03.11.2019 - 12:26 Uhr
Kaibitz bei KemnathOberpfalz

Schützen aus Kaibitz peilen Neues an

Nach sechs Monaten Bauzeit konnten die Schützen aus Kaibitz die neue elektronische Schießbahn einweihen. Bei einem Festakt wurde sie in Betrieb genommen.

von C. & W. RupprechtProfil

Den Schützenverein Silberbach Löschwitz-Kaibitz gibt es seit der Neugründung 1956. Die Schießbahn im ehemaligen Brauhaus von Kaibitz, der jetzigen Schloßschänke, war sehr in die Jahre gekommen. 2018 fassten die Verantwortlichen den Entschluss, auf einen elektronischen Schießstand umzustellen. Hausbesitzer Ely Eibisch unterstützte die Idee.

1100 Stunden Arbeitszeit

So entstanden mit viel Eigenleistung in nur sechs Monaten Bauzeit eine neue moderne Schießbahn und im ehemaligen großen Saal ein Gemeinschaftsraum mit medialer Überwachung der Schießbahn sowie ein kleiner Raum zum Umziehen, der auch als Waffenkammer dient. Dabei wurden tragende Wände erhalten, neue Fenster eingebaut, der Rest komplett entkernt und mit Rücksicht auf den Denkmalschutz wieder hergerichtet. Es entstanden helle Räume mit hellem Dielenholzboden.

Dort trafen sich nun die Schützen, um die Räume zu segnen und den geglückten Umbau zu feiern. Eibisch freute sich über die Nutzung des Gebäudes und lobte die Arbeit von Schützenmeister Florian Traßl: "Denn wenn ein Verein funktionieren soll, braucht es immer einen fähigen Kopf, der vorausgeht."

Den Festakt gestalteten die Kaibitzer Schlossbläser musikalisch. Schützenmeister Florian Traßl freute sich, dass alle Ehrengäste der Einladung gefolgt waren und Mitglieder zur festlichen Einweihung gekommen waren. Er schilderte den Werdegang des Vereins, der seit vier Jahren wieder einen aktiven Schießbetrieb aufrechterhält.

Damit der Verein zukunftsfähig bleibt, entschloss man sich zur Modernisierung. Seit Mai 2019 wurden 1100 Stunden Arbeitszeit in den Umbau investiert. Traßl dankte allen Spendern, den beteiligten Firmen sowie vor allem Baumeister Max Bocker und dem Rentnerteam, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Allen voran dankte er Eibisch für die kostenlose Überlassung der Räume. "Nun würden wir uns über Neuaufnahmen freuen, damit der Fortbestand des Vereins gesichert werden würde. Schließlich haben wir in die Zukunft und in die Jugend investiert", schloss Traßl.

Landrat Wolfgang Lippert betonte: "Solch ein Projekt funktioniert nur in einer Gemeinschaft mit Zusammenhalt. Gerade in kleinen Ortschaften ist ein Verein ein Anlaufpunkt für die Jugend." Man könne nicht nur Gaudi, sondern auch Wettbewerbe erleben, was die wichtige gesellschaftliche Rolle eines Vereins im Ort deutlich mache. Er gratulierte zum Mut und Zusammenhalt und überreichte ein Landkreiswappen. 1000 Euro Zuschuss hatte der Landkreis bereits zu Beginn der Bauzeit ausgezahlt.

"Überwältigend"

Bürgermeister Werner Nickl nannte das Bauergebnis "überwältigend" und lobte die Schützen als "absolut aktiven Verein, dem die Gemeinsamkeit noch wichtig ist. Kaibitz sei ein besonderes Dorf, was man auch im Hinblick auf die Dorferneuerung deutlich spüren könne. Deshalb sei es für die Stadtverwaltung selbstverständlich gewesen, das Projekt erst mit 1000 und jetzt noch einmal mit 2000 Euro zu unterstützen. Außerdem wurden zahlreiche Möbel übergeben. Sport könne hier nun in Ruhe ausgeübt werden und hinterher könne man sich zusammensetzen, Zeit miteinander haben, weg vom Handy und der ständigen Nachrichtenflut. "Ich vergebe eine Eins mit Stern und wünsche dem Verein eine segensreiche Zukunft", schloss Nickl.

OSB-Präsident Franz Brunner betonte, dass Denkmalschutz und Moderne in keinem Widerspruch stehen müssen. "Was hier geleistet wurde, ist sehenswert und zur Nachahmung empfohlen." Er überreichte einen Bierkrug für das Vereinszimmer. Zweiter Gauschützenmeister Andreas Michl vom Schützengau Armesberg gratulierte zum gelungenen Umbau. Er kannte noch die alte Schießbahn und nannte sie vorsichtig "ein Erlebnis". Auch er hatte eine Geldspende dabei. Wolfgang Raps, Vorsitzender des Patenvereins Sportschützen Einigkeit Hubertus Kastl, lobte die glückliche Hand beim Umbau. "Ihr könnt stolz darauf sein." Er hatte eine Urkunde und eine Spende im Gepäck und wünschte "viel Erfolg und unfallfreies Schießen".

Abstand vom Alltag

Schließlich wurden die Räume durch die beiden Geistlichen Thomas Kraus und Hartmut Klausfelder gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben. Klausfelder bezog sich in seiner Ansprache auf ein biblisches Zitat: "Der Mensch lebt nicht nur, um zu arbeiten. Er arbeitet, um leben zu können." Er führte aus, dass der Mensch auch Zeit braucht, in der er Abstand vom Alltag gewinnen und sich erholen kann. Er zitierte aus dem Brief an die Philipper: "Ich strecke mich nach vorne, stecke mir ein Ziel und jage nach dem Siegespreis." Er überreichte das "Wappen der Christen", ein kleines buntes Kreuz aus Glas. Pfarrer Thomas Kraus weihte die Räume mit dem "Wasser des Lebens". Anschließend probierten die Gäste die neue Schießbahn aus.Weiter Bilder: www.onetz.de/bildergalerie

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.