20.01.2019 - 09:49 Uhr
Kaimling bei VohenstraußOberpfalz

Pferde, Hornissen und Wespen fordern Kaimlinger Feuerwehr

Die kleinste Ortsteilwehr ist sehr rege, nicht aber, es wenn es um offizielle Anlässe mit Uniform und Vereinsfahne geht. Vorsitzender und Kommandant Johannes Eiberweiser rügt seine Leute und fordert Besserung.

Vorsitzender und Kommandant Johannes Eiberweiser (rechts) ehrt den Dorfältesten Georg Baier (vorne, Mitte) für 75 Jahre Mitgliedschaft. Adolf Gmeiner (vorne, rechts) gehört 65 Jahre dazu und Erwin Graf (vorne, links) 60 Jahre. Maria Schmidt (hinten, Mitte) und Josef Hirmer (hinten, Zweiter von links) arbeiten ab sofort in der Führung mit. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (hinten, Zweiter von rechts) ist begeistert über die „Altkameraden“, genauso stellvertretender Vorsitzender Franz Reil (links).
von Elisabeth DobmayerProfil

Bei der Ortsteilwehr wird Treue großgeschrieben. In keiner anderen Wehr können "Altkameraden" für jahrzehntelange Mitgliedschaft ausgezeichnet werden - und die Jubilare kommen auch zur Ehrung. Darüber war sogar Bürgermeister Andreas Wutzlhofer als oberster Dienstherr ganz angetan. Der Dorfälteste Georg Baier mit seinen 90 Jahren erhielt vom Vorsitzenden Johannes Eiberweiser die Feuerwehr-Stele für 75 Jahre Treue.

Weitere vier Männer erfuhren in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus "Zum Förster" für zusammen beachtliche 225 Jahre ebenfalls eine Ehrung. Adolf Gmeiner erhielt eine Urkunde und eine Bronze-Stele für 65 Jahre, Erwin Graf für 60 Jahre und Karl Walberer für 25 Jahre. Letzterer war allerdings verhindert. Vergrößern wollte sich auch der Vorstand, deshalb war eine außerordentliche Wahl für einen weiteren Beisitzerposten anberaumt. Im Vorfeld hatte sich Maria Schmidt bereiterklärt, im Vorstand mitzuhelfen. Als auch Josef Hirmer von einem Mitglied in der Versammlung vorgeschlagen wurde, zeigte der junge Mann spontan Bereitschaft, an vorderster Front mit anzupacken.

Bessere Beteiligung nötig

Als Vorsitzender und Kommandant in einer Person richtete Johannes Eiberweiser eindringliche Worte an seine Kameraden und forderte für den Florianstag, der von der Stadt organisiert wird, eine bessere Beteiligung. Auch wenn Kaimling mit seinen aktuell 98 Mitgliedern die kleinste Wehr in der Großgemeinde darstellt, überzeuge sie mit einem gesunden Vereinsleben. Deshalb sollte es leicht möglich sein, mit mehr als sechs Leuten, wie im vergangenen Jahr, vertreten zu sein. "Die Stadt ist Träger unserer Feuerwehr und somit für uns der wichtigste Partner." Deshalb gelte es, an diesem Tag die Verbundenheit nach außen zu demonstrieren, redete der Vorsitzende den Mitgliedern energisch ins Gewissen. Das Gleiche gelte bei Jubiläumsfesten benachbarter Wehren. "Gerade Veranstaltungen in Uniform und mit der Vereinsfahne werden von uns immer spärlicher besucht. Gott sei Dank gibt es noch ein paar treue Vereinsmitglieder, auf die wir sicher zählen können.

Akribisch listete der Vorsitzende sämtliche Termine auf. Die neue Feuerwehrspitze im Landkreis werde bei den Feuerwehren am deutlichsten bei den neuen Regeln der MTA-Ausbildung spürbar, die der neue Kreisbrandmeister Andreas Götz aus Georgenberg erarbeitete. Im vergangenen Jahr stachen bei der Kaimlinger Feuerwehr die eher unüblichen Tiereinsätze ins Auge. Zwischen Hermannsberg bei Michldorf und der B 22 hieß es, zwei freilaufende Pferde einzufangen, was erst durch Hinzuziehung routinierter Pferdehalter zum Erfolg führte. Außergewöhnlich waren auch die vielen Wespen- und Hornisseneinsätze. Neben Absicherungs- und Sicherheitswachen beseitigten die Einsatzkräfte beim Sturm im September sieben Bäume von Straßen. Insgesamt rückten die Aktiven sechsmal aus. 27 Männer und 1 Frau zählen zu der Aktivengruppe.

Jugendwart Johannes Faltenbacher verwies auf die acht Jugendlichen, allesamt Mädchen. Beim Jugendwettkampf erreichten die Kaimlinger Teilnehmer den 11. von 22 Plätzen. Kassier Bernd Steger listete ein kleines Minus auf. Da aber nach den Worten Wutzlhofers die Stadt die Kosten für den Türschließer am Feuerwehrhaus übernimmt, steht eine schwarze Null. Das Stadtoberhaupt bekannte sich zu den Wehren. Er sei dankbar und froh, auch auf die kleineren Ortsteilwehren zurückgreifen zu können. Die modernste Drehleiter im Landkreis sei keine 24 Stunden nach der offiziellen Inbetriebstellung bereits bei einem Kaminbrandeinsatz in Waidhaus benötigt worden. Am 1. Februar erfolge die Segnung. Dass jetzt die Mädchen in Kaimling in die Phalanx der Männer eingedrungen seien, darüber freute sich der Rathauschef ganz besonders.

"Tal der Ahnungslosen"

Die Dorfbewohner sollten es ihm nicht krumm nehmen, wenn er noch immer "vom Tal der Ahnungslosen" spreche. "Wir haben es noch immer nicht geschafft, den Mobilfunkmast aufzustellen." Jetzt wurde der Bürgermeister von Vodafone auf das zweite Quartal vertröstet, da der zuständige Statiker erkrankt sei.

Kreisbrandinspektor Martin Weig mahnte, die Aktivitäten der Wehr nicht den geselligen Terminen zu opfern. Trotz der Doppelbelastung des Vorsitzenden dürften die Aktivitäten nicht in den Hintergrund rücken. Heuer stehe am 10. April die Inspektion durch die Kreisfeuerwehrführung an. Diese Aufgabe sei in den vergangenen 20 Jahren etwas eingeschlafen, die neue Führung greife diese wieder auf. Mit dem östlichen Bezirk beginne die Tour durch den Landkreis, die zukünftig alle drei Jahre wiederholt werde.

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