26.02.2020 - 12:04 Uhr
Kaibitz bei KemnathOberpfalz

Lernen beim Knöpferlstammtisch

Musiker treffen sich in Kaibitz zum Austausch: Die Steirische Harmonika steht dabei im Mittelpunkt.

Zum „Knöpferlstammtisch“ in Kaibitz kamen Herbert und Maria Storek aus Kemnath, Karl-Heinz Deisinger aus Weiden, Erwin Hornauer aus Tröstau/Leupoldsdorf, Ulrich Stöhr aus Regnitzlosau, Werner Heider aus Marktredwitz, Roland Sertl aus Mitterteich, Karl-Heinz Böhm aus Kemnath und Sebastian Zeitler aus Waldsassen (von links).
von Josef ZaglmannProfil

Herbert und Maria Storek gründeten einen "Knöpferlstammtisch". Was ist damit gemeint? Einmal im Monat treffen sich in der Schlossschänke Kaibitz die Musikanten, die sich der Steirischen Harmonika (Knöpferlharmonika) verschrieben haben. "Die Steirische Harmonika ist ein diatonisches, wechseltöniges Handzuginstrument mit Knopf-Tastatur" steht im Musiklexikon.

"Dieser Stammtisch trifft sich einmal im Monat", gab Herbert Storek bekannt. Es solle aber kein weiterer Vorspielabend sein, bei dem jeder Musikant mehrere Stück vorspielt und schon gar nicht ein musikalischer Wettbewerb. "Es soll ein reger Erfahrungsaustausch zwischen Volksmusikanten stattfinden." Sie sollen sich gegenseitig unterstützen, fachsimpeln, ihre Instrumente austauschen und versuchen, auch auf einer anderen "Ziach" zu musizieren. Dabei lernen sie auch andere Spiel- und Griffweisen kennen. Als die Musikanten ihre Instrumente austauschten, hatten sie manchmal Schwierigkeiten, ein Musikstück, das ihnen auf der eigenen "Ziach" keine Schwierigkeiten bereitete, auf dem für sie ungewohnten Instrument zu spielen. "Jedes Instrument spielt sich anderes", merkten sie. Bei dem gemütlichen musikalischen Beisammensein lernten sie natürlich auch neue Stücke und neue Notenhefte mit der Griffschrift kennen. Oder sie bekamen mit, dass man ein bestimmtes Stück auch ganz anders spielen kann. "Probieren geht übers Studieren", lautete die Devise.

Auch Maria Storek griff zu ihrer schönen Steirischen Harmonika und gab ein Musikstück zum Besten. Der Beifall der anderen Musikanten spornte sie an, weiter zu üben und andere Volksmusikstücke zu lernen. Ehemann Herbert wird ihr ein guter Lehrmeister sein.

Die "Steirische" wird noch in der Volksmusik in Bayern, Österreich, Südtirol, Tschechien, Slowenien, und in einigen weiteren Ländern verwendet. Das Wort "steirisch" hat nur wenig mit dem Land Steiermark zu tun. Diese Bauart des Akkordeons wurde in Wien erfunden. Der Unterschied zu anderen diatonischen Akkordeons besteht in der Verwendung der stark klingenden Helikonbässe und dem Gleichton. Durch den diatonischen Aufbau ist sie besonders geeignet, alpenländische Volksmusik zu spielen, diese Musik wurde in Wien "steirisch" genannt als Synonym für ländliche Musik.

Andere gebräuchliche Bezeichnungen für die Steirische Harmonika sind: Steirische, Ziehharmonika, Knöpferlharmonika, Harmonika, Harmonie, Zugorgel, im Dialekt Ziach, Ziacha, Ziachharmonie, Ziachorgel, Zugin und Quetschn, scherzhaft auch Faltenradio, Wanznpress, Zerrwanst oder Heimatluftkompressor.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.