Irchenrieth
12.07.2019 - 11:06 Uhr

Über Nottreppe in Sicherheit

"Unvorstellbar." Das sagt der Leiter der Wohnstätten im Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth (HPZ) Alfons Bäuml. Nicht nur er staunt, mit welcher Professionalität die Feuerwehren ihre Aufgabe bei der Großübung bewältigen.

Das Monstrum Drehleiter hatten die HPZ-Bewohner noch nie gesehen Bild: fz
Das Monstrum Drehleiter hatten die HPZ-Bewohner noch nie gesehen
Die Feuerwehrleute tragen einen Mann, der im Rollstuhl sitzt, vom Balkon, auf den er sich geflüchtet hat, in Sicherheit. Bild: fz
Die Feuerwehrleute tragen einen Mann, der im Rollstuhl sitzt, vom Balkon, auf den er sich geflüchtet hat, in Sicherheit.

Beteiligt sind die Feuerwehren von Irchenrieth, Bechtsrieth, Kaimling, Engleshof, Leuchtenberg, Michldorf und der Stadt Weiden. Sie bewiesen: Die Rettungskette für das HPZ funktioniert. Kleine Fehler wurden besprochen, so dass sie im Ernstfall ausgemerzt sein sollten.

58 Einsatzkräfte waren beteiligt. Für die Menschen im HPZ ist es ein Spektakel, auch wenn nicht alle, alles nachvollziehen können. Brand mit starker Rauchentwicklung im vierstöckigen Wohnheim, lautete die Vorgabe für das Szenario. Die Betreuten laufen aus dem Gebäude – soweit sie das selbst schaffen. Die eintreffenden Feuerwehren führen sie zu einem Sammelplatz. "Die Bewohner wurden vorab informiert", sagt Bäuml.

Immer mehr Feuerwehrautos fahren an, Leute in Schutzkleidung laufen herum, legen Schläuche aus. Für die Bewohner ist das Hektik pur, für die Feuerwehrleute ein geregelter Ablauf. Irchenrieths Kommandant Michael Hammer steuert die Helfer als Einsatzleiter zusammen mit den beiden Brandschutzbeauftragten des HPZ Harald Dirnberger und Marco Bauer. Die Wasserversorgung klappt.

Dann beginnt der Einsatz der Atemschutzträger aus Irchenrieth, Bechtsrieth und Leuchtenberg. In schwerer Ausrüstung gehen sie in das Gebäude. Vier Menschen werden vermisst und müssen gerettet werden. Den ersten entdeckt man auf dem Balkon. Er sitzt im Rollstuhl. Ohne Aufzug hatte er keine Chance, das Haus selbstständig zu verlassen. Mit einer Bravourleistung tragen ihn die Atemschutzträger über die enge Nottreppe ins Freie.

Weiterhin fehlen drei Personen. Immer wieder rücken die Atemschutzträger ins Gebäude. Jene die ihren Einsatz schon abgegolten haben, sind schweißgebadet, tropfen beim Ausziehen der Schutzkleidung wie ein Kieslaster. "Ich bin patschnass von oben bis unten", sagt Leuchtenbergs Kommandant Manuel Tschierschke. Es dauert eine Stunde, bis die drei Vermissten in Sicherheit sind.

Im Ernstfall müssten weitere Atemschutzeinheiten nachgefordert werden, betont Kreisbandinspektor Martin List. "Die Rettung von Personen hat absoluten Vorrang vor der Löschwasserversorgung."

Die Feuerwehren arbeiten kontrolliert Bild: fz
Die Feuerwehren arbeiten kontrolliert
Über die Nottreppe bringen die Feuerwehrleute einen Mann , der im Rollstuhl sitzt, in Sicherheit. Bild: fz
Über die Nottreppe bringen die Feuerwehrleute einen Mann , der im Rollstuhl sitzt, in Sicherheit.
 
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