15.07.2019 - 10:22 Uhr
Kaibitz bei KemnathOberpfalz

Zwei große Schätze

Unsere Region hat im Vergleich zu den Städten zwei große Schätze. Es gibt eine intakte Landschaft und gute soziale Strukturen. Der Grundsatz „Global denken, lokal handeln“ ein kann guter Leitfaden sein.

Zahlreiche Bürger sind gekommen, um sich von Stadtplaner Emil Lehner (stehend) über den aktuellen Stand bei der Dorferneuerung und Flurneuordnung zu informieren.
von C. & W. RupprechtProfil

Die intakte Landschaft und die sozialen Strukturen zu bewahren, gab Architekt Emil Lehner den Löschwitzern und Kaibitzern mit auf den Weg. Zur Informationsveranstaltung zur Flurwerkstatt im Verfahren Löschwitz-Kaibitz waren in die Schlossschänke Kaibitz nicht nur die Bürger der beiden Orte eingeladen. Auch Landwirte aus Senkendorf und Reuth beteiligten sich, da es im Zuge des Hochwasserschutzes sein kann, dass das Verfahrensgebiet auf Teile des Gemeindegebiets von Kastl ausgeweitet werden muss.

Dies sei dadurch begründet, dass das Einzugsgebiet des nach Löschwitz und Kaibitz fließenden Niederschlagswassers auch auf Flächen der Gemeinde Kastl liegt. Da die zu erwartenden Hochwasser zunehmen, gelte es, sich rechtzeitig dagegen zu wappnen. Bei Hochwasserschutzmaßnahmen müsse in der Regel auf Grundstücke zurückgegriffen werden, was bedeute, dass es ohne die Landwirte nicht gehe, betone Lehner vom Architekturbüro SHL aus Weiden.

Zunächst müsse aber geklärt werden, welche Flächen überhaupt betroffen sind. Erst danach könne über Maßnahmen oder Änderungen nachgedacht werden. Daraus könnte dann eine Angebotsplanung für die Dörfer und Fluren entstehen, erklärte der Stadtplaner.

Fünf Punkte beachten

In einem kurzen Rückblick zeigte er auf, was bisher geschah und erläuterte die Bearbeitungsstruktur des Dorferneuerungsverfahrens für Löschwitz-Kaibitz. Dabei gab er zu verstehen, dass die politische Landschaft hinsichtlich Artenvielfalt und Umweltschutz derzeit komplett im Umbruch sei. Das könne man an dem Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" und an den Demonstrationen "Fridays for future" sehr gut ableiten. Daraus ergebe sich die gesellschaftspolitische Aufgabe, sich über die zukünftige Nutzung der uns umgebenden Flächen klar zu werden. Dabei seien die Punkte Biodiversität, Hochwasserschutz, Klimaschutz, Flächennutzung und Gesundheitsvorsorge zu beachten, Letzteres nicht im medizinischen Sinne, sondern im Sinne einer "uns gut tuenden und nicht krank machenden Umwelt", denn die Landschaft diene auch dem Gesundheitsschutz.

Die Flurneuordnung trage zur Entwicklung des ländlichen Raums als Rahmen für das Leben, das Arbeiten, die Erholung und die Natur bei. Es sei daher dafür zu sorgen, dass der Grundbesitz zweckmäßig geordnet ist und Landschaft sowie Natur zum Nutzen der Menschen und anderer Lebewesen gestaltet werden. Dabei sei die aktive Mitarbeit der Grundstückseigentümer und Bürger wünschenswert. Nur so kristallisiere sich heraus, welche Maßnehmen die Betroffenen für wünschenswert erachteten und welche gut für die gesetzten Ziele seien.

Auch Frank Langguth vom Amt für Ländliche Entwicklung ging auf die Thematik Hochwasser ein. Er zeigte die Probleme bei Überschwemmungen auf und erklärte die Handlungsfelder, die sich daraus ergeben. Die Initiative "boden:ständig" in Neualbenreuth sei ein Beispiel dafür, wie man im Dialog gemeinsam schnell zu Lösungen kommen könne und Erosionsschutz und Wasserrückhaltung erreicht werden.

Orte weiterentwickeln

Bürgermeister Werner Nickl betonte, dass das Ziel die Weiterentwicklung der Orte Löschwitz und Kaibitz sei. Am Finanziellen solle es nicht scheitern. Stadtrat Ely Eibisch wies darauf hin, dass im Gegensatz zu einer Flurbereinigung bei einer Flurneuordnung beziehungsweise Dorferneuerung das Prinzip der Freiwilligkeit gelte.

Im September gibt es eine Ortsbegehung mit betroffenen und interessierten Bürgern. Flurwerkstatt und Dorferneuerung können parallel zueinander weiterlaufen.

Architekt und Stadtplaner Emil Lehner erklärt den Löschwitzern und Kaibitzern, welchen großen Wert ihre Gegend hat.
Frank Langguth vom Amt für Ländliche Entwicklung zeigt anhand der Initiative „boden:ständig“, wie schnell für mehr Hochwasserschutz gesorgt werden kann.
Für Bürgermeister Werner Nickl ist die Weiterentwicklung der Orte Löschwitz und Kaibitz oberstes Ziel.
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