. Vonnöten ist hierfür eine Unterquerung der Kreisstraße nach Kaimling und der Bundesstraße 22. Quasi eine zweite Versorgungslinie. Hierfür schließt die Gemeinde eine Vereinbarung mit der Straßenbauverwaltung zur Unterquerung der beiden Straßen. Die Kosten liegen bei 136.000 Euro, die Bauausführung soll im August beginnen.

Erstmals seit langen Jahren war die Genehmigung des Haushalts durch die Kreisbehörde aufgrund der 2,5 Millionen geplanten und eventuell gar nicht benötigten Kreditaufnahme für die Erschließung der über 30 Bauplätze nötig. Hammer freute sich, dass die Rechtsaufsicht den Haushaltsplan innerhalb von vier Tagen genehmigt und dabei die finanzielle Leistungskraft der Gemeinde bestätigt hat.

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Floss

 

 

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