Nicht einfache Jugendarbeit

Für alles ist Zeit, nur nicht für den Kirchenbesuch, bedauert Regionaldekan Manfred Strigl bei der Großen Visitation in der Pfarreiengemeinschaft Weiherhammer-Kohlberg-Kaltenbrunn.

Symbolisch für die Zusammenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft könnte man den den Chor sehen, der beim Festgottesdienst zur Großen Visitation in der Kirche singt. Es sind Sänger aus allen Orten der Pfarrei vertreten.
von Siegfried BockProfil

"Die Bibelstelle ist keineswegs bewusst ausgewählt. Dennoch: Das Tagesevangelium hat einen aktuellen Bezug. Damals schon wusste Jesus um die Ausreden. Sie wollten zu seinem Fest nicht kommen. Einer musste auf seinen Acker, der andere zu seinen Ochsen", leitete Regionaldekan Manfred Strigl seine bemerkenswerte Ansprache zur großen Visitation ein.

2000 Jahre später sei dies nicht viel anders. Da müssen Menschen überall sein, bei jedem Event, nur die Messe oder der Bibelabend passten nicht in den Terminkalender, betonte er angesichts der gähnend leeren Kirchenbänke.

Strigl sagte Pfarrer Varghese Puthenchira und Vikar Pater Prince, die voll Freude am Werk seien und die Seelsorge im Blick hätten, "Vergelt`s Gott!". Der Dank des Regionaldekans galt auch jenen in Gremien und Verbänden, "die einladen, in diese Gemeinschaft zu kommen, die Gott selber ist, Herzenstüren öffnen, Programme schreiben, Zeit investieren, Frust und Angriffe aushalten."

Richtig einladend sei eine Gemeinde, wenn sie sich an das halte, was Paulus an die Philipper schreibe: "Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht." Das sei die große Herausforderung. Und dazu gehöre auch, vor allem gehorsam zu sein, gut hinzuhören, was Gott wolle. In dieser Dynamik müssten und dürften wir unser Sein und Wirken sehen. "Bleiben Sie richtig dabei und dran, lassen Sie sich nicht irre machen, so als ob Sie was versäumen, wenn Sie der Einladung Jesu folgen", ermutigte Strigl die Gemeinden. Er wünschte allen Kraft und Mut in jeder Hinsicht, das Christsein, das echte Menschsein anzustreben und zu leben und so zu wachsen und zu blühen.

"Der Glaube führt uns zusammen, im Frieden wollen wir leben, gemeinsam kann es uns gelingen, wir ringen um Gerechtigkeit." Diese Gedanken aus dem Lied zur Gabenbereitung griff Pfarrgemeinderatssprecher-Sprecher Wolfgang Krauß bei der Begrüßung der Gremien im Jugendheim auf. Nach ihrer Vorstellung nahmen einzelne Mitglieder die Gelegenheit wahr, in offener Diskussion die unterschiedlichen Anliegen im Sinne des Gelingens der Pfarreiengemeinschaft vorzubringen. Nach Darstellung der Situation und Beschreibung bisheriger Bemühungen zum Problem Ministranten- und Jugendarbeit lautete die Empfehlung: Projekte gemeinsam unternehmen, in Gruppen und Vereinen werben. Dabei soll das Profil des Glaubenslebens bewahrt werden.

Zur Sprache kam auch die gesellschaftliche Präsenz der Geistlichen und deren Begrenztheit in einer Pfarreiengemeinschaft durch die Aufgabenfülle. Entlastung soll durch seelsorgerische Mitwirkung der Laien geschehen. Subsidiäre Hilfen zur Entlastung in der Verwaltungsarbeit würden demnächst durch die Diözese online angeboten. Ein Pilotprojekt läuft zurzeit in Weiden. Vorgesehen ist ferner die Strukturänderung der Dekanate.

Regionaldekan Strigl zeigte sich sehr angetan von der Einsatzbereitschaft der kirchlichen Mitarbeiter und der Offenheit aufeinander zuzugehen. Symbolisch für diesen gemeinsamen Aufbruch war die Chorgemeinschaft. "Die Pfarreiengemeinchaft ist auf gutem Weg", stellte Strigl fest.

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