Es ist zum Haare raufen. Nachdem nun die Fundamente auf dem Hügel über der Ortschaft Kaimling für den Funkmasten einbetoniert sind, hofft Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, dass bald das Ende der Zeit „Im Tal der Ahnungslosen“ angebrochen ist. Allerdings traut er sich mittlerweile keine Prognose mehr zur Inbetriebnahme stellen, denn die vielen Versprechungen seitens des Mobilfunkanbieters Vodafon wurden schon zu oft nicht eingehalten. Immerhin datiert eine Unterschriftenliste für eine bessere Anbindung an das Mobilfunknetz aus dem Jahr 2009. Die Zusage zum Bau traf am 6. Juni 2018 im Rathaus ein und nun sind nach der Stromverlegung seit 4. September zumindest die Fundamente für den Masten betoniert, gab der Bürgermeister in der Bürgerversammlung im Gasthof „Zum Förster“ bekannt. Allerdings wusste er da noch nicht, dass tags darauf die verkehrsrechtliche Anordnung ins Rathaus flatterte. Der Zeitraum der Genehmigung ist aber weit ausgedehnt und läuft bis Ende Januar.
Wegen des Erhalts der Versorgungsmobilität und Löschwasservorhaltung wird der bestehende Hochbehälter im Ortsteil auch weiterhin erhalten, wenngleich die Kaimlinger Bürger über den Zweckverband der Steinwaldgruppe mit dem lebenswichtigen Elixier versorgt werden. Zwei Wasserkammern mit je 75 Kubikmetern werden bei einer ersten Sanierungsmaßnahme, die noch heuer beginnt, mit hochwertigen Kunststoffplatten ausgelegt und nachfolgend wasserdicht und durchdringungsfrei von der Firma Frankenplast GmbH aus Würzburg für gut 65 000 Euro verschweißt, gab der Stadtchef bekannt. Eine weitere Gebäudesanierung ist dann im nächsten Jahr vorgesehen.
Auch wenn Pfarrer Gerhard Schmidt bei der Segnung des Brückenheiligen St. Nepomuk und der neuangelegten Parkplätze vor der Dorfkirche von einem seltsamen Gespann sprach, passe alles rundum gelungen zusammen, blickte der Redner zufrieden auf den 19. Mai 2019 zurück. Die „neue Visitenkarte des Ortes“ titelte Oberpfalzmedien damals und die könne sich durchaus sehen lassen, meinte der Bürgermeister.
Ganz ohne Zutun der Stadt wurden Teilbereiche Kaimlings an die Fernwärmeleitung der Firma Bioenergie Mitlmeier aus Lämersdorf angeschlossen. Nachdem die Zulassung des Heizöltanks für das alte Schulhaus, das als Vereinsheim genutzt wird, nicht mehr gewährt wurde, sah es die Stadt als Chance, an das Fernwärmenetz anzuschließen. Der Umbau der Heizung hätte rund 15 000 Euro gekostet, ergänzte Wutzlhofer. Deshalb schloss die Stadt mit dem nahen Wärmeerzeuger einen Wärmelieferungsvertrag ab.
Auf den von der Stadt geschaffenen Bauplätzen am Schweglerweg, die durch den Erbfall Rom ermöglicht wurden, habe nun einzig eine Weidener Baufirma Interesse an der Erschließung angemeldet und erste Erkundigungen eingeholt. Obwohl über viele Jahre bemängelt wurde, Kaimling besitze keine Bauplätze, sitzt die Stadt nun auf dem Grundstück.
Was den 32 Zuhörern auf den Nägeln brennt, erfuhr der Bürgermeister mit den anwesenden Stadträten im Anschluss an den gut einstündigen ersten Teil der Bürgerversammlung. Bernd Steger kritisierte auf der Straße in Richtung Bierreißl einen „städtischen“ Kirschbaum, dessen Äste weit in die Straße ragten. „Da reisst’s die Autospiegel weg.“ Außendienstleiter Karl Frey versprach baldmöglichst die Bäume auszuschneiden und die Verkehrssicherheit wieder herzustellen.
