20.09.2019 - 21:04 Uhr
Oberpfalz

Jobabbau und Filialschließungen bei der Commerzbank

Der Schrumpfkurs bei der Commerzbank geht weiter. 200 Filialen sollen geschlossen werden. Wie stark die Oberpfalz betroffen sein wird, ist noch offen.

Die Commerzbank plant Stellenabbau und Filialschließungen.
von Agentur DPAProfil

(dpa/esa) Stellenabbau, Filialschließungen und Verkauf von Tafelsilber: Mit harten Einschnitten will sich die Commerzbank gegen Zinstief und Ertragsschwäche stemmen. Seit Freitag liegen die Eckpunkte des Plans für die nächsten Jahre auf dem Tisch, Entscheidungen sollen in der nächsten Woche fallen.

"Vorstand und Aufsichtsrat haben noch zu keinem Punkt des Strategieprogramms eine Entscheidung getroffen", betonte das Frankfurter Geldhaus. Klar sei jedoch: "Ein weiterer konzernweiter Stellenabbau ist leider unvermeidbar." Am nächsten Mittwoch und Donnerstag beraten Vorstand und Aufsichtsrat über die Pläne, am Freitag will Vorstandschef Martin Zielke dann die Ergebnisse vorstellen. Voraussichtlich fallen etwa 4300 Vollzeitstellen weg. Weil zugleich in strategischen Bereichen wie Vertrieb, IT und Regulatorik 2000 Stellen geschaffen werden, verbleibt unter dem Strich ein Abbau von rund 2300 Jobs.

"Wir schauen uns jeden Standort an", sagte Pressesprecher Gunnar Meyer am Freitag zu Oberpfalz-Medien. Welche Filiale konkret von der Schließung betroffen sein wird, konnte er nicht sagen. In der Oberpfalz betreibt die Commerzbank etliche Niederlassungen, unter anderem in Weiden, Grafenwöhr, Tirschenreuth, Mitterteich, Waldsassen, Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Auerbach, Schwandorf, Nabburg, Nittenau, Neunburg vorm Wald, Burglengenfeld und Regensburg. Ziel sei, den geplanten Stellenabbau "möglichst sozialverträglich" zu gestalten, versicherte das Institut.

Die Commerzbank, deren größter Anteilseigner seit der Finanzkrise der deutsche Staat ist, hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43 300 auf 40 700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38 000 sein. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48 644 Mitarbeiter, davon gut 34 900 im Inland.

Das vergleichsweise große Filialnetz mit etwa 1000 Standorten wird die Commerzbank ausdünnen. Etwa 200 Zweigstellen könnten geschlossen werden. Seit einiger Zeit setzt das Institut auf einen Mix aus Kleinstfilialen und großen Standorten mit Komplettangebot.

Die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen beziffert die Commerzbank nach derzeitiger Berechnung auf 850 Millionen Euro. Mittelfristig rechnet das Geldhaus mit sinkenden Kosten: 2023 sollen die Kosten um 600 Millionen Euro unter denen des laufenden Jahres liegen.

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