Irchenrieth
27.06.2019 - 16:37 Uhr

Vielfalt der Gärten

Seit 1999 gibt es den Tag der offenen Gartentür. Anregungen für den eigenen Garten, Gespräche mit Gartlern und der Blick über den Tellerrand, sind am Sonntag in Irchenrieth geboten. Jeder der acht Gärten erzählt seine eigene Geschichte.

Der Kletterzuccini. Ein erster Versuch, den Heidi Stangl wagt. Bild: fz
Der Kletterzuccini. Ein erster Versuch, den Heidi Stangl wagt.

Die acht Gärten, die sich am Sonntag den Besuchern präsentieren, sind das Ergebnis kreativer Ideen und der Liebe zur Natur. Das eigene Stückchen Garten bietet abseits von Stress und Hektik Gestaltungsspielraum. Beim Werkeln in der Erde werden die Gedanken frei und der Garten zum meditativen Raum. Es gibt schöne und vielfältige Gärten, die am Sonntag ihre Türen für Besucher öffnen.

Eines von acht Gartenidyllen ist am Mühlberg bei Heidi und Alfons Stangl. Nichts Besonderes, wenn man von der Straße aus hineinschaut und dann zeigt sich: im Gegenteil, da beginnt schon das Besondere. Eine Blumenwiese ist noch ein kleines Detail, dann trifft man auf üppigen Wuchs. An der Hausfassade links und rechts ranken Weinstöcke empor, über 30 Jahre alt und dick wie ein Unterarm. Man sieht bereits, dass da heuer Zentner an Trauben reifen. Die Freunde freuen sich darüber, sagt Heidi Stangl, denn alle können sie gar nicht alleine vertilgen.

Geht man weiter, so tritt man in einen Garten, der im ersten Moment nun nicht bei der Landesgartenschau gewinnen würde. Oder doch? "Das ist mein Reich", sagt Heidi. Der Nutzgarten. Ein Garten rein zum Anschauen hat für sie keinen Sinn. Das Ehepaar Stangl ergänzt sich in der Gartenarbeit hervorragend. Ehemann Alfons muss die Jahrzehnte alten Obstbäume erklimmen und Sauerkirschen oder Äpfel ernten, während Ehefrau Heidi sich am Boden engagiert. Kornblumen verbreiten sich am Rand oberhalb, die sie wieder eindämmen müsse. Gänseblümchen wachsen auf dem Rasen, der nicht nach Wembley aussieht. Der Nutzgarten ist ihr Faible.

"Es ist nicht die Masse, sondern die Vielfalt, dank der wir den ganzen Sommer Unterschiedliches zu essen haben. Noch dazu retten wir viel Gemüse mit verschiedenen Methoden in den Winter", sagt die aus Waldthurn stammende Gartenliebhaberin. Gedüngt wird natürlich nur biologisch. "Wir haben gute Nachbarn. Die beschweren sich nicht über den Geruch der Brennnesseljauche, die wir ansetzen." Ein besonderer Reiz für Heidi Stangl ist es, alles mit Samen hochzuziehen. Von Salat über Gurken und Kohlrabi bis hin zu den Tomaten, bei denen Fantasio, Harzfeuer, Maranello oder Kirschtomaten schon jetzt eine gute Figur abgeben. Neuester Versuch ist der Kletterzucchini am Freisitz im Garten, der momentan hohe Aufmerksamkeit genießt.

Start ist am Sonntag um 10 Uhr:

Acht Gärten laden zum Besuch

Acht Gärten öffnen am Sonntag, 30. Juni, ihre Türen. Feierliche Eröffnung ist um 10 Uhr am Rathaus. "Üppig, vielfältig, unterschiedlich, etwas Besonderes", so skizziert Josef Höllerl vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege die Irchenriether Gartenvielfalt. Der Rundgang beginnt bei Maria und Georg Ram in der Christian-Kreuzer-Straße 15. Rustikal, naturbelassen mit altem Obstbaumbestand, in dem alte Granitsäulen die Blumenrabatte an der alten Scheune zieren.

Bei Uta und Albert Urban, Schneiderweg, bildet ein Stelzenhaus den Hingucker (wir berichteten). In der Gerberstraße 7 zeigen Tanja und Jürgen Scholz ihren mediterranen und modern angelegten Garten. Bei Rita und Hildegard Gilch in der Gerbertstraße gibt es viele Beeren- und Blühsträucher zu visitieren. Garten „fünf“ ist der von Heidi und Alfons Stangl (siehe nebenstehenden Bericht). Bei Helga und Wolfgang Zettl in der Kaimlinger Straße 2 sehen die Besucher eine wunderschön renovierte Hofstelle, in der der Garten mit handwerklichem Geschick in die Hanglage eingepasst wurde. Maria und Karl Woppmann, Am Hofanger 10, zeigen Formgehölze, Blumenstauden, Obstbäume, Ziersträucher und als besonderen Blickfang einen Gartenteich. Christine Kellner in der Hochstraße 16 präsentiert einen kleinen naturbelassener Siedlungsgarten mit Zwergobstbäumen und Beerensträuchern zum Naschen für Insekten.

Üppiges Pflanzenleben im Gewächshaus von Heidi Stangl. Bild: fz
Üppiges Pflanzenleben im Gewächshaus von Heidi Stangl.
 
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