Im Kurvenbereich der Schönberger-Kapelle prangerte Maria Schmidt ausgeschwemmte Steine an, die sehr gefährlich für Verkehrsteilnehmer sein können. Bernd Steger meinte dazu, man sollte dort über eine Drainageverlegung nachdenken, die Ursache für diese Ausschwemmung sei. Ulrich Thomas wünscht sich eine Sanderneuerung auf dem Spielplatz bei der Rutsche. Anton Lang wohnt auf dem Tag genau zehn Jahre in Kaimling und will sich nicht damit abfinden, dass der Verkehrsausschuss einen von ihm geforderten verkehrsberuhigten Bereich im Herrnmühlweg heuer nicht zugestimmt habe. Der Bürgermeister erklärte, dass auf diesem Feldweg einfach der Charakter für einen verkehrsberuhigten Bereich fehle. Das habe auch die Polizei als beratende Verkehrsbehörde bei dieser Verkehrsschau festgestellt. „Wenn jemand tot ist, wird vielleicht was gemacht“, meinte der Anwohner geknickt. Das halbe Dorf gehe auf diesem Weg spazieren und man wisse nicht, was hinter der nächsten Kuppe daherkomme.
Die Verkehrssituation am Schafhüttenweg und der Zufahrt zum Landgasthof „Am Sonnenhang“ ist für Werner Dötsch und Josef Schönberger nicht zufriedenstellend. Ein Verkehrsspiegel würde ihrer Meinung nach enorm helfen. Doch auch damit hatte sich der Verkehrsausschuss bereits im Sommer befasst und war der Meinung, dass alle Verkehrsteilnehmer bei der jetzt geltenden „Rechts-vor-Links“-Regelung gleichermaßen aufpassen müssten. „Man muss sich einfach in die Einmündung hineintasten“, waren sich der Bürgermeister und der städtische Verkehrssachbearbeiter Thomas Herrmann einig.
Kirchenpfleger Manfred Zeitler dankte der Stadt für die gute Zusammenarbeit von Kirche und Kommune bei der Schaffung der Parkplätze an der Kaimlinger Dorfkirche und der Nepomuk-Statue. Das sei wahrlich keine Selbstverständlichkeit und er verstehe darunter echten Bürgersinn. Im gleichen Atemzug lobte Zeitler auch die Kaimlinger Bewohnern, die sich mit großartiger Eigenleistung bei diesem Projekt einbrachten. Dem stimmte auch der Bürgermeister zu und hob die beispiellose Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor.
Denise Stöcker wünschte sich im Ellerweg das Anbringen eines Temposys-Geräts. Thomas Herrmann informierte, dass diese Geschwindigkeitsanlage bereits vor Ort war. Allerdings gab es keine Auffälligkeiten. Wenn sie wolle, könne man ihr das Messergebnis zuschicken. Die „blühenden Fleckerl“ in der Großgemeinde waren Petra Reil wert, sich zu äußern und Dank und Lob an die Stadt für diese Verschönerung auszusprechen. Vielleicht könnte Sabine Dworzak auch den Bürgern Anregungen geben, wie solche Blütenbeete angelegt werden. Außendienstleiter Karl Frey teilte mit, dass es mit erheblichem Aufwand verbunden sei, solche Blumenrabatte anzulegen, denn die dafür vorgesehen Flächen müssten tadellos gefräst und mit dem gleichen Aufwand wie ein Pflanzbeet vorbereitet werden. Ob es dann Ein- oder Zweijährige Blütenmischungen oder Frühjahrs- oder Herbstmischungen sein sollen, bleibe jedem selbst überlassen. Vom Schafhüttenweg schwemmt es Geröll und Dreck in Richtung des Gasthofs „Zum Förster“ bemängelte Wirt Isidor Schönberger. Deswegen könne auch der Kanal bei Regen nicht ungehindert abfließen. Der Bürgermeister sagte umgehend eine Begutachtung zu und schaute sich das Dilemma noch vor Ort an.

























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