(bk) "Im Vorfeld sah es nicht danach aus", sagte Bürgermeister Ludwig Biller am Donnerstag vor rund 50 Zuhörern.Er sei von drei Bürgern angesprochen worden, die das Projekt sehr skeptisch sehen würden. "Es wäre wirklich schade, wenn die Möglichkeit zur Aufwertung des historischen Marktplatzes und des Umfelds am Kriegerdenkmal nicht genutzt wird."
Die Brüder Christian und Korbinian Schönberger vom gleichnamigen Architekturbüro aus Oberviechtach und Tännesberg riefen die bereits am 14. Mai erarbeiteten Vorschläge im Schnelldurchlauf in Erinnerung. "Es geht nicht um gigantische Maßnahmen, sondern um Verbesserungen nicht nur gestalterischer Art für das Miteinander der Marktgemeinschaft", unterstrich Christian Schönberger. Sämtliche Maßnahmen seien bereits mit den Fachstellen geklärt.
Dazu zählten die Verstärkung der Innenentwicklung mit Stärkung des bestehenden Dorfladens, die Entsiegelung der befestigten Asphaltflächen und stattdessen Grünflächen, versickerungsfähige Beläge sowie ein Multifunktionsgebäude mit WC und Wickelbereich. Hinzu kämen eine Aufladestation für Autos und E-Bikes sowie ein Stromanschluss für Feste. Schönberger erläuterte ferner die geplante "Trompete" an der ehemaligen B-299- Einmündung. Mit der Reduzierung sollen die Randbereiche barrierefrei gemacht werden. Die Gefahrenstelle in der Kurve der Grafenwöhrer Straße werde in Höhe Marktplatz 34 durch Verlegung der Staatsstraße und Gehsteigverbreiterung auf 1,40 Meter beseitigt.
"Es bleibt bei zwei Bushaltestellen", erwiderte Schönberger auf Frage von Monika Mühlbach. "Warum lernt man nicht aus früheren Fehlern?", fragte Andreas Miedl am Beispiel der betonierten Grünflächen. Er stehe grundsätzlich zur Vergrößerung von Grünflächen, aber eine Parzellierung vorgelagerter Grünflächen mache wenig Sinn, warf Gerhard Müller ein. Die Überalterung des Ortskerns (Durchschnitt 60 Jahre) gab Gerald Meißner zu bedenken. Ein Trend zu Leerständen zeichne sich ab.
Ein Abbau der Dachständer würde Baumaßnahmen im Haus und Hofeinfahrt auslösen. Meißner bat, den bestehenden Baumbestand wegen der Trockenschäden schon jetzt zu pflegen. Architekt Schönberger wies auf die Fördermöglichkeiten von Privatmaßnahmen hin. Wegen der Dachständer empfahl einen Fachmann vom Bayernwerk einzuladen. "Es geht nicht nur um schöne Pflaster und Bäume, es soll auch was für die Dorfgemeinschaft herauskommen", betonte Schönberger. Er versprach auf Anfrage von zweitem Bürgermeister Herbert Rudolph die Schaffung einer barrierefreien Zufahrt in den Hof für die Anlieger.
Zur Kostenfrage von Stefan Gradl sagte Schönberger: "Sie stehen noch nicht fest, dürfen aber 1,5 Millionen Euro nicht überschreiten." Nicht förderfähig seien unterirdische Maßnahmen wie Kanalbefahrungen. Richard Ermer regte an, auch an die 75 Jahre alte Wasserleitung zu denken.
Dann die Kernfrage von Robert Koppmann an den Bürgermeister: "Können Sie uns schriftlich geben, dass keine Kosten auf die Bürger zukommen? Denn wir wurden schon mal belogen." "Nach jetziger Gesetzeslage ist das der Fall", bekräftigte Biller. Die Straße "Am Graben" müsste sowie saniert werden. Deshalb sollte diese aus dem Dorferneuerungsprogramm herausgenommen werden, lautete Stefan Gradls Vorschlag. "Wovon hängt die Förderung ab?", wollte Alexandra Schwerin-Fortner wissen. "Sie ist mit 60 Prozent fix, aber die förderfähigen Kosten werden erst vom Verband für Ländliche Entwicklung ermittelt. Eine Nutzung des leerstehenden Rathauses für Vereine brachte Gemeinderat Thomas Schönberger ins Gespräch. Gerald Wölfl erkundigte sich nach der Baumhöhe auf Grünflächen wegen der Maibaumaufstellung. "Sie beträgt auf Grünflächen zehn Meter, aber in diesem Bereich gibt es keine Neuanpflanzung", antwortete Korbinian Schönberger.
Abschließend sagte der Gemeindechef zu, das Für und Wider der "Trompete" sowie die Grünflächen vor den Häusern noch mal zu überdenken. "Es sind viele Punkte, die Kaltenbrunn weiterbringen. Wichtig wäre jetzt ein Signal der Bürger, um auf der Basis weiterzuarbeiten." Das kam dann auch mit deutlichem Beifall. Am 29. September werden die Förderunterlagen eingereicht.














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