02.04.2020 - 13:50 Uhr
Kaibitz bei KemnathOberpfalz

Bis zuletzt mit Heimatpfarrei verbunden

Am 26. März ist Pater Richard Schöpf mit 85 Jahren im Universitätsklinikum in Homburg gestorben. "Pater Schöpf", wie er respektvoll genannt wurde, war in der Region Kemnath kein Unbekannter.

Pater Richard Schöpf ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
von Josef ZaglmannProfil

Seine Urlaube verbrachte er regelmäßig bei seinen Brüdern in Kaibitz und in Löschwitz. Dabei übernahm er in der Pfarrei Kemnath sehr oft die Urlaubsvertretungen. Geboren wurde der Geistliche am 31. Januar 1935 in Kaibitz. Er war das älteste von vier Kindern des Müllermeisters Johann Schöpf und seiner Frau Maria, geborene Biersack. Die Eltern unterhielten nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Der Vater starb im November 1945 mit nur 39 Jahren.

Durch die Vermittlung seines Heimatpfarrers Georg Pilz konnte Richard Schöpf nach dem Abschluss der Volksschule 1948 an die damalige Missionsschule der Steyler Missionare im Missionshaus St. Peter in Tirschenreuth wechseln. Da diese jedoch kein Vollgymnasium war, musste er nach fünf Jahren ins Missionsseminar der Steyler Missionare nach Ingolstadt umziehen. Von 1953 bis zum Abitur 1957 besuchte er das Humanistische Gymnasium in Ingolstadt. Im Herbst 1957 entschloss er sich, Priester und Missionar in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes zu werden und trat in das Missionspriesterseminar St. Gabriel in Mödling bei Wien ein. Im September 1957 wurde er eingekleidet und begann das zweijährige Noviziat. Nach dessen Abschluss und der philosophischen Studien in St. Gabriel legte er 1960 die Ersten Gelübde ab und wurde mit zwei Mitbrüdern zu einem pädagogischen Praktikum ins Missionshaus St. Arnold bei Rheine in die Präfektur geschickt. 1961 begann er das Theologiestudium am Missionspriesterseminar St. Augustin. Danach konnte er 1964 die Ewigen Gelübde ablegen. Im gleichen Jahr feierte er in Kemnath seine Primiz.

Aushilfe in Tirschenreuth

Zu Hochzeiten und Taufen in seiner Verwandtschaft kam er immer sehr gerne in seine Heimat: So traute er beispielsweise 1968 seinen Bruder Albert in der Stadtpfarrkirche in Kemnath.

Von der Generalleitung des Ordens in Rom bekam er nicht - wie von ihm gewünscht - die Bestimmung für ein Missionsland. Er sollte als Lehrer für ein Gymnasium der Steyler Missionare in Deutschland ausgebildet werden. Erst einmal sandte man ihn wieder nach St. Peter in Tirschenreuth, diesmal für ein Jahr in die Präfektur und als Aushilfe für die Seelsorge. Anschließend begann er 1966 das Studium in den Fächern Englisch und Katholische Religion an der Universität in Köln. Während dieser Zeit wohnte er im St.-Hildegardis-Krankenhaus und assistierte dort dem hauptamtlichen Krankenhausseelsorger. Nach dem Ersten Staatsexamen erhielt er die Bestimmung als Lehrer an die damalige Missionsschule der Steyler Missionare in St. Wendel. Das Referendarjahr absolvierte er in Saarbrücken. Ab 1972 bis zu seinem Tod blieb Pater Schöpf nun ununterbrochen in der Kommunität des Missionshauses St. Wendel. 1975 wurde die Missionsschule in Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) umbenannt. Pater Schöpf wirkte dort bis zu seiner Pensionierung 2002 als Lehrer. Von 1989 bis 2002 war er Oberstudiendirektor.

Gedenkgottesdienst in Kemnath

1979 übernahm Pater Schöpf die seelsorgliche Begleitung der in Baumholder, Landstuhl und Ramstein stationierten amerikanischen Soldaten und deren Familien. Nach seiner Pensionierung kümmerte sich Pater Schöpf vor allen Dingen um die Natur rund um das Missionshaus.

In den letzten beiden Jahren zeigte sich bei ihm eine bösartige Krankheit am Hals, die mehrere Male in der Universitätsklinik Homburg operativ behandelt werden musste. So begab er sich auch Mitte März erneut zur Behandlung in die Klinik. Zudem erlitt er dort einen schweren Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.

Bedingt durch die weltweite Coronakrise feierten seine Mitbrüder der Hausgemeinschaft von St. Wendel den Auferstehungsgottesdienst Ende März in der Kreuzkapelle des Missionshauses. Anschließend war die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.

"Pater Schöpf war bis zuletzt mit seiner Heimatpfarrei Kemnath verbunden", versicherte der Kemnather Stadtpfarrer Thomas Kraus. Er bedankt sich für alle seine seelsorgerischen Dienste, die er in Kemnath geleistet hat. Nach der Corona-Pandemie wird er für ihn in der Stadtpfarrkirche Kemnath einen Gedenkgottesdienst zelebrieren.

Pater Richard Schöpf (rechts) mit seinem Heimatpfarrer BGR Georg Pilz bei seiner Primiz in Kemnath im Jahr 1964.
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