11.08.2019 - 19:29 Uhr
Kainsricht bei GebenbachOberpfalz

Werbung um Personal: Video aus dem Räuberwald

Es ist nicht einfach, Mitarbeiter für eine Kita zu finden. Insbesondere, wenn es um einen Waldkindergarten geht. Gegen Vorurteile gibt es in Kainsricht ein unschlagbares Argument: Ein Video.

Tom Faupel, Inhaber von 24pFilm, hat den Imagefilm des Waldkindergartens erstellt. Hier kommen die Kinder zu Wort: Sie erzählen, warum sie ihren Räuberwald lieben.
von Tatiana SichelstielProfil

"Im Wald möchte ich nicht arbeiten." So etwas hört Sabine Lindner von Erzieherkollegen immer wieder. Deshalb hat sich die Leiterin des BRK-Waldkindergartens "Räuberwald" in Kainsricht für potenzielle neue Mitarbeiter, die die Einrichtung sucht, etwas Besonderes ausgedacht: Ein Video soll Lust auf einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz machen.

Erzieher und Kinderpfleger sind überall gerade Mangelware, so dass viele Stellen länger unbesetzt bleiben. Besonders Angebote von Waldkindergärten lehnen viele von vornherein ab. "Den ganzen Tag bei Wind und Wetter draußen zu sein und Kindern dabei zuzusehen, wie sie im Wald rumrennen, ist nichts Gescheites. Die lernen da ja gar nichts", fasst Sabine Lindner die Vorurteile vieler (frisch ausgelernter) Kolleginnen zusammen. "Natürlich sind wir viel draußen, aber wir haben ebenfalls Angebote in unseren Schutzräumen vorbereitet. Wir malen, basteln, lesen vor, wie es auch in anderen Kindergärten üblich ist. Aber wir können es zusätzlich mit direkten Naturerfahrungen verknüpfen."

Sabine Lindner (hinten, Mitte mit Hut) sucht für sich und "ihre" Kinder neue Mitarbeiter. Vielleicht gelingt es mit Hilfe des Videos von Tom Faupel (rechts). Das würde auch BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller (Mitte) freuen .

Jetzt hat das Kindergartenteam eine ungewöhnliche Idee in die Tat umgesetzt: die Produktion eines eigenen Videoclips. Tom Faupel von 24pFilm aus Regensburg hat diesen kleinen Film gedreht. "Es ging darum, das Flair dieses Waldkindergartens charmant zu verpacken", bringt er es auf den Punkt. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Kinder. Faupel hat sie und ihre fünf Erzieherinnen einen Tag lang begleitet. Von der morgendlichen Ankunftszeit im Hof über den gemeinsamen "Aufstieg" zum Wald bis hin zum Spielen und Toben zwischen, an und mit den Bäumen. Alles, was den Kindergarten ausmacht, ist in diese gut drei Minuten gepackt, um neues Personal anzusprechen.

Ihre Kolleginnen muss Lindner nicht mehr überzeugen. Die sind aus voller Überzeugung dabei und fahren zum Teil sogar täglich 60 Kilometer hin und zurück, weil es so schön ist, mit den Kindern in der Natur zu arbeiten. "Wir bekommen die Möglichkeit, so viele tolle Erfahrungen im Wald und auf der Wiese zu machen, wofür in einem Regelkindergarten gar nicht die Zeit ist", meint Lisa Dilling. Und Elisabeth Lindner, die Mutter von Leiterin Sabine und ebenfalls Erzieherin, fügt noch hinzu: "Was mich außerdem bewogen hat, hier zu arbeiten, ist der Geräuschpegel, dem ich im Regelkindergarten ausgesetzt bin und den ich hier nicht habe."

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