Faszinierende Bäume der Oberpfalz

Jürgen Schuller aus Kaltenbrunn veröffentlich sein erstes Buch. "Baumgeschichten" faszinieren bisher nur in sozialen Medien.

Jürgen Schuller mit seinem neuesten Werk.
von Siegfried BockProfil

Der gebürtige Kaltenbrunner Jürgen Schuller hat beim Battenberg-Verlag ein Buch über besondere Bäume in der Oberpfalz veröffentlicht. In den sozialen Medien fasziniert Schuller seit zwei Jahren mit seinen „Baumgeschichten“, die jetzt auch in Buchform erhältlich sind, unter dem Titel „Faszinierende Bäume in der Oberpfalz“.

Zahlreiche Baumveteranen in allen Landkreisen des Regierungsbezirks hat der Verfasser dazu über zwei Jahre hinweg aufgespürt und besucht. Herausgekommen ist eine Kombination von stimmungsvollen Fotografien der Bäume und von Texten, die Interessantes aus Biologie, Mythologie und Geschichte in unterhaltsamer Weise verbinden: Die Leser erfahren, mit welch ausgeklügelten Strategien die riesige Wolframslinde gegen die Gebrechen des Alters kämpft und warum ein scheinbar harmloser, kleiner Pilz aus Südostasien den Germanen große Angst gemacht hatte. Und wieso die Oberpfälzer dem französischen König Ludwig XIV. die älteste Eichenallee Nordbayerns verdanken.

Eine Fülle präzise recherchierter Informationen und ein locker unterhaltsamer Schreibstil treffen zusammen. Zu jedem der 37 im Einzelportrait vorgestellten Bäume gehören auch die GPS-Daten und ein Kartenausschnitt, so dass sich das Buch auch hervorragend als Anregung für Ausflüge mit der Familie eignet. Zumal mancher Leser erstaunt sein wird, wie nahe der ein oder andere Baum dem eigenen Wohnort sein dürfte.

Schuller, Jahrgang 1968, hat Biologie und Chemie in Erlangen studiert und unterrichtet heute am Gymnasium in Eschenbach. Die Liebe zu Bäumen hat schon immer eine große Rolle im Leben des Kaltenbrunners gespielt.

„Ich denke, ich war noch keine sechs Jahre alt, als ich damit begann, die Geduld meiner Eltern dadurch zu strapazieren, dass ich immer wieder selbst ausgegrabene kleine Bäumchen im Garten pflanzte“ erzählt Schuller. Anfangs zwar mit eher überschaubarem Erfolg, aber dennoch stehen einige heute noch, zum Beispiel eine Bergulme, eine Schwarzkiefer oder eine amerikanische Küstentanne. „Ich kann mich erinnern, dass ich schon als Erstklässler unbedingt eine mindestens 300 Jahre alte Buche in meinem Garten haben wollte“ so der Baumliebhaber. Das umzusetzen sei ihm übrigens bislang nicht gelungen. Dafür habe er es 1986 geschafft, einen Bergulmensämling in der Nähe des Königssees auszugraben und, in ein feuchtes Taschentuch gewickelt, nicht nur durch den Urlaub zu retten, sondern ihn auch zuhause erfolgreich einzupflanzen. Heute erblickt man die Bergulme schon von Weitem, wenn man sich Kaltenbrunn vom Süden her nähert“ freut sich Schuller.

Inzwischen steht Schuller über seine erfolgreichen „Baumgeschichten“ auf Facebook und Instagram mit Baum- und Naturfreunden in der ganzen Welt im Austausch. Von Australien bis zur amerikanischen Westküste und von Kanada bis Südamerika teilt er sein Fachwissen über Bäume. Seinen jährlich erscheinenden Baumgeschichtenkalender wie auch die Baumhistorischen Kulturspaziergänge in Wien und jetzt sein Buch, widmet der Kaltenbrunner seinem großen Anliegen: Seine Faszination für Bäume zu teilen und Menschen für Bäume und Wald zu begeistern.

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